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Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendschutz

Cyberbullying: Jedes zweite Opfer leidet unter der Verbreitung peinlicher Fotos und Videos

Jugendlicher am Computer

Forscher der Universität Bielefeld haben 1.881 in Deutschland lebende Schülerinnen und Schüler zu Übergriffen via Internet und Handy befragt. Dr. Peter Sitzer und seine Kolleginnen kommen zu dem Ergebnis: „Cyberbullying ist keine Lappalie.“

Peinliche Privatfotos und Videos, die im Internet kursieren: Forscherinnen und Forscher der Universität Bielefeld haben herausgefunden, dass jugendliche Opfer von Cyberbullying oder Cybermobbing besonders darunter leiden, wenn Mitschülerinnen und Mitschüler solches Bildmaterial verbreiten, um sie lächerlich zu machen. Laut einer am 19. Juli 2012 veröffentlichten Online-Studie wird dieses Verhalten von etwa der Hälfte der Opfer als stark oder sehr stark belastend empfunden. An der Studie des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) nahmen 1.881 in Deutschland lebende Schülerinnen und Schüler teil und äußerten sich zu ihren Erfahrungen mit Cyberbullying als Opfer, Täter und Zeugen.

Der Begriff „Bully“ lässt sich mit „Tyrann“ und „Schulhofschläger“ übersetzen. Cyberbullying nennt man Attacken durch eine oder mehrere Personen über das Internet oder per Handy – etwa wenn Facebook oder Instant Messenger benutzt werden, um jemanden zu verleumden, bloßzustellen oder seinen sozialen Beziehungen zu schaden. Dabei wird ein Schwächerer wiederholt und absichtlich angegriffen. Die Sozialwissenschaftler Dr. Peter Sitzer, Julia Marth und ihr Team wollen mit ihrer Untersuchung das Phänomen differenziert beschreiben.

Ein Schwerpunkt der Online-Studie lag auf der von den Opfern empfundenen Belastung in Abhängigkeit der verschiedenen Formen von Cyberbullying. Ein Ergebnis der Studie ist, dass manche Formen von Cyberbullying von Betroffenen als stärker belastend empfunden werden als andere. Dazu zählt, dass mehr als die Hälfte der Opfer die Weitergabe privater Fotos und Videos als belastend ansieht, wenn sie damit lächerlich gemacht oder bloßgestellt werden soll.

„Unsere Ergebnisse unterstreichen, dass Cyberbullying keine Lappalie ist, sondern ein ernsthaftes Problem, dem mit vorbeugenden Maßnahmen begegnet werden muss“, sagt Peter Sitzer. Eine Aufgabe von Eltern, Pädagogen und Lehrkräften sei, Schülerinnen und Schülern den sozial verantwortlichen Umgang mit anderen Nutzern zu vermitteln. Gleichzeitig müsse es darum gehen, konsequent gegen Fälle von Cyberbullying vorzugehen. In der Studie hatte mehr als die Hälfte der Täter angegeben, dass ihre Übergriffe für sie keine negativen Folgen hatten. Allerdings müsse auch den Tätern dabei geholfen werden, sich zu verändern und die Übergriffe zu unterlassen. Darüber hinaus mahnen die Forscher an, dass Opfer von Cyberbullying ernst genommen werden müssen und Hilfe brauchen, das Erfahrene zu verarbeiten und wieder zurück in einen lebenswerten Alltag zu finden.

Der komplette Ergebnisbericht der Online-Studie „Cyberbullying bei Schülerinnen und Schülern“ steht ab sofort auf der Homepage des Projekts zum Herunterladen bereit.

Die gesamte Pressemitteilung ist auf der Homepage der Universität Bielefeld verfügbar.

Quelle: Universität Bielefeld vom 19.07.2012

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