Kinder- und Jugendschutz / Digitalisierung und Medien

BZgA sensibilisiert für die Risiken exzessiver Internetnutzung

Sechs Kinder stehen in einer Reihe und schauen alle auf ihr Handy
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Aktuelle Studiendaten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) belegen, dass in den vergangenen Jahren die Zahl der Jugendlichen mit problematischem Medienkonsum bzw. einer computerspiel- und internetbezogenen Störung, zugenommen hat. Anlässlich des Safer Internet Day am 11. Februar informiert die BZgA Eltern und Fachkräfte zu Risiken von exzessiver Internetnutzung sowie zu Präventions-Angeboten und Materialien.

Fast allen Jugendlichen bundesweit steht ein Smartphone, ein Laptop und ein Internetzugang zur Verfügung. Täglich verbringen sie rund drei Stunden online in sozialen Netzwerken oder mit digitalen Spielen. Studienergebnisse der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) belegen, dass 22,4 Prozent der 12- bis 17-Jährigen bundesweit einen problematischen Medienkonsum haben. Weitere 5,8 Prozent sind von einer computerspiel- und internetbezogenen Störung betroffen. Hierbei ist in den vergangenen Jahren ein eindeutiger Anstieg zu verzeichnen.

Angebote für Jugendliche

Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA,erläutert: „Mit der intensiven Nutzung digitaler Medien gehen bei Jugendlichen vielfach Bewegungsmangel und Konzentrationsprobleme einher. Deswegen ist es wichtig, Jugendliche über die positiven Aspekte digitaler Mediennutzung zu informieren, aber auch über die möglichen negativen Folgen. Zur Förderung der Medienkompetenz bieten wir das ‚Net-Piloten‘-Programm für Schulen an. Schülerinnen und Schüler werden von gleichaltrigen, speziell ausgebildeten „Net-Piloten“ angeleitet, das eigene Nutzungsverhalten kritisch zu hinterfragen und die Herausforderungen im Umgang mit digitalen Medien zu meistern.“

Das „Net-Piloten“-Programm ist seit 2014 fester Bestandteil der BZgA-Jugendkampagne „Ins Netz gehen“ zur Prävention von exzessiver Mediennutzung. Das schulische Projekt hat zum Ziel, Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse für eine kritische Reflexion ihres eigenen Mediennutzungsverhaltens zu sensibilisieren. Die geschulten „Net-Piloten“ sind Vorbilder und geben in Workshops erlangtes Wissen an Mitschülerinnen und Mitschüler jüngerer Jahrgänge weiter.

Angebote für Fachkräfte

Die BZgA bietet auch im Jahr 2020 kostenfreie Schulungen für kommunale Fachkräfte der Suchtprävention und Lehrkräfte an, um das „Net-Piloten“-Programm in ihren Schulen umzusetzen. Die Schulung als Multiplikatorin und Multiplikator dauert zwei Tage und wird kostenfrei von der BZgA in Zusammenarbeit mit „update“, der Fachstelle für Suchtprävention Bonn, angeboten.

Bislang konnten bundesweit mehr als 600 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren geschult werden. Diese haben über 4000 Schülerinnen und Schüler zu „Net-Piloten“ ausgebildet. In den schulischen Workshops wurden von „Net-Piloten“ mehr als 32.000 Mitschülerinnen und Mitschüler erreicht. Und knapp 20.000 Eltern, Lehrerinnen und Lehrer haben über Informationsveranstaltungen eine Einführung zum Thema exzessive Mediennutzung und praktische Tipps erhalten.

Weitere Informationen und Materialien zum Thema für Jugendliche, Eltern und Fachkräfte finden sich auf der Webseite der BZgA.

Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vom 06.02.2020

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