Kinder- und Jugendschutz / Digitalisierung und Medien

BW und RLP: Gemeinsam Jugendmedienschutz und Medienkompetenz stärken

Erwachsene sitzen um einen Tisch und halten ein Smartphone in ihren Händen.
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Bei einer gemeinsamen Gremiensitzung am 2. März 2020 diskutierten Ausschussmitglieder Landesmedienanstalten in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Lösungsansätze und Projektbeispiele für aktuelle Herausforderungen in den Bereichen Jugendmedienschutz und Medienkompetenz. Im Fokus stand das gemeinsame Engagement.

Im Fokus einer Tagung, an dem der Medienpädagogische Ausschuss der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und die Ausschüsse für Medienkompetenz, Offene Kanäle und Rundfunktechnik sowie für Jugendschutz und Medieninhalte der medienanstalt rlp teilnahmen, standen gemeinsame Themen, Projekte und Initiativen.

Länderübergreifende Zusammenarbeit wichtig

„Der mörderische Anschlag von Hanau hat wieder deutlich gemacht, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Hass im Netz und menschenverachtender Gewalt auf der Straße gibt. Deshalb müssen wir unsere Initiativen und Projekte zur Medienkompetenz, speziell gegen Hassrede und Bedrohungen im Netz, weiter stärken. Der Austausch und die Kooperation unter den Landesmedienanstalten leistet dazu einen wichtigen Beitrag.“, meinte Albrecht Bähr, Vorsitzender der Versammlung der medienanstalt rlp.

Auch Thomas Münch, Stellvertretender Vorsitzender des Medienrates der LFK, lobte die länderübergreifende Zusammenarbeit der Gremien in Fragen des Jugendmedienschutzes und der Medienkompetenz. „Der heutige Austausch zeigt, wie vielfältig sich unsere Häuser für einen performanten und modernen Jugendmedienschutz einsetzen. Das Engagement für Medienkompetenz und gegen Hass im Netz erfordert mehr denn je vereinte Kräfte und Kooperationen auf allen Ebenen.“, so Münch.

Bestehende Kooperationen der Landesmedienanstalten

Die Ausschussmitglieder von LFK und medienanstalt rlp diskutierten das Engagement der beiden Landesmedienanstalten im Überblick und an Hand von drei Projektbeispielen: Die Webseite www.handysektor.de mit vielen Tipps, Informationen und kreativen Ideen rund um Smartphones, Tablets und Apps ist ein Angebot der LFK. klicksafe ist eine Sensibilisierungskampagne zur Förderung der Medienkompetenz im Umgang mit dem Internet und neuen Medien, im Auftrag der Europäischen Kommission koordiniert von der LMK medienanstalt rlp. Die Initiative „Verfolgen und Löschen“ führt in Rheinland-Pfalz Strafverfolgungsbehörden, Medienaufsicht und Medienhäuser zusammen, um gemeinsam Hassrede zu bekämpfen, indem Inhalte auf schnellem Weg gemeldet und verfolgt werden können.

Die Medienanstalten in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz arbeiten darüber hinaus mit dem SWR seit vielen Jahren in der Stiftung MedienKompetenzForum Südwest zusammen, die in beiden Bundesländern unter Anderem die Medienkompetenzprojekte „Ohrenspitzer“ (für Kinder im Kita- und Grundschulalter) und „Silver Tipps“ (für Seniorinnen und Senioren) verantwortet. Die gleichen Institutionen tragen auch den Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs), der seit 1998 Basisdaten zum Medienumgang von Kindern und Jugendlichen in Deutschland erhebt und mit seinen Studien wie „KIM“ (Kindheit, Internet, Medien) und „JIM“ (Jugend, Information, (Multi-)Media) wesentliche Grundlagen für die medienpädagogische Diskussion liefert.

Quelle: Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und LMK - medienanstalt rlp vom 03.03.2020

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