Kinder- und Jugendschutz / Gesundheit

Bundesweiter Aktionstag Glücksspielsucht

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Am 28. September 2016 findet zum sechsten Mal der bundesweite "Aktionstag Glücksspielsucht" statt. In Nordrhein-Westfalen beteiligen sich viele Suchtberatungsstellen, Fachkliniken sowie einige Selbsthilfegruppen für Glücksspielsüchtige und ihre Angehörigen mit vielfältigen Aktionen.

Der Aktionstag, der zeitgleich in allen Bundesländern durchgeführt wird, hat folgende Ziele:

  • die Bevölkerung für die Gefahren, die von der Teilnahme an Glücksspielen ausgehen, zu sensibilisieren
  • gezielt auf glücksspielsuchtspezifische Hilfeangebote hinzuweisen (Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen, Fachkliniken, Hotlines, Onlineberatungsangebote und Schuldnerberatungen)
  • und die Politik auf Defizite beim Spielerschutz aufmerksam zu machen.

Anzahl problematischer und pathologischer Glücksspielerinnen und -spieler in NRW
Nach einer aktuellen Untersuchung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sind in Deutschland rund 200.000 Menschen glücksspielsüchtig. In etwa genauso viele Menschen betreiben Glücksspiele in problematischer Weise. Glücksspielsucht ist für die Betroffenen mit gravierenden negativen Folgen verbunden. Hierzu zählen vor allem hohe Verschuldung, Beschaffungskriminalität, Verlust des Arbeitsplatzes und Suizidalität.

Rechnet man die Befunde vorhandener bundesweiter Bevölkerungsstudien auf Nordrhein-Westfalen um, so ist von der nachfolgend aufgeführten Anzahl Betroffener auszugehen.

Anzahl betroffener Personen in NRW: Problematisch Glücksspielende: 41.000 / Pathologisch Glücksspielende: 42.000

Nicht erfasst in dieser Aufstellung sind die Angehörigen. Schätzungen zufolge sind pro Glücksspielsüchtigem acht bis zehn Personen aus dem sozialen Umfeld mitbetroffen. Sie leiden unter den negativen Auswirkungen der Erkrankung (massive finanzielle Probleme, Vertrauensverlust, evtl. Wohnungs- und Arbeitsplatzverlust, Inhaftierung des Glücksspielsüchtigen etc.) und brauchen in diesen extremen Stresssituationen Hilfe und Unterstützung.

Welche Glücksspiele sind gefährlich?

Als besonders problematisch gelten Geldspielautomaten in Spielhallen und Gaststätten. Laut aktueller Studie der BZgA haben in den letzten 12 Monaten nur 2,6 % der Bevölkerung an solchen Geräten gespielt. Dennoch machen diese Personen seit langem über 70 % derjenigen aus, die aufgrund einer Glücksspielsucht in Beratung oder Behandlung sind. Weitere problematische Glücksspielangebote sind: Glücksspiele in der Spielbank, Onlinecasinospiele und Sportwetten.

"Es nervt mich, dass ich mich immer um alles kümmern muss. Ich habe das Gefühl, immer die Stärkere sein zu müssen. Mir ist auch unerklärlich, wie er sich seit Jahren nicht um seine Post, unsere Kinder und seine Gesundheit kümmern kann." Petra S., 38 Jahre, Angehörige

Das Hilfesystem

Das nordrhein-westfälische Suchthilfesystem bietet für Glücksspielsüchtige und ihre Angehörigen ein differenziertes Hilfesystem an, das von niedrigschwelligen Angeboten wie Online- und Telefonberatung bis zu Angeboten der ambulanten und stationären Rehabilitation reicht.

"Durch die Gespräche in der Beratungsstelle bin ich auf mehrere Probleme in meinem Leben gestoßen. Das war mir nie bewusst. Diese ganze Spielvergangenheit macht mir echt schlaflose Nächte." Axel L., 24 Jahre, Automatenspieler

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie die Thematik "Glücksspielsucht" aufgreifen und auch über die Aktionen der Beratungsstellen vor Ort berichten. Über die landesgeförderten Beratungsstellen können Sie Kontakt zu Interviewpartnerinnen und -partnern (Glücksspielende, Angehörige, Beraterinnen und Berater) aufnehmen.

Weiterführende Informationen unterwww.gluecksspielsucht-nrw.de

Kostenlose Telefonberatung für Glücksspielsüchtige und ihre Angehörigen:

  • Beratung in deutscher Spreche unter der Telefonnummer 0800 0776611
  • Beratung in türkischer Sprache unter der Telefonnummer 0800 3264762

Zur Onlineberatung

Quelle: Landeskoordinierungsstelle Glücksspielsucht NRW vom 28.09.2016

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