Kinder- und Jugendschutz / Gesundheit

Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien: Online-Hilfe durch KidKit networks bundesweit gestartet

Startseite der Internetseite www.kidkit.de mit einer Landkarte die Beratungs- und Hilfeeinrichtungen auflistet
Bild: © Drogenhilfe Köln e.V. / KOALA e.V. Screenshot der Startseite von www.kidkit.de

Das Projekt KidKit networks bietet Kindern und Jugendlichen von 10 bis 18 Jahren nicht nur Beratung per Mail und Chat, es stellt bei Bedarf auch den Kontakt zu lokalen Hilfsangeboten her. Eine digitale Landkarte ermöglicht Betroffenen zudem, selbst geeignete Hilfsangebote zu finden.

Online-Hilfe für Kinder und Jugendliche

Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung: „Kaum etwas überfordert Kinder und Jugendliche so sehr wie die Suchterkrankung eines Elternteils. Viele von ihnen brauchen unsere Unterstützung. Das Fatale aber ist, dass man über Sucht nicht redet. Die Sucht im Elternhaus ist eines der am besten gehüteten Familiengeheimnisse. Wir müssen den Kindern auf dem Weg aus dem Alleinsein entgegenkommen. KidKit networks soll es Kindern und Jugendlichen so leicht wie möglich machen, Kontakt mit professionellen Helfern aufzunehmen.“

„Kollateralschaden“ der familiären Suchterkrankung

Träger von KidKit networks sind die Drogenhilfe Köln und der Verein KOALA. Thomas Hambüchen, Geschäftsführer der Drogenhilfe Köln: „Wie groß das Problem von Kindern aus Familien mit suchtkranken Elternteilen wirklich ist, dokumentieren die fast 4 Millionen Aufrufe unserer Website im letzten Jahr. Stets dreht sich alles um den kranken Vater oder die kranke Mutter, die Kinder bleiben häufig ungesehen. Sie sind quasi der Kollateralschaden der familiären Suchterkrankung. Das muss sich zukünftig ändern, hier brauchen wir Öffentlichkeit und entsprechend finanzierte Angebote. Mit Hilfe von Kidkit networks und unserer digitalen Landkarte können Kinder und Jugendliche nun selbst aktiv werden und für sich und ihre Geschwister die notwendigen Hilfen anfordern.“

Die Situation suchtbelasteter Kinder substanziell zu verbessern, ist einer der Arbeitsschwerpunkte der Drogenbeauftragten. Auch im aktuellen Entwurf des Koalitionsvertrages wird die Verbesserung der Situation der Kinder von Suchtkranken als Ziel formuliert. Etwa drei Millionen Kinder haben in Deutschland einen suchtkranken Elternteil. Die Forschung zeigt, dass bislang etwa ein Drittel der Kinder suchtbelasteter Eltern ebenfalls suchtkrank wird und ein weiteres Drittel andere psychische Krankheiten entwickelt.

Weiterführende Informationen

Die Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien wird jährlich im Februar vom Verein NACOA - Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien veranstaltet und bietet bundesweit Aktionen an, bei denen sich Interessierte über Kinder aus Suchtfamilien und Möglichkeiten der Hilfe informieren können.

Zur digitalen Landkarte des Kooperationsprojekts KidKit der Drogenhilfe Köln e.V. und KOALA e.V. Informationen zur Unterstützung für suchtbelastete Familien stehen auf den Seite der Drogenbeauftragten zur Verfügung.

Quelle: Drogenbeauftragte der Bundesregierung / Bundesministerium für Gesundheit vom 09.02.2018

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