Kinder- und Jugendschutz / Kinder- und Jugendarbeit

Aktionspaket „Alkoholprävention (nicht nur) im Karneval“

Jede(r) fünfte Jugendliche in Deutschland zwischen 12 und 17 Jahren führt mindestens einmal im Monat Rauschtrinken (auch „binge – drinking“) durch.

11er Rat - Tipps für Eltern

 

Viele Jugendliche und junge Erwachsene nutzen die „fünfte Jahreszeit“ für exzessive Erfahrungen mit der legalen Droge Alkohol. In der jecken Hochzeit zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch steigt die Zahl durch Alkohol vergifteter Jugendliche in den Krankenhäusern erschreckend an.

Der Alkoholkonsum Jugendlicher in der Karnevalszeit stellt Eltern sowie Pädagoginnen und Pädagogen vor große Herausforderungen – und dies nicht nur in der Karnevalszeit. Wer am Wochenende z.B. auf den Kölner Ringen unterwegs ist, kann beobachten, wie Jugendliche im öffentlichen Raum gemeinsam „vorglühen“ und die negativen Auswirkungen des Alkoholkonsums beobachten.

Solche und viele andere ähnliche Situationen zeigen, wie wichtig es ist, eine flächendeckende Alkoholprävention bei Kindern und Jugendlichen anzubieten. Die Drogenhilfe Köln hat anläßlich der Karnevalssession eine Kampagne entwickelt, die Eltern über eine Broschüre konkrete Unterstützung und Hilfe bietet, wie sie mit Jugendlichen zum Thema Alkohol ins Gespräch kommen. Als weitere Bausteine dieser neuen Kampagne führt die Drogenhilfe Köln eine Methodenschulung zur Alkoholprävention für LehrerInnen durch und hat für den praktischen Einsatz in Schulen einen Methodenkoffer entwickelt.

Die Broschüre. „11er Rat“ – Tipps für Eltern

Der „11er Rat“ bietet Eltern 11 praktische Tipps, wie sie mit Ihren Kindern über Alkoholkonsum und sinnvolle Regeln ins Gespräch kommen können. Die vierseitige Informationsbroschüre ist bereits Ende Januar mit der Auflage von 100.000 Exemplaren an alle weiterführenden Schulen sowie an Jugendeinrichtungen, Ämter und Beratungsstellen in Köln und im Rhein–Erft–Kreis verschickt worden. Innerhalb der Karnevalsvereine sorgt das Festkomitee Kölner Karneval für die Verteilung. Dazu kann man die Broschüre „11er Rat“ unter www.sucht-bildung.de abrufen.

Während der Tage zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch bietet die Drogenhilfe Köln besorgten Eltern über die „11er Rat“ Telefon Hotline konkrete und direkte Unterstützung an. Die Telefonnummern und Sprechzeiten sind ebenfalls über die oben genannte Internetseite abrufbar.

Die Lehrerfortbildung. Methodenschulung Alkoholprävention

Als Präventionsangebot für weiterführende Schulen hat die Drogenhilfe Köln ein spezielles Fortbildungsangebot für Lehrerinnen und Lehrer zur Alkoholprävention entwickelt. In einer zweistündigen Schulung lernen sie vier von der Drogenhilfe Köln erprobte Methoden zur Alkoholprävention kennen, die sie unmittelbar in ihren Unterricht übertragen können. Schon innerhalb weniger Tage haben sich bereits mehr als 60 Pädagoginnen und Pädagogen für dieses Fortbildungsangebot angemeldet.

Diese Schulung kann nach Rücksprache mit der Drogenhilfe Köln ganzjährig gebucht werden. Denn: Alkohol ist nicht nur im Karneval ein Thema und Alkoholprävention kann ganzjährig in den Unterricht eingebaut werden.

Ergänzend zur Methodenschulung bietet die Drogenhilfe Köln Lehrerkollegien ein Konzept, wie sie Weiberfastnacht dem alkoholisierten Feiern von Schülerinnen und Schülern innerhalb der Unterrichtszeit begegnen können.

Neben einer Methodenschulung enthält das Konzept auch Unterrichtseinheiten zum Thema Alkohol, klare und eindeutige Regeln zum Umgang mit alkoholisierten Schülerinnen und Schülern, zu Durchführung eines Elternabends sowie einen Elternbrief als Vordruck, der die Eltern über das Präventionskonzept der Schule u. a. auch Weiberfastnacht informiert.

Der Methodenkoffer Alkoholprävention. Verleihprogramm „Ein Thema, ein Koffer, ein Mal ausleihen bitte!“

In den letzten Jahren hat die Fachstelle für Suchtprävention der Drogenhilfe Köln verschiedene Methoden zum Einsatz in Schule und Jugendeinrichtungen entwickelt und erprobt. Vier dieser Methoden sind nun in einem Methodenkoffer Alkoholprävention zusammengestellt, der kostenfrei ausgeliehen werden kann.

Der Koffer enthält Rauschbrillen, die Jugendlichen im nüchternen Zustand deutlich vor Augen führen, wie stark Alkoholkonsum die Wahrnehmung beeinträchtigt. Thematisch ergänzt die Rauschbrillen ein 5-minütiger Film, der Problematik und Folgen von Alkohol im Straßenverkehr pointiert darstellt.

Anhand von neun unterschiedlichen Stationen – einer sogenannten Suchtkarriere – lernen die Jugendlichen durch den „Suchtverlauf“, wie eine Abhängigkeit entsteht. Beschriebene Trinksituationen aus dem Alltag helfen bei der Einschätzung, zwischen Genuß von Alkohol, Alkoholmißbrauch und Alkoholabhängigkeit sicher zu unterscheiden.

Abgerundet wird der Koffer durch Das ultimative Alkohol–Quiz. Anhand von Wissensfragen und spielerischen Elementen erhalten die Jugendlichen interaktiv wichtige Informationen über die Wirkung und Gefahren des Alkoholkonsums. Der Methodenkoffer Alkoholprävention kann nach Rücksprache bei der Fachstelle für Suchtprävention kostenfrei entliehen werden.

Alles in allem hat die Drogenhilfe Köln für die Kinder und Jugendlichen, aber auch für die betroffenen Eltern, beteiligten Lehrer und die Institutionen in allen Bereichen der Jugendhilfe in Köln ein eng an der Praxis orientiertes Paket zur Alkoholprävention – nicht nur für die Karnevalszeit – entwickelt.

Quelle: Drogenhilfe Köln

ch

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