Kinder- und Jugendschutz / Demokratie

25 Jahre Gewaltprävention auf dem Deutschen Präventionstag 2019

Jemand hält vor großem Publikum eine Rede.
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Am 20. und 21. Mai feiert die Landeskommission Berlin gegen Gewalt im Rahmen des Deutschen Präventionstages ihr 25. Jubiläum. Passend zum Kongress in Berlin hat sie die Aktionsfläche „Berliner Platz“ entworfen. Auf dem Platz präsentieren sich Berliner Präventions-Projekte sowie Ausstellungen, u.a. zur Islamdebatte und zum Thema Cybergrooming.

Gesamtkonzept ‚Berlin gegen Gewalt‘ in Arbeit

„Wir entwickeln Maßnahmen um Gewalt zu verhindern bevor sie entsteht“, sagt Aleksander Dzembritzki, Vorsitzender der Landeskommission Berlin gegen Gewalt und Staatssekretär für Sport in Berlin. „Wir lassen Gewaltphänomene wissenschaftlich analysieren, um die Ursachen herauszufinden. Die daraus gewonnenen Erfahrungen setzen wir in Projekten um. Aktuell arbeiten wir an einem Gesamtkonzept ‚Berlin gegen Gewalt‘, das Präventionsmaßnahmen aus allen Senatsverwaltungen bündelt. Die Landeskommission Berlin gegen Gewalt ist in ihrer Zusammen- und Schwerpunktsetzung deutschlandweit einmalig.“ Die Kommission ist einmalig, da die Referenten der Kommission den Gewaltbegriff sehr weit denken. Sie befassen sich mit Fragen wie „Wo liegen die Ursachen der Gewalt?“, „Welche Tendenzen sind absehbar und wer muss mit wem an einem Tisch sitzen, damit Probleme ressort- und institutionsübergreifend gelöst werden können?“ Ziel ihrer Anstrengungen ist, die größtmögliche Sicherheit bei maximaler Freiheit in einer offenen Stadt wie Berlin zu gewährleisten.

Wissenschaftlich fundierte Gewaltprävention

„Gewalt ist leider noch immer in ganz Deutschland ein großes Problem. Gut, dass es bereits seit 25 Jahren die Landeskommission Berlin gegen Gewalt gibt“, sagt Erich Marks, Geschäftsführer des Deutschen Präventionstages. „Sie ist ein hervorragendes Beispiel für effektive und wissenschaftlich fundierte Gewaltprävention. Wir freuen uns außerordentlich, dass die Landeskommission den Deutschen Präventionstag 2019 als Jubiläums-Plattform nutzt und haben sehr gerne für den ‚Berliner Platz‘ eine große Aktionsfläche in unserer Ausstellung geschaffen.“ Die Aktionsfläche „Berliner Platz“ umfasst eine Fläche von rund 350m2. Sie ist direkt am Ausstellungseingang gelegen und grenzt an die Infostände der „Straße der politischen Bildung“. Insgesamt informieren 25 Berliner Institutionen die Besucherinnen und Besucher des „Berliner Platzes“. Darüber hinaus eröffnet die Landeskommission die interaktive Ausstellung „WEHR DICH. Gegen Cybergrooming“. Darin können Interessierte erfahren wie sie sich gegen die Anbahnung von sexuellen Kontakten schützen. Die Ausstellung bringt Kindern, Lehrkräften und Eltern auf spielerische Art Präventionsmethoden gegen die Gewaltform Cybergrooming näher.

Wie kann Gewaltprävention erfolgreich funktionieren?

Im Vorfeld des Deutschen Präventionstages vom 14. bis 18. Mai zeigt die Landeskommission Berlin gegen Gewalt anhand ausgewählter Bezirke wie erfolgreiche Gewaltprävention funktionieren kann. Der Vorsitzende der Landeskommission, Staatssekretär Aleksander Dzembritzki, besucht Quartiere in Neukölln, Tempelhof-Schöneberg und Treptow-Köpenick, die im Rahmen des Landesprogramms „Kiezorientierte Gewalt- und Kriminalitätsprävention“ gefördert werden.

Parcours durch die Islamdebatte

Eine weitere sehenswerte Ausstellung nahe des „Berliner Platzes“ ist „Was‘ los, Deutschland? – Ein Parcours durch die Islamdebatte“. Das Kultur- und Jugendzentrum in Celle (CD-Kaserne) hat die Wanderausstellung gemeinsam u.a. mit der Berliner Comiczeichnerin Soufeina Hamed alias tuffix und den YouTubern „Datteltäter“ ins Leben gerufen. Zwölf Szenen mit lebensgroßen Figuren zeigen alltägliche Begegnungen von Menschen in Deutschland, muslimisch oder nicht. Über Lautsprecher kommunizieren sie miteinander und über Kopfhörer sind ihre Gedanken zu hören. In der multimedialen und interaktiven Umgebung finden die Besucherinnen und Besucher Impulse zur Reflexion rund um den deutschen Islamdiskurs, so zum Beispiel zu Zivilcourage, Antisemitismus oder kritischer Medienrezeption. Offiziell eröffnet die Ausstellung erst am 27. Mai in Celle. Teilnehmende des Deutschen Präventionstages bekommen schon vorab einen Vorgeschmack. Finanziert wurde „Was‘ los, Deutschland?“ durch das Landesdemokratiezentrum des Landespräventionsrates im Niedersächsischen Justizministerium mit Mitteln aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie durch die Stiftung Niedersachsen und das Kultusministerium Niedersachsen.

Weitere Informationen zum Deutschen Präventionstag

2019 erwarten die Veranstalter des Deutschen Präventionstages insgesamt ­­­­über 3.000 Gäste. Die Besucher können sich in rund 130 Fachvorträgen und 44 praxisorientierten Projektspots informieren und zu unterschiedlichen Präventions-Themen austauschen. Im Ausstellungsbereich berichten über 180 Ausstellende über Präventionsprojekte und aktuelle Entwicklungen in Deutschland und Europa. Außerdem gibt es Sonderausstellungen, Poster-Präsentationen, Infomobile, verschiedene Bühnenstücke sowie zahlreiche nationale und internationale Begleitveranstaltungen.

Ständige Veranstaltungspartner des Deutschen Präventionstages sind die Organisationen DBH – Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik, Deutsches Forum Kriminalprävention (DFK), Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) und WEISSER RING.

Nähere Informationen zum 24. DPT finden sich u.a. auf dem Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe und auf der Kongress-Webseite.

Quelle: DEUTSCHER PRÄVENTIONSTAG gemeinnützige Gesellschaft mbH vom 06.05.2019

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