Kinder- und Jugendschutz / Gesundheit

1.398 Menschen an illegalen Drogen gestorben – Drogenbeauftragte fordert bessere Hilfsangebote

Tisch auf dem Utensilien zum Drogenkonsum liegen
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Im Vergleich zum Vorjahr sind 2019 fast 10 Prozent mehr Menschen am Konsum illegaler Drogen gestorben. Die Drogenbeauftragte Daniela Ludwig fordert vor diesem Hintergrund: „Diese Zahlen können wir nicht hinnehmen! Wir brauchen flächendeckende Substitutions- und Hilfsangebote – auch in der Coronakrise“.

1.398 Menschen starben 2019 an den Folgen ihres Drogenkonsums. Im Jahr zuvor waren es 1.276. Das ist ein Anstieg von 9,6%. Hauptursache sind, wie in den vergangenen fünf Jahren, Überdosierungen von Opioiden wie Heroin oder Morphin, sowie die Kombination mit anderen Substanzen. Besonders auffällig ist die Zunahme der Todesfälle aufgrund langjährigen Drogenmissbrauchs.

Von 2014 bis 2019 ist die Zahl der Toten auf Grund von Langzeitschädigungen von 119 auf 318 gestiegen. Der Anteil derjenigen, die auf Grund von Langzeitschädigungen in Kombination mit Intoxikationsfolge starben, stieg im letzten Jahr signifikant von 38 auf 172.

Flächendeckende Substitutions- und Hilfsangebote etablieren

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, betonte: „Die Entwicklung der vergangenen Jahre können wir auf keinen Fall hinnehmen! Wir sehen an den Zahlen klar, dass wir Leben nur dann retten können, wenn die Hilfsangebote vor Ort noch besser und vor allem lückenloser werden. Jeder soll die Möglichkeit auf ein gesünderes Leben haben. Deshalb brauchen wir dringend eine noch flächendeckendere Substitutionsversorgung. Auch in der aktuellen Coronakrise dürfen die Substitutionspatienten nicht auf der Strecke bleiben. Es geht jetzt darum, Leben zu retten! Dafür brauchen wir einen gemeinsamen Kraftakt von Bund, Ländern, Kommunen, Suchthilfe, Krankenkassen und Ärzten. Wir brauchen den gesellschaftlichen Konsens, dass Sucht eine schwere Krankheit ist und kein Ausgrenzungsgrund.“

Passgenauere Projekte der Präventionsarbeit in der Partyszene

Die Todesfälle auf Grund von Opiatvergiftungen liegen seit Jahren konstant hoch bei 650 Fällen. Seit einigen Jahren gibt es Naloxon, ein Antiopiat, als Nasenspray. Es kann die Wirkungen einer Überdosierung für einige Zeit aufheben und somit kurzfristig Leben retten. Obwohl Naloxon als Spray seit zwei Jahren verschrieben werden kann, ist es in der Szene noch nicht flächendeckend angekommen. Bayern erprobt aktuell in einem Modellprojekt, wie Naloxon besser in Praxis angewendet werden kann. Die Drogenbeauftragte unterstützt dieses Projekt und setzt sich dafür ein, dass die Szene deutschlandweit mit dem lebensrettenden Mittel ausgestattet wird.

Todesfälle durch Kokain, Amphetamine und synthetische Drogen haben in den letzten fünf Jahren von 143 auf 268 zugenommen. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig: „Die Häufung von Todesfällen durch die Einnahme von Koks oder Amphetaminen verdeutlicht, wie wichtig Aufklärung und Beratung auch bei Partydrogen und anderen Aufputschmitteln sind. Wir brauchen passgenaue Projekte für die Partyszene, damit sich die Konsumenten von Kokain, Amphetaminen und Co. der Risiken für ihre Gesundheit bewusst werden.“

Quelle: Drogenbeauftragte der Bundesregierung vom 24.03.2020

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