Kinder- und Jugendarbeit / Förderinformationen

Zündfunken für Kulturarbeit – Fonds Soziokultur vergibt Fördermittel

Eine Mutter steht mit ihren zwei Kindern vor einer Mauer mit einem Graffiti und hält die Beine ihres Kindes, das einen Handstand macht.
Bild: © farbkombinat - fotolia.com

Der Fonds Soziokultur vergibt wieder Fördermittel an Projekte, die Kunst und Kultur mit den Herausforderungen der Gesellschaft vor Ort verbinden. Bis zum 2. Mai 2020 können Anträge für soziokulturelle Projekte eingereicht werden, die im zweiten Halbjahr 2020 beginnen oder realisiert werden. Ein Schwerpunkt wird auf dem Thema „Nachhaltigkeit“ liegen.

„Kuraag“ – das ist nicht nur plattdeutsch für Courage, sondern steht für eins von 82 Projekten aus dem gesamten Bundesgebiet, das das Kuratorium des Fonds Soziokultur Ende Januar 2020 für eine Förderung ausgewählt hat. Neben diesem Projekt der Ländlichen Akademie Krummhörn in Ostfriesland bewarben sich insgesamt 362 soziokulturelle Projekte um eine finanzielle Förderung für das erste Halbjahr 2020. Mit 1,38 Million Euro Förderung durch den Fonds können nun die ausgewählten Akteurinnen und Akteure ihre Ideen umsetzen.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien stellt dem Fonds Soziokultur jährlich 2 Million Euro für die Förderung der Soziokultur zur Verfügung. Die Bundesmittel haben im Durchschnitt einen Drittelanteil an den Gesamtkosten der einzelnen Projekte vor Ort, wo zusätzliche Förderer gewonnen werden.

Was kann gefördert werden?

Kernelement der geförderten Aktivitäten ist es, Kunst und Kultur mit den Herausforderungen der Gesellschaft zu verbinden. Beteiligt sind immer Menschen vor Ort, junge und alte Bewohner/-innen, Zugezogene und Alteingesessene. Sie werden selbst zu Sänger/-innen, Tänzer/-innen, Programmierer/-innen oder Filmemacher/-innen oder schneiden den eigenen Podcast zu Fragen der Gerechtigkeit. Nicht selten werden bekannte Geschichten wie zum Beispiel aus dem Comic „Asterix“ aufgegriffen: In „Das Dorf Lauratibor – Der Kiez singt zurück“ setzt sich eine Hausgemeinschaft aus Berlin gegen Immobiliengeschäfte zur Wehr, ihr „Zaubertrank“ heißt Solidarität (Künstler(innen)kollektiv Lauratibor).

Vielfalt und Originalität der Ideen

Ganze Stadtteile verändern sich unter Mitwirkung der Bewohner/-innen durch die Gestaltung von Hochhauswänden und Passagen („ha:neo 2020“  vom Wall & Space e.V. in Halle/Saale). In Plauen erhält die „Demokratie Druck“ vom Unikat e.V. und zwar über Plakatwerkstätten mit Kindern und Jugendlichen in historischen Handwerkshäusern.

Die Kuratoriumsvorsitzende Ulrike Münter begeistert nicht nur die Vielfalt und Originalität der Ideen der Antragstellenden. Sie stellt auch die Kooperationsleistungen der Projekte vor Ort heraus: „Soziokulturelle Initiativen binden nicht nur diverse Menschen als aktive Gestalter/-innen ein und definieren gesellschaftlichen Zusammenhalt neu; sie sind oftmals Zündfunken neuer Kultur- und Sozial-Netzwerke vor Ort, die versprechen, weit über die Projektförderung hinaus Wirkung zu entfalten.“

Weitere Informationen

Im März dieses Jahres schreibt der Fonds erneut Projektmittel aus. Bis zum 2. Mai 2020 können Anträge für soziokulturelle Projekte eingereicht werden, die im zweiten Halbjahr 2020 beginnen oder realisiert werden. Dabei wird es unter anderem einen Fokus auf das Thema „Nachhaltigkeit“ geben.

Nähere Infos finden sich auf der Webseite www.fonds-soziokultur.de

Quelle: Fonds Soziokultur vom 22.01.2020