Kinder- und Jugendarbeit / Sozialpolitik

ZFF zur AWO-ISS-Armutsstudie: Wohlergehen von Kindern muss keine Utopie sein

Nimmt man die Handlungsempfehlungen des Berichts ernst, muss ein Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in Wohlergehen keine Utopie sein, lautet das Fazit von Christiane Reckmann, Vorsitzende des Zukunftsforum Familie e.V. (ZFF).

Anlässlich der Veröffentlichung des Abschlussberichts „Von alleine wächst sich nichts aus ...“ der AWO-ISS Armutsstudie erklärt Christiane Reckmann, Vorsitzende des Zukunftsforum Familie e.V. (ZFF):

"Armutsprävention und nicht nur die Abmilderung von Armutsfolgen muss eine zentral gesellschaftliche Aufgabe sein. Der Bericht empfiehlt daher u.a. die Sicherung und Förderung der Erwerbstätigkeit beider Eltern, armutsfeste Löhne, eine Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur die niemanden zurücklässt und darüber hinaus die Einführung einer Kindergrundsicherung, wie sie auch das ZFF gemeinsam mit dem Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG seit 2009 fordert.

Armutserfahrungen von Kindern und Jugendlichen bringen mehrdimensionale Risikofaktoren mit sich, die sich negativ auf die Lebenslage armer Kinder und Jugendlicher auswirken. Den stärksten Einfluss, so der Bericht, haben aber materielle und kulturelle Faktoren. Arme Kinder und Jugendliche können demnach nicht teilhaben am normalen Leben ihrer Altersgenossen in der Schule, sowie an all den wichtigen, gemeinschaftsbildenden Aktivitäten in der Freizeit. Darüber hinaus sind sie schlecht gerüstet, um dem Teufelskreis von ungenügender Ausbildung, Arbeitslosigkeit, Mini-Löhnen und der Abhängigkeit von Sozialhilfe zu entkommen und ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen.

Nimmt man die Handlungsempfehlungen des Berichts ernst, muss ein Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in Wohlergehen aber keine Utopie sein!

Das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS) erforscht nun seit 15 Jahren im Auftrag des Bundesverbandes der AWO die Lebenslagen und Zukunftschancen von (armen) Kindern in Deutschland. In der vorliegenden vierten und letzten Erhebung werden die Auswirkungen der frühen Kinderarmut auf die nun herangewachsenen armutsbetroffenen Jugendlichen im Alter von 16 bis 17 Jahren untersucht. Damit werden erstmals Forschungsdaten vorgestellt, die die Risiko- und Schutzfaktoren für ein gesundes Auswachsen aller Kinder detailliert darstellt und so konkrete, am Lebensverlauf der Kinder und Jugendlichen orientierte, Handlungsempfehlungen geben kann.“

Quelle: Zukunftsforum Familie e.V. vom 25.09.2012