Kinder- und Jugendarbeit

Vorstand des Landesjugendrings Saar sieht Freizeiten bedroht

Geldbörse mit Kleingeld
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Angesichts der drastischen Kürzungen, die der Entwurf des Landeshaushalts für 2014 vorsieht, befürchtet der Vorstand des Landesjugendrings Saar massive Einschränkungen im Freizeit-Angebot der Jugendverbände.

Mit einer Streichung von 100.000 Euro soll der Fördertopf für Freizeitmaßnahmen im kommenden Jahr halbiert werden.

"Jugendverbände sind auf die Zuschüsse angewiesen, um bezahlbare Angebote für Kinder und Jugendliche zu schaffen", stellt Catharina Becker, Vorsitzende des Landesjugendrings, klar. Gerade die Unsicherheit bei längerfristiger Planung sei es, die den Jugendverbänden verstärkt zu schaffen mache. "Die Verbände wissen bereits heute erst sehr spät, ob ein Zuschuss gewährt wird", sagt Becker. Jugendverbände sowie Vereine und Initiativen würden vor dem Risiko zurückschrecken, eine Freizeit auszuschreiben, die ohne Zuschüsse nicht finanzierbar ist. Die Alternativen seien aber, entweder nichts anzubieten oder die Teilnahmebeiträge zu erhöhen und damit gerade Kindern und Jugendlichen aus ärmeren Familien die Chance auf bezahlbare Ferien zu nehmen.

Weitere im Haushaltsentwurf vorgesehene Kürzungen betreffen verschiedene Projektförderungen sowie Zuschüsse zu Mitarbeiterschulungen für Ehrenamtliche und Bildungsmaßnahmen. Insgesamt soll rund ein Fünftel des Etats zur Förderung der freien Jugendarbeit eingespart werden. Der Landesjugendring sei bereit einen Beitrag zur Einhaltung der Schuldenbremse zu leisten, warnt aber vor Einsparungen auf Kosten der jungen Generation und des ehrenamtlichen Engagements.

"Maßgebliche Voraussetzung um Jugendarbeit zu gewährleisten ist die Einhaltung der Versprechen durch die Landesregierung, dass weder bestehende Projekte noch Mittel der Zuwendungen für Träger der außerschulischen Jugendarbeit gekürzt werden", so Catharina Becker.

Nach einem neuen wissenschaftlichen Gutachten besteht ein Rechtsanspruch auf Jugendarbeit und die damit verbundene Förderung der Jugendverbände. Die vom Deutsche Bundesjugendring (DBJR) in Auftrag gegebene Expertise wird im Dezember in Berlin vorgestellt. Auch aus diesem Grund sei mittelfristig die Aufstellung eines Jugendförderplans notwendig. Der Landesjugendring sei gerne bereit, an diesem Prozess mitzuwirken, heißt es von Seiten des Vorstands in dessen Stellungnahme zum Landeshaushalt.

Quelle: Landesjugendring Saar vom 05.11.2013