Kinder- und Jugendarbeit / Ganztagsbildung

"Vielfalt in Schulen": Auftakt im Jüdischen Museum Berlin

Menschenmenge
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Ob Ahmed wohl fließend Deutsch spricht? Kann Cindy so gut rechnen wie Constanze? Jeder hat Schubladen im Kopf, auch Lehrerinnen und Lehrer. Klischees zu reflektieren und Vielfalt als Chance annehmen, ist das Ziel des neuen Programms Vielfalt in Schulen.

Bis zum Sommer 2014 arbeiten drei Berliner Schulen gemeinsam mit dem Jüdischen Museum Berlin und der DKJS an Konzepten für einen bewussten Umgang mit Vielfalt. Zur Auftaktveranstaltung kamen die Initiatoren, die beteiligten Schulen und Experten im Jüdischen Museum zusammen. Alle Beteiligten machten deutlich: Vielfalt ist aus dem Schulalltag schon lange nicht mehr wegzudenken. „Aber wir kämpfen täglich damit, wie wir damit umgehen können“, sagte eine Lehrerin der B.-Traven-Oberschule aus Berlin-Spandau.

Der Journalist, Autor und Migrationsforscher Dr. Mark Terkessidis sorgte mit seinem Vortrag „Interkultur in der Schule“ für viele Denkanstöße. Wichtig sei es, zuerst immer vom Individuum auszugehen – statt von der ethnischen, religiösen oder sozialen Gruppe. Doch ohne Kontextwissen ginge es nicht. „Wir müssen sensibel und farbenblind sein!“

Der Erziehungswissenschaftler und Autor Karim Fereidooni war ebenfalls beim Auftakt dabei. Zuvor gab er im Deutschlandradio ein Interview und sagte: „Die Lehrkräfte sollten sich darüber bewusst sein, dass sie Stereotype in sich tragen und dann auch dagegen arbeiten, dagegen vorgehen. Das sind natürlich Sozialisationsmerkmale eines jeden Menschen, jeder Mensch trägt Stereotype in sich, aber man muss das bewusst machen für die Lehrkräfte, damit sie dagegen arbeiten können.“ Zum ganzen Interview geht es hier.

Vielfalt in Schulen ist ein Projekt des Jüdischen Museums Berlin (JMB) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS), gefördert durch die Stiftung Mercator.

Quelle: Deutsche Kinder- und Jugendstiftung gGmbH vom 05.09.2012

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