Kinder- und Jugendarbeit / Digitalisierung und Medien

Umfrage des Bayerischen Jugendrings: Erfolgreiche digitale Jugendarbeit während des Lockdowns

Jugendliche mit Smartphone, die ein Live-Video streamt
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Eine im Frühsommer durchgeführte Umfrage des Bayerischen Jugendrings ergab: Viele Einrichtungen haben schnell digitale Angebote geschaffen, die von Kindern und Jugendlichen gut angenommen wurden. Ein Teil davon könnte auch in Zukunft weitergeführt werden.

BJR stellt Ergebnisse einer Umfrage vor

Unter den neu entwickelten digitalen Formaten waren unter anderem kreative Mitmach-Projekte, Live-Chats und Online-Beratungen. Sehr gefragt waren nach Auskunft des Bayerischen Jugendrings (BJR) auch virtuelle Seminare, Gruppenstunden und Corona-Informationen. Darüber hinaus zählten auch Online-Sport und digitale Stadtrallyes zu den Angeboten. Die Akteure und Akteurinnen der Jugendarbeit verfolgten mit diesen digitalen Angeboten während des Lockdowns mehrere Ziele: Sie wollten weiterhin mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt bleiben, ihnen Halt und Hilfe bieten, eine sinnvolle Freizeitgestaltung ermöglichen und sie über die Corona-Situation informieren. 

Partizipation und Gremienarbeit auch digital möglich

Knapp zwei Drittel der Teilnehmer/-innen nahmen die Angebote sehr gut, gut oder zumindest befriedigend an. Nur 15 Prozent eher schlecht oder sehr schlecht. Auch jugendliche Partizipation war online möglich, zum Beispiel durch Onlineabfragen über Instagram oder durch Aufrufe zu Challenges in den sozialen Medien. Gremienarbeit fand ebenfalls mit überwiegend sehr gutem oder gutem Zuspruch über das Internet statt, am häufigsten durch virtuelle Teamtreffen und Vorstandssitzungen. Insgesamt hat sich die Online-Präsenz bei knapp 80 Prozent der Einrichtungen verstärkt oder verändert. Es gelang ihnen, in der Corona-Zeit bei ihren Zielgruppen und in der Öffentlichkeit präsent zu bleiben. Teilweise sind sogar neue Zielgruppen erschlossen worden. 

Digitalisierung bringt auch Herausforderungen mit sich

Schlecht ausgestattete Einrichtungen mit geringen personellen Ressourcen stellte die plötzliche Digitalisierung vor große Herausforderungen. Die nicht vorhandenen Qualifikationen bei den beteiligten Personen wurden oft als Problem wahrgenommen. Der Bedarf an Fortbildungen im digitalen und medienpädagogischen Bereich ist durch die Corona-Pandemie folglich größer geworden. Die hohen Anforderungen an den Datenschutz beeinträchtigten oder verhinderten bei einem Drittel der Einrichtungen Aktivitäten. Bei der technischen Ausstattung sind nur 35 Prozent der Einrichtungen gut oder sehr gut aufgestellt. Eine weitere Herausforderung besteht im privaten Bereich der Kinder und Jugendlichen: Rund ein Viertel scheint bei der Ausstattung abgehängt zu sein.

In der internationalen Jugendarbeit wurden Aktionen, die für 2020 geplant waren, in den meisten Fällen abgesagt oder verschoben. Auf das Verhältnis zu den ausländischen Partner-Organisationen habe das aber keine Auswirkung, so der fast einstimmige Tenor. 

Infos zur Umfrage  „Jugendarbeit in Zeiten des Corona-Virus“

Die freiwillige Umfrage „Jugendarbeit in Zeiten des Corona-Virus (SARS-CoV-2)“ richtete sich an alle Arbeitsfelder der bayerischen Jugendarbeit und war vom 20. Mai bis 6. Juni über einen Link auf die BJR-Homepage zu erreichen. Insgesamt gingen 117 auswertbare Rückmeldungen ein.

Vollständige Auswertung der BJR-Umfrage (PDF)

Quelle: Bayerischer Jugendring vom 11.09.2020

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