Berufliche Orientierung

Thüringen schließt neue Bund-Länder-Vereinbarung für aktualisierte Landesstrategie

Eine junge Frau steht lächelnd in einer Holzwerkstatt und hält ein tablet in der Hand.
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Mit einer Laufzeit von fünf Jahren (2021 bis 2026) wurde ein neuer Vertrag über eine aktualisierte Landesstrategie zur Beruflichen Orientierung für Thüringen geschlossen. Die Bundesinitiative „Abschluss und Anschluss – Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss“ trägt dazu bei, die Förderinstrumente von Bund, Bundesagenturen für Arbeit und Ländern besser miteinander zu verzahnen. Auf dieser Grundlage schließen die Akteure landesspezifische Vereinbarungen zum Übergang Schule – Beruf.

Dazu Bundesbildungsministerin Anja Karliczek: „Mit der Bildungskettenvereinbarung schaffen wir ein einheitliches und verbindliches System für die berufliche Orientierung und den Übergang in die Berufsausbildung. Dazu bündeln wir die Kräfte von Bund und Land. Dies ist ein weiterer Schritt, um Jugendlichen die Berufswahl leichter zu machen. Dabei ist mir besonders wichtig, dass junge Menschen individuell ihre Stärken ermitteln können. Mit der flächendeckenden Wirkung dieser Maßnahme hängt es dann auch nicht mehr vom Zufall ab, ob ein junger Mensch Zugang zu einer Berufsorientierungsmaßnahme erhält oder nicht. Ich freue mich, dass mit dieser Vereinbarung das Land Thüringen seine Beteiligung an der Initiative Bildungsketten vertieft und ausbaut. Damit verbinde ich auch die Hoffnung auf eine weitere Dynamik in der Kooperation von Bund und Land.“

Jährliche Fördersumme von rund 860.000 Euro beschlossen

Neu beschlossen wurde, dass durch den Bund Praxiskoordinatorinnen und -koordinatoren mit einer jährlichen Fördersumme von rund 860.000 Euro finanziert werden. Diese unterstützen zum Beispiel bei der Vermittlung von Berufsfelderprobung in Unternehmen. Die Fokussierung auf eine arbeitsweltliche Orientierung, die durch die Koordinatorinnen und Koordinatoren sichergestellt werden soll, bietet große Chancen, Schülerinnen und Schülern tiefere Einblicke in die Arbeitswelt zu ermöglichen. Hierdurch können spätere Ausbildungsabbrüche vermieden werden, da Schülerinnen und Schüler bereits während der Schulzeit eine sehr konkrete Vorstellung von Berufsfeldern erlangen. Darüber hinaus bleiben die Finanzierungen der Potenzialanalysen zu Beginn der Berufsorientierungsphase in Klasse 7 und der KAUSA-Servicestelle Thüringen gesichert. Es ergibt sich eine jährliche Gesamtfördersumme von 2.760.000 Euro.

Helmut Holter, Landesbildungsminister: „Die neue Vereinbarung fördert Bewährtes und bietet mit den Praxiskoordinatorinnen und -koordinatoren ein neues, wesentliches Instrument in der Landesstrategie Berufliche Orientierung. Die Koordinatorinnen und Koordinatoren unterstützen Schülerinnen und Schülern in dieser entscheidenden Phase ihres Lebens und leisten mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zur zukünftigen Fachkräfteabsicherung.“

Arbeitsministerin Heike Werner ergänzt: „Aufeinander aufbauende Förderangebote beim Übergang von Schule zu Beruf bzw. am Beginn und während einer Ausbildung sind gerade für junge Menschen mit Unterstützungsbedarf notwendig, um den Einstieg in das Berufsleben zu erleichtern und einen erfolgreichen Berufsabschluss zu gewährleisten. Gemeinsam müssen wir weitere Anstrengungen unternehmen, um junge Menschen für eine Berufsausbildung hier in Thüringen zu gewinnen, ihnen gute berufliche Perspektiven zu eröffnen und damit das vorhandene Potenzial für die Fachkräftesicherung noch besser zu nutzen. Stärker in den Blick nehmen wollen wir mit der neuen Vereinbarung deshalb auch junge Migrantinnen und Migranten, die nun mit entsprechend zielgruppenspezifischen Angeboten vor und während einer Ausbildung begleitet bzw. unterstützt werden können. Generell ist es von zentraler Bedeutung, das System der beruflichen Bildung gerade auch in der aktuellen pandemischen Lage weiter zu stärken und immer wieder deutlich zu machen: Eine berufliche Ausbildung in Thüringen hat Zukunft und ist gleichwertig zu einer akademischen Ausbildung.“

Stimmen weiterer Partner

Bundesminister Hubertus Heil:
„Junge Menschen haben es durch Corona schwerer beim Übergang von der Schule in den Beruf. Bei der Initiative Bildungsketten arbeiten Bund, Länder und die Bundesagentur für Arbeit eng zusammen, um den Start ins Berufsleben zu erleichtern. Für die betriebliche Ausbildung brauchen wir auch die Arbeitgeber an unserer Seite. Um sie in der Pandemie zu unterstützen, haben wir das Bundesprogramm ‚Ausbildungsplätze sichern‘ erweitert. Wir beziehen mehr Betriebe in die Förderung mit ein und haben die Ausbildungsprämien verdoppelt. Unser Land braucht gut ausgebildete Fachkräfte. Deshalb müssen wir heute gemeinsam dafür sorgen, junge Menschen in Ausbildung zu bringen.“

Geschäftsführer der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit Markus Behrens:
„Die Corona-Pandemie stellt aktuell Auszubildende und Ausbildungsbetriebe vor große Herausforderungen. Die demografische Entwicklung und ihre Folgen für die Gewinnung von Auszubildenden in Unternehmen bleibt aber langfristig gesehen 'Herausforderung Nummer Eins'. Die frühzeitige und systematische berufliche Orientierung von Schülerinnen und Schülern wird daher immer wichtiger. Diese stellen wir mit der zwischen uns und unseren Partnern geschlossenen Vereinbarung langfristig sicher. Damit unterstützen wir gezielt berufliche Ausbildung, schaffen Chancen für junge Menschen und stärken den Standort Thüringen.“

Landesjustizminister Dirk Adams:
„Sprache, Arbeit und Aufenthaltssicherheit sind die zentralen Themen, die das Ankommen und die Integration vor Ort prägen und für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben entscheidend sind. Ich bin überzeugt, dass insbesondere auch durch die Förderung von nachhaltigen Beratungsstrukturen wie der KAUSA-Servicestelle ein wertvoller Beitrag zur Ausbildungs- und Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Migrationsbiografien geleistet wird. Das Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz unterstützt deshalb die Initiative ‚Abschluss und Anschluss‘ und beteiligt sich ab dem 1. Juli 2021 an der Finanzierung der KAUSA-Servicestelle in Thüringen.“

Quelle: Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport vom 19.04.2021

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