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Kinder- und Jugendarbeit / Jugendforschung

Studie: Wirkung internationaler Jugendarbeit im Kontext beruflicher Bildung

Eine junge Frau sitzt auf ihrem Koffer an den Bahngleisen
Bild: © Ralph Maats - Fotolia

Im Rahmen des Forscher-Praktiker-Dialogs wurden zentrale Ergebnisse der aktuellen Studie zur Wirkung der internationalen Jugendarbeit auf berufliche Bildungswege vorgestellt. 85 Prozent der Befragten bewerten die Auslandserfahrung als vorteilhaft für ihre Bewerbung. Auch berufliche Motivation und Empowerment werden durch internationale Maßnahmen gefördert.

Ein Forscherteam um Prof. Dr. Alexander Thomas stellte am 16.11.2015 in Düsseldorf eine neue Studie zu Wirkungen der Internationalen Jugendarbeit auf berufliche Bildungswege Jugendlicher vor, bei der sich abzeichnet, dass ihre Ergebnisse ähnlich wie die der Vorgängerstudie über Langzeitwirkungen eine sehr wichtige Bedeutung für die Sichtbarmachung der Wirkungen internationaler Jugendarbeit haben wird.

Forschungsprojekt

Worum geht es bei dieser neuen Studie? Das Projekt „Wirkungen internationaler Jugendarbeit im Kontext beruflicher Bildungswege“ erforschte bei Jugendlichen Wirkungen 

  • auf ihre Mobilität in Bezug auf eine häufigere Teilnahme an internationalen Begegnungsprogrammen,
  • in Bezug auf das Interesse zum Leben, Lernen, Arbeiten im Ausland,
  • auf das Interesse an beruflichen Angeboten im Ausland und an Auslandseinsätzen sowie an Bildungsangeboten mit einer internationalen Thematik,
  • auf Studienentscheidungen, Berufsentscheidungen und die Motivation zur Fort- und Weiterbildung, auf die allgemeine Persönlichkeitsentwicklung.

Seit der Durchführung der Langzeitwirkungsstudie durch Prof. Dr. Thomas und seinem Team 2005 (kurz: LIJAP-Studie) hat sich manches in den vergangenen zehn Jahren sozial, medial und auch in der Jugendarbeit verändert. Auch der Blick auf die anderen Bezugsfelder wie die Berufswelt hat sich gewandelt und ist heute ein anderer als noch eine Dekade zuvor. Gründe genug, eine aktuelle und an neue Fragestellungen anknüpfende empirische Studie zu wagen.

Jugendpolitische Bedeutung 

Vor rund 50 bis 60 interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern aus Forschung und Praxis der Internationalen Jugendarbeit verwies einleitend Hans-Peter Bergner, Geschäftsführer der Stiftung Deutsche Jugendmarke e.V., in seinem Grußwort auf das einmütige Votum der Stiftungs-Mitgliederversammlung, die Studie zu fördern und erinnerte an die wichtigen Erkenntnisse aus der Vorgänger-Studie LIJAP. 

Diese ging allerdings seinerzeit nicht der Frage nach den Wirkungen internationaler Begegnungsmaßnahmen auf den beruflichen Einstieg und Werdegang von jungen Menschen sowie den Bildungswirkungen nach. Angesichts der Übergangsproblematik Schule-Ausbildung-Beruf und der Frage, welchen positiven Einfluss non-formale Bildungsangebote an dieser Schnittstelle haben können, behandelt das Forschungsprojekt eine zentrale Fragestellung für den Bereich der europäischen und internationalen Jugendarbeit, betonte Hans-Peter Bergner, und er verknüpfte damit ausdrücklich die Hoffnung und das Interesse der Stiftung, dass die Ergebnisse der Studie bei Partnern und Multiplikator/ -innen im In- und Ausland möglichst breit gestreut werden.

Anlage der Studie und exemplarische Einzelergebnisse

Aus dem Forscherteam um Prof. Dr. Alexander Thomas stellten Heike Abt (IKO-Institut Regensburg) und Prof. Dr. Siegfried Stumpf (Technische Hochschule Köln) wichtige Ergebnisse der empirischen Untersuchung vor. Ausgewertet wurden 321 online ausgefüllte Fragebögen von ehemaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmern an internationalen Austausch- und Begegnungsprogrammen, die mindestens 3 Jahre, oftmals aber zeitlich sehr viel länger zurücklagen. Die Auswertung ergab eine Vielzahl an Anregungen, von interessanten Zusammenhängen und neuen Ergebnissen. Heike Abt präsentierte die Ergebnisse der Antworten auf wichtige Items, die besonders hohe Zustimmung erhielten oder nach Untergruppen besonders trennscharf ausfielen.

Aus den Ergebnissen nannte sie beispielhaft folgende Punkte:

  • Die Auslandsmobilität war in mehrfacher Hinsicht anregend. So stieg dadurch nicht nur das Interesse an späterer internationaler Mobilität, sondern auch an sozialer und virtueller Mobilität. Personen mit Auslandserfahrungen fühlten sich durch diese angeregt, in ihrem heimischen sozialen Umfeld neue Bekanntschaften zu knüpfen sowie sich stärker virtuell international stärker zu vernetzen.

  • Die Auslandserfahrungen von jenen Personen, die zum Zeitpunkt in einer betrieblichen Ausbildung oder in der Berufsschule waren, führten zu mehr Sicherheit gegenüber Kunden und ermunterten, in internationalen betrieblichen Bereichen tätig zu werden. Teilnehmende an beruflichen Schulen nannten zudem zu 85 Prozent, dass Auslandserfahrungen ihnen Vorteile bei Bewerbungen brachten.

  • Bestätigt wurden überzeugend und in sehr eindrucksvoller Weise die Ergebnisse aus der Langzeitwirkungsstudie zu den Themen selbstbezogene Eigenschaften und Kompetenzen (Selbstbewusstsein, Selbstsicherheit, Selbstwirksamkeit/Selbstvertrauen). Wie die Antworten auf mehrere Fragen ergaben, wurden die berufliche Motivation und das berufliche Empowerment eindeutig gefördert.

Auch das berufsrelevante Wissen nahm durch Auslandsaufenthalte ebenso zu wie die Offenheit gegenüber anderen Kulturen oder Migrant/ -innen.

Weitere Informationen zur Studie und zur Präsentation der Ergebnisse stehen auf der Webseite von IJAB sowie beim Forscher-Praktiker-Dialog Internationale Jugendarbeit zur Verfügung. 

Quelle: IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e. V., Dr. Dirk Hänisch vom 18.11.2015

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