Kinder- und Jugendarbeit

Startschuss für Deutsch-Türkische Jugendbrücke in Istanbul

Istanbul
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Die Deutsch-Türkische Jugendbrücke baut zusammen mit zivilgesellschaftlichen und öffentlichen Partnern die Verständigung zwischen Deutschland und der Türkei weiter aus.

Mehr Gastaufenthalte von Jugendlichen aus Deutschland und zugleich mehr Austauschprogramme für Mädchen und Jungen aus der Türkei – dieses Ziel soll künftig nicht mehr an fehlender Information, Unterstützung oder mangelnden finanziellen Fördermöglichkeiten scheitern. Mit dieser Zielsetzung hat die Stiftung Mercator die Deutsch-Türkische Jugendbrücke (DTJB) initiiert. Ab sofort fördert, informiert, berät, vernetzt und qualifiziert die DTJB Interessierte und Akteure im bilateralen Austausch. So soll ein besseres Verständnis füreinander geschaffen und die Beziehungen beider Länder weiter gestärkt werden. Rund 2,5 Millionen Euro stellt die Stiftung Mercator für den Ausbau des Schüler- und Jugendaustausches zwischen Deutschland und der Türkei und die Verständigung beider Länder bereit. Zusätzliche finanzielle Förderung erhält sie vom Auswärtigen Amt. Ihren Auftakt feierte die DTJB am Samstag gemeinsam mit Außenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier sowie mit ihren zivilgesellschaftlichen und öffentlichen Partnern, vielen Jugendlichen und Unterstützern aus beiden Ländern.

Mit Blick auf die engen und vielseitigen Beziehungen beider Länder kann die Kultur des intensiven Schüler- und Jugendaustauschs – insbesondere im Vergleich zu anderen wichtigen Partnern Deutschlands – noch ausgebaut werden. Hier setzt die DTJB gezielt an. Sie ist in beiden Ländern Ansprechpartnerin für alle Akteure im deutsch-türkischen Schüler- und Jugendaustausch und für alle, die sich für den Austausch interessieren: Schüler und Jugendliche, Auszubildende, Studierende, Lehrer, Fachkräfte der Jugendarbeit und Eltern. Die Deutsch-Türkische Jugendbrücke will den deutsch-türkischen Schüler- und Jugendaustausch intensivieren und mit konkreten Maßnahmen sowie der Bündelung bereits bestehender Programme die Möglichkeiten für den gegenseitigen Austausch verbessern. Sie stellt niedrigschwellig Fördermittel für Dritte nach transparenten Kriterien bereit und finanziert eigene Austausch- und Begegnungsmaßnahmen mit dem Ziel, innovative Impulse für die Entwicklung von Angeboten für neue Zielgruppen zu geben. Ihre zweisprachige Website bietet Informationen rund um den Austausch: Institutionen können sich über ihre Online-Datenbank vernetzen, Projekte bewerben und Förderung beantragen, und junge Menschen und andere Interessierte können dort Austauschprogramme finden.

„Gemeinsam mit starken Partnern in beiden Ländern setzen wir uns dafür ein, dass das gegenseitige Verständnis zwischen Deutschland und der Türkei weiter ausgebaut wird – dafür brauchen wir junge Brückenbauer“, sagte die Geschäftsführerin der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke, Dr. Catharina Dufft, am Samstag auf der Auftaktfeier. „Wir wollen mehr junge Menschen für den deutsch-türkischen Schüler- und Jugendaustausch begeistern und diesen nachhaltig fördern.“

„Die wechselseitige Beziehung zwischen Deutschland und der Türkei ist von hoher Bedeutung für die Zukunft Europas“, sagte Michael Schwarz, Geschäftsführer der Stiftung Mercator zum Beweggrund der Initiative. „Es findet bereits Austausch auf vielen Ebenen zwischen beiden Ländern statt, es ist aber weit mehr möglich. Die bestehenden Chancen und Potenziale wollen wir noch stärker nutzen, um dem Schüler- und Jugendaustausch die Wertigkeit und Sichtbarkeit zukommen zu lassen, die seiner Bedeutung für die bilateralen Beziehungen entspricht.“ Die Stiftung Mercator finanziert die Jugendbrücke für die Jahre 2012 bis 2018 mit rund 2,5 Millionen Euro.

„Die Jugendbrücke hat das Potenzial, ein weiteres Leuchtturmprojekt in unseren Beziehungen mit der Türkei zu werden. Das Auswärtige Amt hat die Stiftung Mercator beim Aufbau und den Vorarbeiten für die Deutsch-Türkische Jugendbrücke von Anfang an unterstützt. Mit Projekten wie diesem und mit unserem Engagement für die Türkisch-Deutsche Universität sowie die Kulturakademie Tarabya wollen wir die kulturellen und insbesondere auch die menschlichen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern stärken“, sagte Außenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier anlässlich des offiziellen Starts der Jugendbrücke. Sein Amtskollege, der Außenminister der Republik Türkei, Professor Dr. Ahmet Davutoğlu unterstrich in einer Grußbotschaft an die Jugendbrücke ebenfalls die Bedeutung dieser Initiative: „Ich bin der Überzeugung, dass die intensiven Beziehungen und Freundschaften, die dank der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke zwischen den jüngeren Generationen entstehen werden, die vielschichtigen bilateralen Beziehungen zwischen der türkischen und der deutschen Bevölkerung weiter voranbringen werden. Die dadurch entstehenden neuen Brücken werden die Interaktion und die Freundschaften zwischen unseren Gesellschaften erleichtern und vertiefen.“

Die Deutsch-Türkische Jugendbrücke wird auf staatlicher Seite unterstützt vom Auswärtigen Amt (AA) und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Vertreter des türkischen Außenministeriums sowie des türkischen Ministeriums für Jugend und Sport sind ebenso Mitglieder im binationalen Beirat wie weitere für die Arbeit der Jugendbrücke zentrale Partner aus beiden Ländern. Den Vorsitz des Beirats, der die DTJB strategisch berät und begleitet, hat Dr. Klaus Scharioth, Botschafter a.D.: „Die Deutsch-Türkische Jugendbrücke steht für Verständigung und Freundschaft. Sie ermöglicht Begegnungen zwischen jungen Brückenbauern und kann mit ihren Partnern in beiden Ländern viel für das gegenseitige Verständnis erreichen.“ Träger der Jugendbrücke in der Türkei ist die zivilgesellschaftliche Jugendorganisation Toplum Gönüllüleri Vakfı (TOG, Stiftung Freiwillige der Gesellschaft). „Internationaler Schüler- und Jugendaustausch fördert junge Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und in ihren Kompetenzen. Vor allem helfen diese Begegnungen dabei, gegenseitige Vorbehalte abzubauen, sich näher zu kommen und auch voneinander zu lernen“, sagte Yörük Kurtaran, TOG-Geschäftsführer.

Die Jugendbrücke hat je ein Programmbüro in Deutschland und in der Türkei. Das Programmbüro Türkei hat seinen Sitz in Istanbul in den Räumen von TOG, das deutsche Büro ist derzeit in Essen untergebracht – dieses Jahr ist der Umzug nach Düsseldorf in die Räume des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen (MFKJKS) geplant.

Quelle: Deutsch-Türkische Jugendbrücke

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