Kinder- und Jugendarbeit / Flucht und Migration

„START-Mentoren für KIKUS-Kinder“ wird ausgeweitet: Jugendliche unterstützen Vorschulkinder beim Spracherwerb

Bunte Buchstaben
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Die START-Stiftung, die Siemens Stiftung und das Zentrum für kindliche Mehrsprachigkeit e.V. (zkm) setzen ihre erfolgreiche Kooperation im Rahmen des Mentoring-Programms „START-Mentoren für KIKUS-Kinder“ fort. Auch im Schuljahr 2012/2013 werden Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund ab der 10. Klasse, die ein START-Stipendium haben, Patenschaften für Vorschul- bzw. Hortkinder übernehmen.

Unter dem Motto „Füreinander da sein und voneinander lernen“ unterstützen diese Jugendlichen in ausgewählten Einrichtungen Kinder unterschiedlicher Herkunft, die mit der vom zkm entwickelten Sprachfördermethode KIKUS Deutsch lernen.

Nach dem erfolgreichen Einstieg in das Programm im letzten Schuljahr in Hessen und Nordrhein-Westfalen werden alle bestehenden Patenschaften fortgesetzt. Zusätzlich können nun auch weitere Einrichtungen in diesen Bundesländern, die ebenfalls mit der Sprachfördermethode KIKUS (Kinder in Kulturen und Sprache) arbeiten, von dem Projekt profitieren.

START-Mentoren leisten wichtige Hilfestellungen

Die START-Stipendiaten werden als Mentoren ausgebildet und mit den Grundsätzen und Materialien von KIKUS vertraut gemacht. Damit sind sie gut gerüstet, ihre Schützlinge beim Erwerb der deutschen Sprache kompetent zu unterstützen. „Dabei gewinnen beide Seiten“, freut sich Elina Novajas, Projektbetreuerin beim zkm, „die Mentoren lernen die pädagogische Praxis kennen und können ihre Kompetenzen jenseits des schulischen Alltags erweitern. Die KIKUS-Kinder erhalten eine intensive Sprachförderung, die ihre Erstsprache mit einbezieht, wie es das Konzept von KIKUS vorsieht." Zudem geben die Mentoren, ebenfalls Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, auch ihre eigenen Erfahrungen an die Kinder weiter und können ihnen so wichtige Hilfestellungen leisten.

Robert Hasse, Geschäftsführer der START-Stiftung, erläutert: „Durch die Ausweitung des Mentoring-Programms erhalten mehr START-Stipendiaten nicht nur die Möglichkeit, ihre eigene Entwicklung und Persönlichkeit zu stärken, sondern nehmen aktiv ihre Rolle als zukünftige soziale Verantwortungsträger in der Gesellschaft wahr. Damit leben sie der jüngeren Generation die Grundwerte des START-Stipendienprogramms im öffentlichen Raum vor.“

Wertvolle Bereicherung im Kita-Alltag

Die Auswertung der Erfahrungsberichte hat gezeigt, dass das Konzept aufgeht: Die Erzieherinnen sehen das Mentoring-Programm als eine wertvolle Bereicherung im Kita-Alltag. Die Kinder sind durch ihre jungen Vorbilder noch motivierter bei der Sache und auch die Jugendlichen zeigen sich begeistert von der Sprachförderarbeit mit der KIKUS-Methode, da sie immer wieder selbst davon profitieren und ihre eigene Sprache somit reflektieren.

„Wir freuen uns, dass das Programm erfolgreich angelaufen ist und nun fortgesetzt und erweitert wird. Eine frühe Sprachförderung ist entscheidend für die aktive und gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Aus diesem Grund fördern wir die Verbreitung von KIKUS und unterstützen das Projekt ‚START-Mentoren für KIKUS-Kinder’“, so Ursula Gentili, Projektleiterin Sprachförderung bei der Siemens Stiftung.

Hintergrundinformation

Gemeinsam spielerisch und systematisch eine Sprache lernen, dies ist das Grundkonzept von KIKUS. Die Methode wurde speziell für die Anforderungen einer Sprachförderung für Kinder ab drei Jahren entwickelt. Die kindliche Mehrsprachigkeit bildet dabei einen wichtigen Bestandteil: Über die angeleitete Eltern-Kind-Arbeit wird die Beschäftigung mit der Erstsprache des Kindes in der Familie angeregt. KIKUS wurde 1998 von der Sprachwissenschaftlerin Dr. Edgardis Garlin entwickelt und befindet sich in Trägerschaft des Zentrums für kindliche Mehrsprachigkeit e.V. KIKUS kommt heute bereits in einer Vielzahl von Kindertagesstätten zum Einsatz. Dank des Fortbildungskonzepts können jährlich mehr als 25.000 Kinder auf diese Weise gefördert werden. Weitere Informationen finden Sie unter: www.kikus-muenchen.de

Quelle: Siemens Stiftung vom 31.07.2012