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SJD – Die Falken wollen stärkere Auseinandersetzung mit Rechts

Ein Mann liegt am Boden
Bild: © Gina Sanders - Fotolia.com

SJD – Die Falken haben bei ihrer Bundeskonferenz eine stärkere Auseinandersetzung mit Rechtspopulismus, Neofaschismus und rechtem Terror beschlossen. Hierzu soll auch die Auseinandersetzung mit einer Gedenkkultur für die Opfer jüngeren rechten Terrors gehören. Der sozialistische Jugendverband will außerdem die Rolle von Mädchen und Frauen im Verband stärken und wählte einen neuen Bundesvorstand.

Vom 30. Mai bis 2. Juni fand die 38. Bundeskonferenz der SJD – Die Falken in Herten statt. Dabei haben die Delegierten zahlreiche Beschlüsse gefasst, die den Jugendverband für die nächsten Jahre politisch und organisatorisch prägen sollen. So wurde die Bundesfrauenkonferenz im Jahr ihres 40. Jubiläums stärker in der Satzung des Verbandes verankert. Sie soll gerade auch in Zukunft der Ort sein, von dem aus Mädchen und Frauen im Verband gestärkt werden. Außerdem haben die Delegierten beschlossen, dass die Auseinandersetzung mit Rechtspopulismus, Neofaschismus und rechtem Terror zu einem zentralen politischen Thema für die nächsten beiden Jahre werden soll. Dazu gehört auch eine Beschäftigung mit der Gedenkkultur für die Opfer jüngeren rechten Terrors. Die Delegierten bestätigten die beiden Bundesvorsitzenden, wählten einen neuen Bundesvorstand und setzten politische Schwerpunkte.

Neuer rechter Terror in Europa und der Welt

Im Jahr 2021 wollen SJD – Die Falken ein Gedenkcamp auf der norwegischen Insel Utøya durchführen. Hier ermordete der Rechtsterrorist Anders Breivik im Jahre 2011 69 linke Jugendliche. Der Jugendverband will sich in den nächsten beiden Jahren intensiv mit der Frage beschäftigen, welche Rolle der neue rechte Terror in Europa und weltweit spielt und gespielt hat, wie er mit der politischen Rechtsverschiebung zusammenhängt und natürlich wie er bekämpft werden muss. Der Jugendverband will sich aber auch der Tatsache widmen, dass es bisher keine befriedigende Gedenkkultur für die Opfer solcher Anschläge gibt und daran arbeiten, wie sich für eine solche streiten lässt.

Bild: SJD - Die Falken 

Neben den beschlossenen Anträgen wählten die Gliederungen auch einen neuen Vorstand. Diesem gehören die alten und neuen Bundesvorsitzenden Alma Kleen und Jana Herrmann, Loreen Schreck als stellvertretende Bundesvorsitzende und Leiter/-in des SJ-Rings, Steffen Göths und Sarah Neumann als Beisitzer/-innen des SJ-Rings, sowie Eva Gertz als Referentin der Internationalen Kommission an. Ebenso wurde eine neue Bundeskontrollkommission gewählt.

Frauen sind präsent und prägen Debatten wesentlich mit

Der Vorstand dankt den vielen Delegierten, die auf dieser Konferenz energisch aber solidarisch diskutiert und gestritten haben. Der Dank gilt darüber hinaus insbesondere dem Unterbezirk Recklinghausen, der die Bundeskonferenz als Ausrichter/-in zu einem guten Erlebnis hat werden lassen, dem Landesverband Thüringen für die tolle Cafeteria und die leckere Verpflegung, sowie unseren zahlreichen internationalen Gästen.

Jana Herrman, Bundesvorsitzende der SJD – Die Falken: „Nach einer so erfolgreichen Bundeskonferenz freut es mich besonders, dass gerade viele Frauen dort präsent waren und die Debatten wesentlich angeregt und mitgestaltet haben. Dies zeigt auch, dass die feministischen Instrumente, die die Beteiligung von Mädchen und Frauen im Verband erhöhen sollen, tatsächlich Wirkung zeigen.“

Globale Probleme durch internationalen Austausch angehen

Alma Kleen, Bundesvorsitzende der SJD – Die Falken: „Besonders wichtig war für mich die Anwesenheit der zahlreichen internationalen Gäste aus Österreich, Großbritannien, Irland, Israel, Palästina, der Westsahara und dem Kongo. Die Probleme über die wir heute sprechen, egal ob es der Klimawandel, das Erstarken reaktionärer und rechter Kräfte oder eine gerechte Bildungspolitik ist, sind globale Probleme. Wir können sie nur angehen, wenn wir internationale Solidarität praktisch leben und mit Genoss/-innen aus aller Welt in den Austausch treten, voneinander lernen und gemeinsam kämpfen.“

Hintergrund

„Ändere die Welt, sie braucht es!“ Unter diesem Motto fand die 38. Bundeskonferenz der SJD – Die Falken vom 30. Mai bis 2. Juni in Herne statt. Junge Menschen wollen die Welt verändern. Aktuell demonstrieren unzählige Schüler/-innen, Auszubildende und Studierende jede Woche gegen den Klimawandel - weltweit. Egal ob es in den letzten Jahren um die praktische Solidarität mit Geflüchteten, Proteste gegen Nazis und Rassismus oder um Kämpfe für bessere Bildung, niedrigere Mieten und höhere Löhne ging. Junge Menschen waren immer in der ersten Reihe, haben Schulstreiks, Studierendenproteste oder Demonstrationen organisiert. Das betont SJD – Die Falken mit Blick auf die eigene Bundeskonferenz und fordert eine Stimme für jungen Menschen in der Gesellschaft. 

Mit 140 Delegierten aus ganz Deutschland, sowie zahlreichen Gästen und Vertreter/-innen linker Jugendorganisationen aus Europa, dem Nahen Osten und Afrika wurde über die Zukunft des Verbandes, linke Mehrheiten und die eigene Rolle in den aktuellen Jugendbewegungen diskutiert. SJD – Die Falken wollen sich gegen rechte Angriffe positionieren und menschenfeindlichen Tendenzen sozialistische Perspektiven entgegensetzen.  

Quelle: SJD Die Falken vom 30.05. und 03.06.2019

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