Kinder- und Jugendarbeit / Ganztagsbildung

Sieger des Wettbewerbs „Kooperative Steuerung im Ganztag“ ausgezeichnet

Die Zusammenarbeit von Schulen und Jugendhilfe ist zentral für die Entwicklung erfolgreicher Ganztagsschulen. Drei Hamburger Schulen und ihre jeweiligen Partner aus Vereinen, Verbänden und staatlicher Jugendhilfe haben am 29. November 2010 von Sozialsenator Dietrich Wersich eine mit jeweils 30.000 Euro dotierte Unterstützung erhalten.

 

Schemengrafik_Kooperation
Quelle: sxc/kikashi



Sie sind Sieger des Wettbewerbs „Kooperative Steuerung im Ganztag“, mit dem Modellstandorte für die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe im Rahmen der Entwicklung von Ganztagsschulen gesucht wurden. Die Preisverleihung fand in der Ganztagsschule St. Pauli statt, die gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern zu den Preisträgern gehört. Ebenfalls dazu gehören die Grund- und die Stadtteilschule Poppenbüttel sowie die Stadtteilschule Lohbrügge mit ihren jeweiligen Partnern. Die Preisträger wurden aus 28 Bewerbern mit Unterstützung des Erziehungswissenschaftlers Prof. Dr. Benedikt Sturzenhecker von der Universität Hamburg ausgewählt.

„Ich bedaure sehr, dass die Preisvergabe wegen des Ausstiegs der GAL aus der Koalition heute nicht wie geplant mit Frau Goetsch stattfinden kann. Gerade die persönliche Zusammenarbeit und die unserer Behörden war so konstruktiv wie selten zuvor“, erklärte Senator Dietrich Wersich anlässlich der Preisverleihung.

Ganztagsschulen in Hamburg

In Hamburg gibt es im Schuljahr SJ 2010/11 insgesamt 172 Ganztagsschulen, davon sind 98 offenen Ganztagsschulen (inkl. Gymnasien) und 74 gebundene oder teilgebundene Ganztagsschulen. In der laufenden Legislaturperiode haben bisher insgesamt 31 Schulen begonnen, sich neu zu Ganztagschulen zu entwickeln. Langfristig sollen alle Schulen in Hamburg zu Ganztagsschulen werden.

„Ob Häuser der Jugend, Sportvereine, Bauspielplätze oder Mädchentreffs: Es gibt gute und vielfältige staatlich oder privat finanzierte Angebote für Kinder und Jugendliche außerhalb der Schule“, so Senator Wersich weiter. „Es geht um Kooperation statt Konkurrenz zum Vorteil der Kinder. Beide Systeme haben das gleiche Ziel: Sie wollen, dass Kinder und Jugendliche mit dem gerüstet sind, was sie für den Start in ihr eigenes Leben brauchen. Da ist die enge Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe nur konsequent. Beim Ausbau ihrer Ganztagsangebote können die Schulen von der Erfahrung der Jugendhilfe und -arbeit profitieren. Diese machen schon immer Angebote im Nachmittagsbereich. Deshalb setzen die Schul- und die Sozialbehörde darauf, die Kompetenzen und Ressourcen der Jugendhilfe in die Entwicklung der Ganztagsschulen einzubeziehen.“

Wegen des unterschiedlichen Selbstverständnisses und der unterschiedlichen Tradition der beiden Arbeitsbereiche Schule und Jugendhilfe ist eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe besonders wichtig. Deshalb haben die beiden Behörden den heute mit der Preisverleihung abgeschlossenen Wettbewerb ausgelobt, um Modellvorhaben für partnerschaftliche Kooperationen in der Ganztagsschule auszuzeichnen und zu unterstützen.

Die Preisträger

1. Bezirk Wandsbek

Langfristig wollen sich die offene Ganztagsgrundschule Poppenbüttel (seit 2010/11) und die Stadtteilschule Poppenbüttel zu gebundenen Ganztagsschulen entwickeln. An der Stadtteilschule werden bereits heute rund 50 Nachmittagskurse für interessierte Schülerinnen und Schüler angeboten, an denen etwa 35 Prozent der Schülerinnen und Schüler teilnehmen.

Die Kooperationspartner planen die Gründung eines „Netzwerks Poppenbüttel“, um ein abgestimmtes und weit gefächertes Nachmittagsprogramm für die Jugendlichen des Stadtteils zu entwickeln und dabei auch die Interessen der beteiligten Organisationen zu berücksichtigen.

2. Bezirk Bergedorf

Die Stadtteilschule Lohbrügge hat einen Antrag auf Umwandlung in eine gebundene Ganztagsschule gestellt. Im Schuljahr 2009/10 wurde das Angebot an Neigungskurzen und Arbeitsgemeinschaften bereits erweitert. Die Partner im Stadtteil planen, einen Kooperationsausschuss Ganztag zu gründen, in dem die sie ihre Angebote aufeinander abstimmen, die Räume der Schule werden den außerschulischen Partnern in den Zeiten außerhalb des Unterrichts zur Nutzung zur Verfügung gestellt. Der Kreis der Teilnehmer soll möglichst ausgeweitet werden.

3. Bezirk Mitte

Grundschule, Stadtteilschule und Kooperationspartner ermitteln in einem gemeinsamen Gremium „Ganztag St. Pauli“ den Bedarf an Angeboten und besprechen Angebotsstruktur und Tagesrhythmus. Sie streben eine enge Zusammenarbeit zwischen Kursleiterinnen und Kursleitern und den Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern an. Zusätzlich wird ein System der Qualitätssicherung erarbeitet.

Quelle: Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg

ik

 

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