Kinder- und Jugendarbeit / Coronavirus

Schweiz: Konzept zur Realisierung von Sommerfreizeiten

Beleuchtete Zelte unter einem Nachthimmel mit Bäumen
Bild: Ernesto Andrade/Unsplash   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Sommercamps und -freizeiten sind tolle Angebote für Kinder und Jugendliche und sollten organisiert werden – auch in Corona-Zeiten. Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) und der Dachverband offene Kinder- und Jugendarbeit Schweiz (DOJ) haben deshalb in Absprache mit dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) einen Elf-Punkte-Plan entwickelt, um Freizeiten und außerschulische Aktivitäten trotz Corona durchführen zu können.

Das Musterschutzkonzept und die Richtlinien umfassen unter anderem 11 Schritte, in denen beschrieben wird, wie ein Ferienlager optimal organisiert werden kann. Der wichtigste Bestandteil befasst sich mit der Realisierung der Abstandsregeln. Im Zentrum der Maßnahmen steht zudem die Rückverfolgung der Kontakte: Demnach ist es extrem wichtig, jederzeit zu wissen, wer wann im Sommerlager anwesend ist und die dazugehörigen Listen regelmäßig zu aktualisieren. Zusätzlich sei es notwendig, sich im Voraus über die regionalen Maßnahmen in dem jeweiligen Kanton zu informieren, in dem das Sommerlager stattfinden soll. Gleichzeitig müssen die geltenden Hygienemaßnahmen, umgesetzt werden.

Höhepunkt des Jahres

Rund 80.000 Kinder und Jugendliche besuchen in der Schweiz jährlich ein Sommerlager. Für junge Menschen ist die Teilnahme oft einer der Höhepunkte des Jahres und von zentraler Bedeutung: sei es für den Erwerb sozialer Kompetenzen, das Erlernen neuer Kenntnisse oder eine Entlastung in der Kinderbetreuung für die Eltern. Darüber hinaus sind jedes Jahr viele Freiwillige an den Sommerlagern beteiligt, was das Engagement der Jugendlichen stärkt und zeigt, dass junge Menschen in der Lage sind, auch größere Projekte gemeinsam zu organisieren. Die SAJV und der DOJ ermutigen deshalb ihre Mitglieder nachdrücklich, ihre Ferienpläne trotz der Coronakrise zu organisieren. 

Besser als wilde Sommeraktivitäten

In einem gemeinsamen Appell mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) und dem BSV heißt es deswegen: „Ja, Sommerlager können und sollten, wenn immer möglich durchgeführt werden. Nicht nur sind Sommerlager wertvolle und wichtige Angebote für Kinder und Jugendliche, sie sind, sofern Sie gut organisiert und mit Schutzkonzept durchgeführt werden, auch aus epidemiologischer Sicht besser als ‚wilde‘ Sommeraktivitäten.“

Quelle: Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV)

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