Kinder- und Jugendarbeit / Sozialpolitik

Sächsisches Kultusministerium und Bundesagentur für Arbeit vereinbaren Kooperation zur besseren Berufsorientierung

Ordner mit dem Schild Azubis liegt auf dem Computer
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Schüler sollen besser auf ein späteres Berufsleben vorbereitet werden. So werden Sachsens Kultusministerium und die Bundesagentur für Arbeit gemeinsam die individuelle Förderung von Schülern optimieren und den Schülern eine maßgeschneiderte Berufs- und Studienorientierung anbieten.

„Wir werden für jeden Schüler passgenaue Bildungsangebote zur individuellen Förderung aber auch Forderung entwickeln. Zudem wird die Berufs- und Studienorientierung individueller ausgerichtet“, so Kultusministerin Brunhild Kurth. Dazu werden die Stärken und Schwächen der Schüler in verschiedenen Kompetenzbereichen umfassend analysiert. Anschließend werden speziell geschulte Experten, sogenannte Praxisberater, eingesetzt, die eng mit den Klassenlehrern und den Berufsberatern der Bundesagentur für Arbeit zusammenarbeiten. „Die Praxisberater sorgen gemeinsam mit den Klassenlehrern für eine maßgeschneiderte Berufs- und Studienorientierung. Sie bedeuten zusätzliches Personal für die Schulen und übernehmen keine Pflichtaufgaben der Lehrer oder Berufsberater der Bundesagentur für Arbeit“, unterstrich Kultusministerin Brunhild Kurth.

„Gute Berufsorientierung ist ein Sprungbrett für einen erfolgreichen Berufsabschluss und damit der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Mit der zusätzlichen Unterstützung der Praxisberater wird das persönliche Erfolgsnetzwerk aus Schülern, Eltern, Lehrern und der Berufsberatung verbessert“, so Jutta Cordt, Vorsitzende der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

An zunächst 50 Schulen soll die optimierte Berufs- und Studienorientierung mit Praxisberatern umgesetzt werden. Schulen können sich darum bewerben. Geplant ist, dass die Praxisberater nach einer speziellen Qualifizierung an den Schulen ab 2014 einsatzbereit sind. Dafür stellen die Bundesagentur für Arbeit und das Kultusministerium jährlich insgesamt zwei Millionen Euro zur Verfügung.

„Durch diese frühzeitige Berufsorientierung werden die Schüler optimal auf die Zusammenarbeit mit der Berufsberatung vorbereitet. Das sichert eine gute Qualität, da die Berufsberater im individuellen Beratungsgespräch in der achten oder neunten Klasse gleich auf den Punkt kommen können. Allgemeine Informationen sowie  persönliche Stärken und Talente sind dann bereits bekannt – darauf baut die Beratung auf“, erklärt Cordt weiter.
Zudem werden mit dem neuen Schuljahr an allen zur Oberschule weiterentwickelten Mittelschulen Leistungsgruppen eingerichtet. Eine Leistungsgruppe hat das Ziel, den jeweils höchstmöglichen Abschluss eines Schülers zu unterstützen.

Die Schüler bekommen in den Leistungsgruppen eine besondere Förderung. Diese spezielle Förderung kann z. B. in Deutsch, Mathematik, Englisch, aber auch in ganz anderer Form z. B. als Methodentraining erfolgen. Das Angebot richtet sich danach, wo der größte Unterstützungsbedarf besteht. Die Leistungsgruppen werden für besonders leistungsbereite Schüler der Klassenstufen 5 und 6 mit je zwei Wochenstunden umgesetzt. Sie sind ein Pflichtangebot an jeder Oberschule und in der Stundentafel enthalten. Aufbauend auf die Leistungsgruppen gibt es in den höheren Klassenstufen besondere Angebote, die vorrangig aber nicht ausschließlich der Begleitung der Schüler, die nach dem Realschulabschluss an ein berufliches Gymnasium oder eine Fachoberschule wechseln wollen, dienen.

Darüber hinaus soll ab dem Schuljahr 2013/14 jede Oberschule eine zweite Fremdsprache mit drei Wochenstunden anbieten. Damit wird der Übergang nach Klassenstufe 6 an das Gymnasium erleichtert. Bisher bieten nur etwa zwei Drittel der Mittelschulen eine zweite Fremdsprache an. Für die Leistungsgruppen und das Fremdsprachenangebot werden 55 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus vom 04.07.2013