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Jugendarbeit

Prävention sexualisierter Gewalt in den Vordergrund stellen

Eine junge Frau hält mit ausgestrecktem Arm die flache Hand vor die Kameralinse und verdeckt so ihr Gesicht.
Bild: Ana Krach – pixabay.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Anlässlich der aktuellen Berichterstattung und öffentlichen Diskurse betont der Bayerische Jugendring (BJR) die zentrale Bedeutung von Prävention sexualisierter Gewalt in der Jugendarbeit und veröffentlicht dazu Empfehlungen für Schutzkonzepte. Bereits im Oktober 2021 wurde der Leitfaden von der BJR-Vollversammlung verabschiedet und ist nun als gedruckte Publikation verfügbar.

Mit den Empfehlungen setzt der BJR in seiner Funktion als Landesjugendamt für Jugendarbeit einen allgemeinen fachlichen Rahmen und damit Standards für die Jugendämter als örtliche Träger der öffentlichen Jugendhilfe. Sie sollen dazu ermutigen, eine Kultur der Achtsamkeit zu entwickeln und nach § 79a S. 2 SGBVIII passgenaue Konzepte zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt umzusetzen.

BJR-Präsident Matthias Fack betonte:

„Wir als Verantwortliche der Jugendarbeit in Bayern verstehen es seit vielen Jahren als unsere und als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, für den Schutz und die Sicherheit der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen Sorge zu tragen.“

Er fordert bei aller nötigen Aufarbeitung der Vergangenheit, die Präventionsarbeit sexualisierter Gewalt stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Dazu sei es notwendig, die Strukturen kritisch zu hinterfragen und alte Routinen zu durchbrechen, Enttabuisierung zu ermöglichen, Offenheit und ein breites Netz der Sicherheit zu schaffen. Die Auseinandersetzung mit der Thematik dürfe nicht erst dann beginnen, wenn Kinder und Jugendliche durch Übergriffe und sexualisierte Gewalt schweren Schaden erleiden.

Fack betonte weiter:

„Prävention vor Gewalt jeglicher Art statt einer mehr oder weniger ernsthaft betriebenen Aufarbeitung ist das, was wir den Kindern und Jugendlichen in Zukunft v.a. schulden. Sie ist das A und O, wenn sich die Vergangenheit in diesem üblen Punkt nicht wiederholen soll. Junge Menschen erlebten und erleben Gewalt und Übergriffe an Orten, wo sie eigentlich positive Zuwendung und Stärkung erfahren sollen. Wer sich mit dem Thema befasst, weiß, dass es alle Lebensbereiche betrifft: Familie, Kitas, Schulen, Kirchen und Religionsgemeinschaften, Freizeitangebote und Jugendarbeit.“

Daher gelte es, Prävention groß zu schreiben und alles dafür zu tun, ein sicheres Umfeld für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen zu gewährleisten.

Sexualisierte Gewalt in der Jugendarbeit thematisieren

Der BJR setzt sich bereits seit den 1990er Jahren mit dem vermeintlichen Tabu-Thema auseinander. Mit der Fachberatung Prätect wurde die Prävention als Aufgabengebiet innerhalb des BJRs verankert. Die kontinuierliche Befassung mit dem Thema in der Aus- und Fortbildung von ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden, die regelmäßige Information und Publikation von Materialien, die Beratung und Vernetzung von Fachkräften und Verantwortlichen, die Einrichtung von Vertrauenspersonen in Jugendverbänden und -ringen haben dazu beigetragen, dass es innerhalb des BJRs schon lange kein Tabu mehr ist, über sexualisierte Gewalt in der Jugendarbeit zu reden. Damit hat die bayerische Jugendarbeit deutschlandweit eine Vorreiterrolle eingenommen.

Allerdings stellte Matthias Fack klar:

„Die Etablierung von schützenden Strukturen in der Jugendarbeit ist nicht schnell und mühelos zu erreichen, sondern ein langfristiger Umorientierungs- und Gestaltungsprozess in den Organisationen und bei den Trägern. Und immer wieder stoßen wir dabei auch auf Hemmnisse und fehlende Bereitschaft, sich dem Thema adäquat zu widmen.“

Die Entwicklung von wirksamen und praxistauglichen Schutzkonzepten sei eine komplexe Aufgabe, für deren Umsetzung die Organisationen und Akteur/-innen der Jugendarbeit neben engagierten Mitarbeitendem auch Zeit, ausreichend finanzielle Mittel sowie kompetente Fachberatung benötigten. Auch sei es sehr wichtig, die betreffenden Kinder und Jugendlichen bei der Entwicklung der Konzepte zu beteiligen.

Weitere Informationen

Die Publikation „Schutzkonzepte in der Jugendarbeit - Empfehlungen zur Beratung und Bewertung von Konzepten zur Prävention sexualisierter Gewalt“ steht als Download zur Verfügung. Weitere Materialien zur Präventionsarbeit wie Verhaltenskodex und Merkblatt für Freizeiten finden sich im BJR-Shop. BJR-Angebote zu Prätect finden sich auf der zugehörigen Website.

Quelle: Bayerischer Jugendring vom 03.02.2022

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