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Kinder- und Jugendarbeit / Kinder- und Jugendpolitik

Parlamentarischer Abend: "Soziale Kompetenzen sind so wichtig wie Mathe und Chemie“

Eine junge Erwachsene sitzt in der Abenddämmerung auf einem Stein und schaut auf die Skyline einer großen Stadt.
Bild: © bukovski - Fotolia.com

Beim Parlamentarischen Abend der Internationalen Jugendarbeit stand die Bedeutung des Arbeitsfeldes in Übergangsphasen im Mittelpunkt. Eine besondere Rolle spielte die Anerkennung non-formaler Bildungsangebote sowie Möglichkeiten und Bedarfe der politischen Unterstützung.

Junge Menschen im Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf standen diesmal im Mittelpunkt des Parlamentarischen Abends der Internationalen Jugendarbeit, der am 5. November 2015 in Berlin stattfand. Wie Jugendliche in Phasen des Umbruchs von internationaler Jugendarbeit profitieren, wie eine höhere Akzeptanz für außerschulische Bildung erreicht werden kann und was notwendig ist, um mehr Jugendaustausch zu ermöglichen, waren zentrale Fragen der Diskussionsforen des Abends.

Unter dem Motto „Grenzen überschreiten: Was leistet Internationale Jugendarbeit für junge Menschen in Übergangsphasen“ hatte IJAB gemeinsam mit Jugend für Europa, den bilateralen Jugendwerken und Koordinierungsstellen zum siebten Mal zum Parlamentarischen Abend der Internationalen Jugendarbeit eingeladen. Rund 170 Gäste von Jugendverbänden und Institutionen der nationalen und internationalen Jugendarbeit diskutierten in der Landesvertretung des Saarland mit zahlreichen Abgeordneten aus Bundestag und Europaparlament.

"Grenzen überschreiten ist eine Chance"

"Grenzen zu überschreiten, ist eine Chance", sagte die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Caren Marks, in ihrer Rede. "Internationale Jugendarbeit vermittelt Kompetenzen, stiftet Begegnungen und stärkt Persönlichkeiten", unterstrich sie die Bedeutung der Fach- und Förderstellen für Internationale Jugendarbeit. Von vielen Seiten werde gefordert, die sozialen Kompetenzen neben der Fachkompetenz stärker zu fördern. "Das ist genauso wichtig, wie Mathe, Bio und Chemie, denn beides zusammen macht den Menschen aus", betonte Marks. Sie hob das Interesse des Bundesjugendministerium hervor, den internationalen Jugendaustausch im Rahmen der Jugendstrategie zu stärken und wies in diesem Zusammenhang auf eine "möglicherweise eigene Mobilitätsinitiative" hin.

Anerkennung non-formaler Bildung

Mit den Abgeordenten Paul Lehrieder (CSU), Marianne Schieder (SPD) und Azize Tank (Linke) diskutierten die Gäste u.a. über Formen und Möglichkeiten der Anerkennung non-formaler Bildung. Moderiert wurde dieses Forum von IJAB-Direktorin Marie-Luise Dreber und Hans-Georg Wicke, Leiter Jugend für Europa. Schnell wurde deutlich, wie facettenreich das Thema bei genauerem Hinsehen ist und wie viele Schwierigkeiten es noch in der Praxis gibt: Angefangen bei der mangelnden Anerkennung der fachlichen Qualifizierung und des Engagements der Fachkräfte, über uneinheitliche Nachweismöglichkeiten für die erworbenen Fähigkeiten der Jugendlichen. Über fehlende Formen, außerschulisch erworbene Kenntnisse im formalen System abzubilden und mangelnde Wertschätzung, die sich durch Hürden in der Ressourcenbereitstellung ausdrückt. Visa- und Leistungsbezüge sind ein anderes Thema der Anerkennung bzw. Mobilitätshindernisse. 

Während sich die Diskussionsteilnehmer/-innen über den hohen Wert internationaler Jugendarbeit einig waren, gab es unterschiedliche Ansichten und Ideen über notwendige Schritte zur Verbesserung. Vorschläge waren z.B. das BaföG für Studierende zu verlängern, die sich ehrenamtlich in der internationalen Jugendarbeit engagieren, Bildung ganzheitlicher zu definieren und eine Mobilitätsinitiative mit klaren Benchmarks zu starten. Vereinbart wurde, den gemeinsamen Dialog hierzu fortzusetzen und mit konkreten Handlungsvorschlägen seitens der Jugendorganisationen zu untermauern. Zwei Initiativen der Abgeordneten werden sein, den Kontakt zum BDI zu suchen, um sich bei den Arbeitgebern für eine bessere Anerkennung non-formaler Bildung einzusetzen und die Anregungen des Forums mit in die europäische Bildungsdebatte zu nehmen. Denn nach einem Ratsbeschluss der EU sind die Mitgliedsländer gehalten, bis 2018 Regelungen zur Validierung des nichtformalen und informellen Lernens einzuführen.

Diskussion in vier Foren

In drei weiteren Foren ging es außerdem darum, wie internationale Austauscherfahrung auf die Persönlichkeitsbildung junger Menschen wirkt, wie bislang unterrepräsentierte Zielgruppen für internationalen Austausch gewonnen werden können und dass der Wert beruflicher Austauschprogramme und Auslandspraktika nicht auf die Arbeitsmarkttauglichkeit Jugendlicher reduziert werden darf.

Quelle: IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e. V., Stephanie Bindzus

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