Kinder- und Jugendarbeit / Kinder- und Jugendpolitik

Nominierte für die Goldene Göre des Deutschen Kinderhilfswerkes stehen fest

Ein Smiley ist mit Kreide gemalt worden.

Sechs Kinder- und Jugendprojekte aus Berlin, Bremen, Dresden, Flensburg, Freiburg und Lübeck sind für die Goldene Göre des Deutschen Kinderhilfswerkes nominiert. Die Goldene Göre ist mit insgesamt 10.000 Euro der höchstdotierte Preis für Kinder- und Jugendbeteiligung in Deutschland.

Mit der Goldenen Göre werden Projekte ausgezeichnet, die Kinder und Jugendliche beispielhaft an der Gestaltung ihrer Lebenswelt beteiligen. Der Preis wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und am 15. Juni 2013 im Europa-Park in Rust verliehen.

Bei dem Projekt „Bollwerk gegen Nazis“ des Jugendverbandes „Die Falken“ in Berlin-Neukölln haben Kinder und Jugendliche nach zwei Brandanschlägen auf das Kinder- und Jugendzentrum Anton-Schmaus-Haus durch öffentlich wirksame Veranstaltungen Geld in Höhe von 150.000 Euro für einen Sicherheitszaun gesammelt. Mit diesem Zaun werden Auflagen der Versicherung erfüllt, ansonsten wäre eine weitere Nutzung des Hauses nicht möglich. So konnte erreicht werden, dass trotz der alltäglichen Bedrohung durch Rechtsextremisten die Kinder- und Jugendarbeit fortgesetzt wird.

Das Kinder- und Jugendprojekt „Junge Eichen – Wir bewegen was!“ in der Bremer Sozialeinrichtung Alten Eichen setzt sich ein für mehr Partizipation von Kindern und Jugendlichen in verschiedenen stationären und teilstationären Wohngruppen innerhalb der Einrichtung. Im Januar 2013 wurde schließlich der „Heimrat: Junge Eichen“ ins Leben gerufen. Er schließt an die bisherige Arbeit des Einrichtungsträgers an, der die Partizipation in dieser Einrichtungsform der Kinder- und Jugendhilfe unterstützt, diee bislang in dieser Hinsicht wenig von sich Reden machte.

An dem Projekt „Spiele für LRS-Kinder“ der Treberhilfe Dresden e.V. nehmen Kinder mit einer Lese-Rechtschreibschwäche im Alter zwischen acht bis 13 Jahren teil. Hier entstand gemeinsam mit den betroffenen Kindern die Idee, auf dem Abenteuerspielplatz Panama in Dresden-Neustadt eine Spielgruppe für Kinder mit Lese-Rechtschreibschwäche zu gründen. Durch die Arbeit mit Pferden und Materialien für die Zirkusarbeit erfahren die Kinder hier, dass sie etwas können, gewinnen an Selbstsicherheit und trauen sich dann auch an Aufgaben, die ihnen bisher schwer fallen.

Ziel des Projektes „Jugendpark Schlachthof ein Ort für die Familie“ der Sportpiraten Flensburg ist es, den bereits vorhanden BMX- und Skatepark Schlachthof weiter auszubauen. Der Schlachthof soll zu einem Jugendpark für die ganze Familie, die bisherige Fläche von 3.500 qm auf 10.000 qm vergrößert werden. Kernstück ist die Peergroup Education, das Lernen von Gleichaltrigen. Auf diese Weise werden neben BMX, Skateboarding, Klettern, Bouldern, Streetsoccer, Streetbasketball und Beachvolleyball zukünftig auch Erste Hilfe oder Reinigungsdienste angeboten.

An dem Projekt „weit vom Auge – weit vom Herz – on stage“ des Fördervereins Freiburger SchulprojektWerkstatt beteiligen sich Freiburger Jugendliche aus vielen verschiedenen Ländern. Im ersten Teil des Projektes wurden von einer Gruppe Hauptschüler Gedichte geschrieben, die Themen wie Heimat, Krieg, Flucht, Familie, Glauben und Hoffnung behandelten. Diese Gedichte werden nun tänzerisch zusammen mit einer Hip Hop Company auf die Bühne des Großen Hauses am Theater Freiburg gebracht. Die Jugendlichen der Tanzgruppe haben durchweg gymnasiale Bildung, so dass im Zusammenspiel sehr unterschiedliche Jugendliche aufeinander treffen. Durch die enge Zusammenarbeit der beiden Gruppen entstehen Freundschaften quer durch unterschiedliche Kulturen und Bildungsschichten.

Das Projekt „Lübecker Jugendbuchtage“ der Bücherpiraten e.V. wird von Schülerinnen und Schülern aus Lübeck und Umgebung im Alter zwischen 13 und 18 Jahren organisiert. Ziel der Jugendbuchtage ist es, zum Lesen zu motivieren, Themen, die die Jugendlichen bewegen, anzusprechen und lesebegeisterte Jugendliche unter einem Dach zu versammeln. Ein Jahr lang treffen sich die Jugendlichen, um die einwöchige Veranstaltung auf die Beine zu stellen, bei der Autoren, Hörbuchsprecher und Schauspieler aus Büchern zu einem vom Verein gewählten Thema vorlesen. Dadurch entsteht eine Lesereise von Jugendlichen für Jugendliche.

„Es war eine schwierige Entscheidung für die Jury, aus den fast 100 Projekten sechs Plätze für die Endrunde zu nominieren. Beeindruckend ist, mit welchem Engagement sich die Kinder und Jugendlichen für ihre eigenen Rechte, aber auch für die anderer Menschen einsetzen. Mit der Ehrung möchte das Deutsche Kinderhilfswerk das Können von Kindern und Jugendlichen aufzeigen, sie für ihre Leistung auszeichnen und ihnen die Öffentlichkeit geben, die sie für ihr Engagement verdienen“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Die Gewinner des 1. Platzes erhalten ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro, der 2. Platz ist mit 3.000 Euro, der 3. Platz mit 1.000 Euro dotiert. Zusätzlich gibt es einen Leserpreis in Höhe von 1.000 Euro, der gemeinsam mit dem Medienhaus Family Media ausgelobt und vergeben wird. Die Preisträger werden durch den Kinder- und Jugendbeirat des Deutschen Kinderhilfswerkes als Kinderjury ermittelt.

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