Kinder- und Jugendarbeit / Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit als globale kulturelle Herausforderung

Zwei Hände halten einen Baum und zwei weitere Hände umschließen einen Globus auf dem ein Schmetterling landet
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Der Klimastreik am 20. September hat gezeigt: Junge Menschen engagieren sich für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen. Darauf muss Politik reagieren. Wie Kulturelle Bildung und internationale Jugendarbeit das Engagement der jungen Generation aufgreifen und unterstützen können, wird Thema einer internationalen Konferenz in Köln sein.

Seit über einem Jahr demonstrieren jeden Freitag weltweit junge Menschen für konsequentes Handeln gegen die Klimakatastrophe. Am 20. September 2019 erreichte die „Fridays-for-Future“-Bewegung mit generationsübergreifenden Demonstrationen überall auf der Welt einen Höhepunkt. Nachhaltigkeitsthemen, allen voran die Klimakrise, das Artensterben und der Erhalt unserer Lebensgrundlagen, sind für junge Menschen von höchster Relevanz. 73 Prozent der 14- bis 24-Jährigen in Deutschland sind laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage im Rahmen der Studie „(Post-)Digitale Lebenswelten“ der Meinung, dass es dringend notwendig ist, besser mit Ressourcen und der Umwelt umzugehen.

Susanne Keuchel, Vorsitzende der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ), äußert sich wie folgt dazu: „Der Politik ist es bisher nicht gelungen, wirksame Maßnahmen zur Begrenzung des CO2-Ausstoß‘ zu ergreifen. Immer mehr Menschen wollen das nicht länger hinnehmen und fordern radikale Veränderungen – jetzt. Der Motor der Bewegung ist die Jugend. Wir brauchen eine Politik, die junge Menschen an allen Entscheidungen beteiligt, die sie betreffen – und dazu gehört auch eine Klimaschutzpolitik, die diesen Namen verdient!“

Klimakrise ist eine globale Herausforderung

Auch Akteure aus Bildung, Kultur und Jugendarbeit sind gefordert, das Interesse und Engagement der jungen Generation aufzugreifen. Gerade die Praxis der Kulturellen Bildung mit ihren vielfältigen künstlerischen Herangehensweisen kann es jungen Menschen ermöglichen, nachhaltige Entwicklung als kulturelle und globale Herausforderung zu begreifen, und sie darin stärken, sich aktiv einzumischen. Insbesondere bei kulturellen Jugendbegegnungen mit Partnern aus Ländern des Globalen Südens – sogenannten weltwärts Begegnungen – werden wichtige Perspektivwechsel möglich.

Internationale Konferenz: Perspektiven global erweitern

Um das Zusammenwirken von internationaler Jugendarbeit, entwicklungspolitischer und Kultureller Bildung am Beispiel von weltwärts Begegnungen geht es bei der Konferenz „Perspektiven global erweitern“ am 30. und 31. Oktober 2019, zu der die BKJ und IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland einladen.

Über das Projekt „(Post-)Digitale Kulturelle Jugendwelten“

Das dreijährige Forschungsprojekt „(Post-)Digitale Kulturelle Jugendwelten“ ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Verbundprojekt des Instituts für Bildung und Kultur und der FAU-Universität Erlangen-Nürnberg in Kooperation mit der Akademie der Kulturellen Bildung. Es untersucht, wie sich der digitale Medienwandel auf die aktuelle künstlerisch-kreative Praxis junger Menschen ausgewirkt hat. Die Projektleitung haben Prof. Dr. Susanne Keuchel und Prof. Dr. Benjamin Jörissen inne. Die Hauptergebnisse zu künstlerischen und kulturellen Aktivitäten Jugendlicher im analog-digitalen Raum werden im Oktober vorgestellt.

Quelle: Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ) vom 23.09.2019