Kinder- und Jugendarbeit

Nachfrage nach Förderung von Begegnungsprojekten mit Zeitzeugen weiterhin hoch

65 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs kommen weiterhin Zeitzeugen nach Deutschland, um über das Erlebte zu berichten. Die heute hochbetagten Menschen erlebten Verfolgung und Unrecht überwiegend als Kinder und Jugendliche. Auch wenn die Zeitzeugen heute hochbetagt sind, ist die Nachfrage nach einer Förderung von Begegnungsprojekten ungebrochen. Begegnungen mit Zeitzeugen sind die eindrucksvollste Weise für die jüngeren Generationen, über die NS-Verbrechen und die schweren Lebenswege der Opfer zu lernen.

Die Stiftung EVZ fördert auch in diesem Jahr mit 260.000 Euro solche Begegnungen, insbesondere mit Überlebenden aus den Ländern Ost- und Mitteleuropas und aus Israel. In der ersten Jahreshälfte konnten für insgesamt 57 Begegnungen mit NS-Opfern Reise- und Projektkosten zur Verfügung gestellt werden.

„Diese Begegnungen, die Anteilnahme und Anerkennung der Verfolgung sind vor allem Gesten der Versöhnung, die wir den NS-Opfern, den Überlebenden, möglich machen, solange sie die oft beschwerlichen Reisen auf sich nehmen können“, so der Vorstand der Stiftung EVZ, Günter Saathoff. In Vorbereitung der Begegnungen wird pädagogische Begleitung erwartet, die die jungen Menschen motiviert, sich mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen und von den Berichten der Opfer zu lernen.

Seit 2002 fördert die Stiftung EVZ Begegnungen mit Zeitzeugen, vor allem an Schulen, Gedenkstätten, Gemeinden und anderen Bildungseinrichtungen. Seit Bestehen der Stiftung EVZ wurden dafür insgesamt 4,1 Millionen Euro für insgesamt 646 Projekte zur Verfügung gestellt. Mit dieser Unterstützung konnten vor allem Reise- und Unterbringungskosten von etwa 5.000 Zeitzeugen unterstützt werden. Unterstützt werden auch die Kosten der Projektarbeit selbst, etwa die künstlerische oder mediale Verarbeitung der Berichte. Ermöglicht wurden so Begegnungen mit jüdischen Überlebenden, mit ehemaligen Zwangsarbeitern, mit ehemaligen Kriegsgefangen, Ghetto-Überlebenden und Widerstandskämpfern gegen das NS-Regime.

Herausgeber: Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft"