„Miteinander im Quartier“

Modellvorhaben erprobt aufsuchende politische Bildungsarbeit

Eine lange unbelebte Straße in einem Wohnquartier, im Vordergrund eine Ampel
Bild: © Adrian v. Allenstein - fotolia.com

Das Bundesinnenministerium und die Bundeszentrale für politische Bildung starten mit dem Modellvorhaben „Gleiche politische Teilhabe – Erprobung von Ansätzen einer aufsuchenden politischen Bildung“ einen Versuch, politische Teilhabe und Integration im Stadtteil zu fördern.

In Stadtteilen und Quartieren mit erhöhten sozialen Anforderungen gibt es einen besonderen Handlungsbedarf im Hinblick auf politische Teilhabe und Integration. Denn das Interesse an Politik und an politischen Bildungsangeboten ist dort oftmals geringer. Daher starten das Bundesinnenministerium und die Bundeszentrale für politische Bildung gemeinsam das Modellvorhaben „Gleiche politische Teilhabe – Erprobung von Ansätzen einer aufsuchenden politischen Bildung“. Das Fördervolumen beträgt rund eine Millionen Euro.

Gerade politikferne Menschen sollen erreicht werden

Staatsekretärin im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat Anne Katrin Bohle: Wir wollen die Menschen dort abholen, wo sie leben, und ihnen politische Bildung und Austauschmöglichkeiten anbieten, die an ihre Alltagssituation anknüpfen. Damit wollen wir Lernprozesse in Gang setzen und Dialoge – auch interkulturell und gruppenübergreifend – anstoßen. Auf diese Weise werden Respekt und Anerkennung untereinander gefördert – eine wichtige Voraussetzung für eine aktive gesellschaftliche und politische Teilhabe.

Das neue Modellvorhaben möchte einen Impuls für die noch stärkere Öffnung der politischen Bildungsarbeit hin zum Stadtteil als Sozialraum geben und geeignete Formate mit bundesweiter Übertragbarkeit entwickeln. Das Projekt wendet sich vor Ort an Menschen, die sich selber als „politikfern“ empfinden und Angebote einer klassischen politischen Bildung nicht wahrnehmen. 

Modellstandort soll bundesweite Handlungsempfehlungen liefern

Das Projekt wird von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung in vier Berliner Bezirken in Gebieten des Städtebauförderprogramms Sozialer Zusammenhalt“ umgesetzt. Die Ergebnisse werden als Handlungsempfehlungen bundesweit zur Verfügung gestellt. Die Fördergebiete Falkenhagener Feld Ost und West im Berliner Bezirk Spandau stehen als Modellstandort bereits fest. Die Landeszentrale wird mit Projektpartnerinnen und -partnern zusammenarbeiten, die im Bezirk bereits vernetzt sind. Das sind etwa Träger von Stadtteilzentren. 

Hintergrund

Das BMI und die Bundeszentrale für politische Bildung fördern das Modellvorhaben bis 2024 mit rund einer Million Euro. Das Modellvorhaben wird seitens BMI aus der ressortübergreifenden Strategie „Soziale Stadt – Nachbarschaft stärken, Miteinander im Quartier“ finanziert.

Weitere Informationen sind auf der Webseite der BMI-Strategie zu finden: www.miteinander-im-quartier.de

Quelle: Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat vom 14.01.2021

Info-Pool