Kinder- und Jugendarbeit

“Mehr Raum für Jugendbeteiligung!” Politiker unterschreiben Forderungspapier jugendlicher Meinungsforscher

Hände

Mehr als 3.700 Jugendliche wurden seit September 2012 im Rahmen des Jugendforschungs- und Beteiligungsprojekts “Junge Deutsche 2012/13” befragt. Vierzig davon trafen sich am Wochenende in Berlin, um im Rahmen eines Symposiums die Ergebnisse der Studie zu diskutieren.

Daraus wurden zehn Forderungen abgeleitet und am Montag, den 18. März, im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung an politische Entscheidungsträger_innen übergeben. Die Übergabe wurde von Radio1 Moderatorin Anja Caspary moderiert. Gäste waren Sina Doughan, Bundessprecherin der Grünen Jugend, Niema Movassat von der Partei DIE LINKE, und Ullrich Schneider von Bündnis90/ Die Grünen. Abgeordnete aus FDP, SPD und CDU waren angefragt, sagten jedoch kurzfristig ab.

Nach der Übergabe der Forderungen folgte eine Podiumsdiskussion, die sich sehr um die Rahmenbedingungen für eine echte Einflussnahme junger Menschen auf politische Prozesse drehte. Sina Doughan, Nieama Movassat und Ulrich Schneider unterschrieben gemeinsam mit den Jugendlichen das Forderungspapier. Es brauche Zeit, um neue Dinge nachhaltig in das politische Alltagsgeschäft einzubringen, sagte Niema Movassat und betonte die Wichtigkeit jungen Engagements. Aus der sehr lebhaften Diskussion entwickelten sich neue Ideen, wie beispielsweise ein bundesweiter Streik junger Engagierter.

Die Ergebnisse der Studie “Junge Deutsche 2013” zeigen konkreten Handlungsbedarf, um die Lebenssituation und das Erwachsenwerden junger Menschen in Deutschland zu verbessern. Probleme werden zum Beispiel darin gesehen, dass 77% der Befragten die Interessen junger Menschen politisch sich nicht ausreichend vertreten sehen. Daraus ergibt sich eine Forderung nach Jugendvertreter_innen, welche gesetzlich verpflichtend in allen politischen Gremien, vom Gemeinde- und Stadtrat bis zum Bundestag, in die Beratungsprozesse eingebunden werden sollen. Außerdem wird eine Art Jugend - TÜV für Gesetzesvorhaben gefordert. Dies erscheint notwendig angesichts der Ergebnisse der Studie, welche eine hohe Unzufriedenheit Jugendlicher bezüglich Möglichkeiten zu politischer Einflussnahme aufzeigt. Auf regionaler Ebene glauben 59% kaum oder keinen Einfluss auf politische Entscheidungen zu haben, auf lokaler Ebene sind es drei Viertel der Befragten und auf nationaler Ebene 84%.
Die Teilnehmer stimmten überein, dass das Projekt weitergehen muss, weil es Möglichkeit der lokalen und jugend-fokussierten Beteiligung bietet, die Akteure national vernetzt und den Interessen junger Menschen eine Stimme verleiht.

Für die Fortsetzung des Projekts haben die Organisatoren einen Crowdfunding-Aufruf gestartet: www.jungedeutsche.de/crowdfunding

“Junge Deutsche 2012/13” ist ein Kooperationsprojekt von DATAJOCKEY: Social Research & Dialogue und der Servicestelle Jugendbeteiligung e.V, das mit Unterstützung durch das EU-Programm „JUGEND in Aktion“ und das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen  gefördert wird.

Informationen zum Symposium

Die letzte Studie lesen

Quelle: Servicestelle Jugendbeteiligung e.V.  vom 18.03.2013

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