Diakonie

Mehr demokratische Bildungsangebote für junge Menschen gefordert

Eine Hand ist erhoben vor dem Hintergrund einer Gruppe mit erhobenen Händen zu sehen.
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Im Lichte des Kinder- und Jugendberichts „Förderung demokratischer Bildung im Kindes- und Jugendalter“ der Bundesregierung fordert die Diakonie mehr Bildungsangebote, um demokratiefeindlichen Tendenzen in der Gesellschaft zu begegnen.

Dazu erklärt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland: „Demokratische Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche sind angesichts spürbarer, demokratiefeindlicher Tendenzen und Aktivitäten in unserer Gesellschaft dringend notwendig und zu intensivieren. Demokratische Bildungsangebote sind ein zentraler Baustein zur politischen Teilhabe junger Menschen und zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Angebote demokratischer Bildung müssen zukünftig noch stärker auf benachteiligte junge Menschen ausgerichtet sein. Nur so kann es gelingen, die Teilhabemöglichkeiten aller Kinder und Jugendlichen zu stärken und damit auch das Vertrauen in die demokratischen Strukturen unserer Gesellschaft erfahrbar werden lassen. Damit dies gelingen kann, bedarf es einer institutionellen Absicherung der Angebote und entsprechend qualifizierter Fachkräfte. Andernfalls, und auch das zeigt die Studie eindrucksvoll, droht bei großen Teilen der nachwachsenden Generationen die Akzeptanz für das demokratische System verloren zu gehen.“

Die aktuelle Corona-Situation macht auch neue Herausforderungen im Bereich der politischen Bildung bei Kindern und Jugendlichen sichtbar. Wie kann es gelingen, nachhaltige politische Bildung mit digitalen Formaten zu transportieren und dabei die Beteiligung junger Menschen im Blick zu behalten?

Loheide betont: „Jeder junge Mensch in unserem Land muss die gleiche Chance auf gesellschaftliche Teilhabe, die Erfahrung von Selbstwirksamkeit haben – unabhängig von seiner Herkunft und der wirtschaftlichen und sozialen Familiensituation. Sich als wirksam zu erfahren, stärkt das Bewusstsein für eine lebendige Demokratie. Daher stärkt und unterstützt die Diakonie Deutschland die Ergebnisse des 16. Kinder- und Jungendberichts und fordert einen institutionalisierten Ausbau der demokratischen Bildung als elementaren Bestandteil in allen Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe, von der Kindertageseinrichtung bis zur Jugendsozialarbeit. Nur so ist das Recht auf politische Bildung für alle Kinder und Jugendlichen zu sichern. Ein Demokratiefördergesetz, wie es aktuell politisch diskutiert wird, kann hierzu ein wichtiger Baustein sein."

Hintergrund

Der 16. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung zum Thema „Förderung demokratischer Bildung im Kindes- und Jugendalter“ wurde am 11.11.2020 vorgelegt und ist auf der Webseite des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zum Download verfügbar.

Weiterführende Informationen sind auch der Berichterstattung auf dem Fachkräfteportal zu entnehmen.

Quelle: Diakonie Deutschland vom 12.11.2020

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