Kinder- und Jugendarbeit

Landjugend Sachsen kündigt Ende des Geschäftsbetriebs an

Paukenschlag: Die Sächsische Landjugend kapituliert vor den massiven Haushaltskürzungen, denen sich die Jugendhilfelandschaft im Freistaat ausgesetzt sieht. Zum 31.12.2011 will sie ihre Arbeit einstellen.

Wie die Landjugend Sachsen feststellt, würden zwar zu öffentlichen Anlässen die Leistungen der jeweiligen Träger stets gewürdigt, andererseits werde den Jugendvereinen und -verbänden zunehmend die Luft  abgedreht. Dabei würden die Zuständigen in Politik und Verwaltung verkennen, dass sie damit Gefahr liefen, ihrem gesetzlichen Auftrag nicht mehr nachzukommen zu können. Schließlich seien es Träger wie die Landjugend, die mit immer weniger Förderung, Aufgaben des Staates in immer höherer Qualität und immer komplexerem Umfang wahrgenommen hätten. Diesen seien jedoch zuletzt landesweit die Eigenanteile verdoppelt, Zuschüsse zum Teil um 30% und insgesamt 17% der Stellen im überörtlichen Bereich gestrichen worden. Bedingungen, die Vereine und Verbände in wirtschaftliche Schieflage geraten und zunehmend von ihrem eigenen Auftrag abkehren ließen, um die fehlenden Mittel ausgleichen zu können.

„Investition in die Zukunft“, so André Schnabel, Vorsitzender des KJRS, „Verantwortung für die künftigen Generationen sieht anders aus. Kahlschlagpolitik auf dem Buckel der jetzt lebenden Kinder und Jugendlichen, die ebenfalls Bedürfnisse und ein gesetzlich verbrieftes Recht auf Entwicklung ihrer Persönlichkeit haben, ist alles andere als zukunftsfähig. Gerade eine solche Politik reicht eben nicht!“

BDL: Unterstützen. Nicht aufgeben.

„Wir haben es hier nicht mit einer Beerdigung, sondern mit einer Kampfansage zu tun“, so Katrin Biebighäuser, Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL). Das Signal sei deutlich, so der sechsköpfige BDL-Vorstand: „Die Landjugendarbeit in Sachsen ist bedroht.“
Trotz der dramatischen Förder- und Finanzsituation sowie der mangelnden Wertschätzung für die Jugend(verbands)arbeit in Sachsen dürfe man sich nicht zum Aufgeben zwingen lassen, heißt es im Bundesvorstand des BDL. „Im Interesse der jungen Menschen im ländlichen Sachsen ist es wichtiger denn je, die Strukturen für die Unterstützung ehrenamtlicher Jugendverbandsarbeit, für die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen vor Ort zu erhalten“, fasst Katrin Biebighäuser zusammen.

Der BDL-Bundesvorstand ermutigt die Sächsische Landjugend, ihre Ankündigung in ein Ultimatum umzuwandeln und die Veränderung von Förderbedingungen sowie Solidarität einzufordern. Zudem werde in den nächsten Tagen kurzfristig über Unterstützungsmöglichkeiten innerhalb des größten Jugendverbandes im ländlichen Raum beraten – mit den BDL-Landesverbänden.

Quellen: Landjugend Sachsen / Bund der Deutschen Landjugend