Kinder- und Jugendarbeit / Kinder- und Jugendpolitik

Landjugend fordert bessere Radwege und Moped-Fahrerlaubnis ab 15 Jahre

Eine unbelebte Straße in der Nähe eines ländlichen Wohngebietes
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Der Bund der Deutschen Landjugend (BDL) e.V. setzt darauf, dass das Fahren eines Mopeds ab 15 Jahren ab April 2020 gelebte Praxis wird. Zugleich wird der Ausbau des Radwegenetzes gefordert, um mehr Eigenständigkeit in ländlichen Regionen zu gewährleisten.

„Eigenständig von A nach B kommen - das ist ein wichtiger Bestandteil unserer Selbstbestimmung“, so Sebastian Schaller. Doch das sei, so der Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) e.V., für viele junge Menschen in ländlichen Regionen ein alltägliches Problem: „Wenn kein Bus zur Ausbildungsstelle fährt, kann die Ausbildung im schlimmsten Fall nicht angetreten werden“, legt er den Finger in die Wunde.

Mehr Mobilität fürs Land

Der Bundesrat befasst sich derzeit in seinen Ausschüssen mit einem entsprechenden Gesetzesentwurf, um ein bisheriges Modell in die reguläre Praxis zu überführen: Mit der Schaffung einer Ermächtigungsgrundlage für die Länder und entsprechender Regelung in der Fahrerlaubnis-Verordnung könnte es gelingen, das Mindestalter für die Fahrerlaubnisklasse AM auf 15 Jahre herabzusetzen.

„Bislang läuft ein Testversuch zum Fahren eines Mopeds ab 15 Jahren. Wir setzen darauf, dass dieses Modell ab April 2020 gelebte Praxis wird“, sagt der BDL-Bundesvorsitzende. Zugleich weist er auf einen anderen Verkehrszweig hin, der für mehr Eigenständigkeit in ländlichen Regionen sorgen würde: die Radverkehrswege.

Landjugend fordert den Ausbau des Radwegenetzes

„Die Diskussion rund ums Rad kennen wir alle aus den Großstädten, doch auch im ländlichen Raum brauchen wir mehr Radwege“, fordert er stellvertretend für die rund 100.000 ehrenamtlich Aktiven im BDL. Das hätte nicht nur für die eigenen Ehrenamtlichen positiven Nutzen sondern auch für den Tourismus: „Viele unserer idyllischen Landstraßen sind aus Sicht eines Fahrradfahrers gefährlich“, weiß der junge Mann aus eigenem Erleben.

Und für die Nutzer der E-Scooter natürlich auch. „Die Tretroller mit Elektromotor sind jetzt auch in Deutschland erlaubt. So ein Elektrokleinstfahrzeug - Höchstgeschwindigkeit 20 km/h - dürfen schon 14-Jährige fahren. Ohne Mofa-Führerschein. Das klingt gut, aber die Straßen werden davon nicht sichererer. Denn dort rollen Rad und E-Scooter, wenn es wie in vielen ländlichen Gegenden keine Radwege gibt“, stellt der BDL-Bundesvorsitzende fest.

Seine Erfahrungen bestätigt auch das Fahrradportal des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Demnach hemmen fehlende überörtliche und entsprechend sichere Radverkehrsbedingungen den Radverkehr in ländlichen Regionen. Gleiches gilt für die hohe Kfz-Belastung in den Dörfern, die dem Durchgangsverkehr geschuldet ist. Für Sebastian Schaller zeigt die  Analyse sehr deutlich, dass direkte und sichere Verbindungen zu wichtigen Orten in der Umgebung und zwischen diesen die Grundlage für einen funktionierenden Alltagsradverkehr auf dem Land bilden.“

Keine Eigenständigkeit für unter 18-Jährige

Er fordert, den politischen Fokus mehr als bisher auf die Alltagsradler zu legen. „Die touristisch attraktiven und erlebnisreichen Strecken soll es auch geben - als Ergänzung“, sagt der BDL-Bundesvorsitzende. Wenn es dann noch gelänge, den motorisierten, elektrisierten oder eigenbetriebenen Individualverkehr mit dem öffentlichen Nahverkehr gut zu vernetzen, könne er sich gut vorstellen, das Auto öfter mal stehen zu lassen. „Doch bisher ist das Auto leider zu oft die einzige Möglichkeit, um zum Zielort zu kommen. Gerade für unter 18-Jährige hört dann die Eigenständigkeit auf. Und zwar nicht nur wegen des fehlenden Führerscheins, sondern auch weil das eigene Auto wenig nachhaltig und für junge Menschen eine hohe Investition ist“, mahnt Sebastian Schaller.

Quelle: Bund der Deutschen Landjugend (BDL) vom 19.06.2019

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