Kinder- und Jugendarbeit

KLJB-Bundesversammlung fasst umfassende Beschlüsse und wählt neuen Bundesvorsitzenden

Die Teilnehmenden der KLJB-Bundesversammlung mit Weihbischof Hegge aus Münster.
Bild: KLJB Die Teilnehmenden der KLJB-Bundesversammlung mit Weihbischof Hegge aus Münster (vorne rechts).

Die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) hat ihre Bundesversammlung, die vom 25.02. bis zum 01.03.2015 stattfand, am Sonntag beendet. Dabei wurden weitreichende Anträge verabschiedet und Tobias Müller als neuer Bundesvorsitzender gewählt.

Im Rahmen der Bundesversammlung in Herzogenrath wurden weitreichende Anträge verabschiedet, der Verbandsentwicklungsprozess KLJB 3.0 abgeschlossen und ein KLJB-Innovationsteam gegründet. Bei einem Studienteil zum Fairen Handel waren interessante Gäste vor Ort. Am Samstag hatten die Delegierten die Wahl – und verhalfen einem neuen Bundesvorsitzenden ins Amt: Tobias Müller aus dem Diözesanverband Münster wurde mit großer Mehrheit gewählt. Bundeseelsorger Daniel Steiger ließ sich nach drei Jahren Amtszeit erneut zur Wahl aufstellen und wurde einstimmig wiedergewählt.

Beschlüsse zur Asyl- und Flüchtlingspolitik, dem Fairen Handel, Diversität und Hofübergaben

In den vergangenen Monaten war es der KLJB ein drängendes Anliegen, sich zu Fragen der Asyl- und Flüchtlingspolitik zu positionieren. Auf der Bundesversammlung konnte nun ein Beschluss verabschiedet werden, in dem sich der Jugendverband zu diesem Thema äußert. Die KLJB fordert darin beispielsweise die Anerkennung von Folgen des Klimawandels als Asylgrund und spricht sich klar für eine Kultur des Willkommens und der Unterstützung von Flüchtlingen und Asylsuchenden aus.

Auch der Faire Handel ist seit Jahrzehnten ein wichtiges Thema in der KLJB. Schon in den 1990er Jahren setzte der Jugendverband mit seiner eigenen öko-fairen Textilmarke Lamu Lamu neue Standards. In einem umfangreichen Beschluss formulierten die Delegierten der Bundesversammlung nun ihre Vision des Fairen Handels in der Welt, um den Welthandel gerechter zu machen.
 
Mit dem Beschluss "Vielfalt leben!" will sich die KLJB noch stärker als bisher für Diversität in ihren eigenen Reihen einsetzen. Neben dem schon seit langem vorhandenen Fokus auf Genderfragen sollen in Zukunft auch weitere Dimensionen einer vielfältigen Gesellschaft wie die regionale Herkunft, die finanziellen Möglichkeiten oder die körperlichen und geistigen Fähigkeiten in den Blick genommen werden. Zukünftig möchte der Jugendverband mit verschiedenen Maßnahmen dafür sorgen, dass Teilhabe auf allen Ebenen erleichtert wird. "Wir möchten, dass sich die Vielfalt unserer Gesellschaft auch in der KLJB widerspiegelt und dort wahrgenommen und geschätzt wird. Nur so bleibt unser Verband zukunftsfähig", erklärt Stephan Barthelme, Bundesvorsitzender der KLJB.

Auch zum Thema gemeinsam gestalteter Hofübergaben verabschiedeten die Delegierten einen Beschluss. Darin setzt sich die KLJB für die Sicherstellung frühzeitiger Hofübergaben an JunglandwirtInnen ein und legt dabei besonderen Wert auf eine umfassende Beratung und Information. Ziel ist es, neue Anreize zu schaffen und bestehende aufzuzeigen, die über die gesetzliche Hofabgabeklausel hinausgehen.

KLJB 3.0 und Innovationsteam

Der Verbandsentwicklungsprozess KLJB 3.0 wurde nach drei Jahren intensiver Arbeit auf der Bundesversammlung offiziell abgeschlossen. Die Teilnehmenden des KLJB 3.0 Zukunftsworkshops präsentierten ihre Ergebnisse, die unter kljb.org/kljb-30 heruntergeladen werden können. Aus der Arbeit am Prozess KLJB 3.0 ist der Wunsch nach Schaffung eines Innovationsteams hervorgegangen, dessen Gründung von den Delegierten der Bundesversammlung für gut befunden wurde.

Studienteil zum Fairen Handel

Der Faire Handel war auch Thema des Studienteils, der am Freitag stattfand. Spannende Gäste aus verschiedenen Bereichen waren angereist, um mit den Delegierten über das Thema mit seinen vielfältigen Chancen und Herausforderungen zu diskutieren: Andreas Lackner vom emissionsfreien Transportunternehmen Fairtransport, Wiebke und Jan Goos von Goos Jewellery, einer Goldschmiede, die mit fair gehandeltem Gold arbeitet, Tina Trinks von Fairphone, dem ersten fairen Smartphonehersteller, und Hans Schmeh vom Hagenweilerhof, einem jahrhundertealten Familienbetrieb, der nach Bioland-Richtlinien wirtschaftet.

Gottesdienst im Dom und Verabschiedung von Karin Silbe

Für ihren Gottesdienst am Freitagabend hatten sich die KLJBlerinnen und KLJBler einen ganz besonderen Ort ausgesucht: Den Kaiserdom in Aachen. Im Anschluss an die Messe hatten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit, bei einer Führung dieses geschichtsträchtige Bauwerk näher kennenzulernen. Ein weiterer Höhepunkt der Versammlung war darüber hinaus die Verabschiedung der Bundesvorsitzenden Karin Silbe, deren Amtszeit nach vier Jahren Vorstandsarbeit nun zu Ende gegangen ist. Die Delegierten würdigten ihr Engagement in einem stimmungsvollen Abend mit Rückblicken auf ihre Zeit als Bundesvorsitzende.

Die Beschlüsse können in Kürze auf der Internetseite der KLJB heruntergeladen werden.

Quelle: Kath. Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) e.V. vom 03.03.2015

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