Kinder- und Jugendarbeit

KJR LSA fordert mehr Prävention und Aufklärung gegen Rechts

„Die Arbeit gegen Rechtsextremismus und wider menschenverachtendes Verhalten nehmen wir in der Kinder- und Jugendarbeit sehr ernst,“ betont Tom Bruchholz (Vorstand Kinder- und Jugendring Land Sachsen-Anhalt e.V.). Nach den jüngsten Geschehnissen wird „rechter Terrorismus“ in der breiten Öffentlichkeit stark diskutiert. Gerade in der aktuellen Situation sei jedoch Besonnenheit gefragt. „Wichtig ist eine umfassende Aufarbeitung und Ursachenforschung der rechtsextrem motivierten Mordfälle,“ so Bruchholz weiter. Der KJR LSA warne zudem vor zu schnell gezogenen Schlüssen.

Im Mittelpunkt der Arbeit gegen Rechtsextremismus müsse die Aufklärung sowie die intensive gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Themen Ausgrenzung, rechte Gewalt und Nationalsozialismus stehen, erläutert Bruchholz die Forderung des KJR LSA. „Der Reflex, auf rechte Gewalt allein mit der Forderung eines NPD–Verbotes zu reagieren, greift zu kurz.“ Studien zeigen immer wieder, dass rechtes Gedankengut in der gesamten Gesellschaft vorhanden ist. Daher ist eine stärkere Unterstützung bei der Prävention und Aufklärung gegen Rechts unabdingbar.
 
„Es muss zudem klar sein, dass dies nicht zum Nulltarif zu haben ist,“ mahnt Bruchholz. In Zeiten knapper Kassen sei es immer wieder auch zu einer Reduzierung der Mittel in diesen Bereichen gekommen. Programme, die ursprünglich zum Ziel hatten, Rechtsextremismus zu bekämpfen, wurden auf die Bekämpfung aller Arten von Extremismus ausgeweitet.
 
Die Auflagen der Programme erschweren zudem vielerorts die Arbeit. Als Beispiel führt Bruchholz die Demokratieerklärung an. Geförderte Vereine müssen unter Zuhilfenahme eines ebenso vagen wie unreflektierten Extremismusbegriffes erklären, dass sie keine extremistischen Strukturen unterstützen. Nur so bekommen sie Fördermittel für ihre aktive Arbeit gegen Rechtsextremismus. „Hiermit macht die Bundesregierung deutlich, dass sie den Einrichtungen, die die Demokratie stützen, massiv misstraut,“ beklagt der KJR-Vorstand. Die Mitglieder des Kinder- und Jugendrings Sachsen-Anhalt haben daher auf ihrer 27. Mitgliederversammlung die zuständigen Bundesministerien aufgefordert, zukünftig auf die so genannte Demokratieerklärung zu verzichten.
 
Die Arbeit gegen Rechtsextremismus ist für die Jugendverbände selbstverständlich. „Unsere Grundsätze Mitbestimmung, Vielfalt und Übernahme von Verantwortung fordern ein aktives Eintreten für Demokratie, Toleranz und gegen menschenverachtendes Verhalten,“ verdeutlicht Bruchholz.
Einige konkrete Beispiel hierfür finden sich im FAKT 3/2008 "Rechtsextremismus in Sachsen-Anhalt: Probleme, Tendenzen und Prävention" des KJR LSA.

Quelle: Kinder- und Jugendring Land Sachsen-Anhalt e.V.

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