Kinder- und Jugendarbeit / Kinderrechte

Kinder ins Zentrum: Das Recht auf Kultur und Spiel durch Qualität verwirklichen

Zwei Schülerinnen mit Rucksäcken spielen draußen
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Kinder stehen bei zwei aktuellen Vorhaben der Bundespolitik im Mittelpunkt: beim „Gute-Kita-Gesetz“ und beim Rechtsanspruch auf ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote im Grundschulalter. Für beide Vorhaben fordert die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ), in die nachhaltige Qualität zu investieren und die Kinder mit ihren Rechten und Bedürfnissen ins Zentrum zu rücken.

Teilhabe und Bildung sind Kinderrechte

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) begrüßt, dass Bundesjugendministerin Dr. Franziska Giffey die Startchancen von Anfang an verbessern will, um eine gerechtere Teilhabe und Bildung zu ermöglichen. Teilhabe und Bildung sind Kinderrechte, die in Kitas und Ganztagsschulen eingelöst werden müssen. Dafür ist es unumgänglich, dass der Bund ergänzend zu Ländern und Kommunen Geld für Kindertageseinrichtungen und Ganztagsangebote zur Verfügung stellt. Damit diese Mittel für die Kinder vor Ort wirksam werden, müssen sie zweckgebunden eingesetzt und dauerhaft gesichert werden.

Mehr Fachkräfte in Kitas, Horten, Schulen und in außerschulischen Einrichtungen

Prof. Dr. Gerd Taube, Vorsitzender der BKJ, sagt: „Wir brauchen zum Beispiel qualifizierte Fachkräfte in ausreichender Zahl, welche die Bedürfnisse von Kindern nach Persönlichkeitsentwicklung und Beteiligung, nach Spiel und Experiment nicht nur kennen, sondern ihnen entsprechende attraktive Entwicklungsräume bieten. Und dies nicht nur in Kitas, Horten und Schulen, sondern auch in den außerschulischen Einrichtungen, denn Bildung ist gemeinsame Aufgabe der öffentlichen und freien Träger. Dazu brauchen wir auch eine Erweiterung der Angebote sowie die Förderung von Kooperationen. Nur auf dieser Grundlage können gute pädagogische Konzepte entwickelt und umgesetzt werden. Die Träger der Kulturellen Bildung beteiligen sich aktiv an der Erweiterung und Verbesserung der Angebote in Kindertageseinrichtungen und im Ganztag. Die Kinder- und Jugendhilfe und die freien Träger dürfen allerdings nicht zum Ausfallbürgen werden, sondern benötigen gleichberechtigte Partnerschaften und eigenständige Fördermodelle!“

Expertise zur Qualität Kultureller Bildung in Kindertagesstätten

Die soeben erschienene, im Auftrag der BKJ verfasste Expertise „Qualität Kultureller Bildung in Kindertagesstätten und in Kooperationen mit Kindertagesstätten“ (PDF, 488 KB) von Prof. Dr. Michael Obermaier und Prof. Dr. Thorsten Köhler der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen belegt die kindheitspädagogische Qualität und Bedeutung Kultureller Bildung, die vor allem durch Kooperationsprojekte besonders wirksam wird.

Prof. Dr. Michael Obermaier, Mitautor der Expertise, unterstreicht: „Nicht nur die Forschung im Bereich der Ganztagsschule, sondern auch unsere Ergebnisse legen nahe: Partizipation, Freiwilligkeit, Kooperativität und individuelle Förderung als Prinzipien der kulturellen Kinder- und Jugendarbeit sind wichtige Qualitätsfaktoren. Für eine nachhaltige Verankerung Kultureller Bildung in den Kindertageseinrichtungen bedarf es neben auskömmlicher Finanzierung auch kommunaler bzw. regionaler Koordination und Vernetzung. Zudem ist der Bereich der Kulturellen Bildung dauerhaft in die Lehrpläne der Aus- und Weiterbildung kindheitspädagogischer Fachkräfte zu implementieren. Dafür bedarf es einer verstärkten Zusammenarbeit von Wissenschaft, Bildungspolitik und kultureller Vermittlungspraxis.“

Von Kinderrechten, Partizipation und multiprofessioneller Vernetzung

Wie attraktiv und wirksam Kulturelle Bildung im Bereich der frühen Bildung sein kann, zeigte Ende September auch ein Fachtag von BKJ und LAG Kinder- und Jugendkultur Hamburg mit mehr als 100 Fachkräften aus der Kitapraxis, von Trägerstrukturen und kommunalen Koordinierungsstellen, aus der Kulturellen Bildung, aus Einrichtungen, Verbänden, Programmen und Stiftungen und aus Hochschulen aus dem gesamten Bundesgebiet. Deutlich wurde: Künstlerische, spielerische und mediale Methoden ermöglichen Kindern die Entwicklung ihrer Persönlichkeit und die Erfahrung von Selbstwirksamkeit.

Weitere Informationen zum Thema sind dem Rückblick des Fachtags „Perspektiven für frühe Teilhabe. Kulturelle Bildungspartnerschaften mit Kindertageseinrichtungen” am 25. September in Hamburg zu entnehmen. Der Fachtag war eine gemeinsame Veranstaltung der Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendkultur (LAG) Hamburg und der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ) im BARMBEK°BASCH in Hamburg.

Über die BKJ

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. (BKJ) ist der Dachverband der kulturellen Kinder- und Jugendbildung in Deutschland. Sie ist ein Zusammenschluss von 56 bundesweit agierenden schulischen und außerschulischen Institutionen, Fachverbänden und Landesdachorganisationen der Kulturellen Bildung. Die Mitgliedsorganisationen repräsentieren die unterschiedlichen Künste, Kultursparten und kulturpädagogischen Handlungsfelder. Ihr Ziel ist die Weiterentwicklung und Förderung der Kulturellen Bildung: gesellschaftlich sensibel, nachhaltig, möglichst für jeden Menschen zugänglich, von Anfang an und ein Leben lang.

Quelle: Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) vom 23.10.2018

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