Kinder- und Jugendarbeit / Ganztagsbildung

Junge Unternehmer: Primus-Preis geht an Hamburger Schülerfirma

eine Angestellte sitzt in einem Büro vor ihrem Computer
Bild: © Michaela Rofeld- Fotolia.com

Im Projekt "VeddelERleben" betreiben Schüler eine eigene Stadtteilhalle. Hier lernen sie unternehmerisches Denken und eigenverantwortlich zu organisieren. Dafür erhält das Projekt im April den Primus-Preis der Stiftung Bildung und Gesellschaft.

Ein eigenes Unternehmen schon in der Schule gründen? Wovon viele nur träumen, ist für 13- bis 15-jährige Schüler in Hamburg längst Realität. Im Projekt "VeddelERleben" sind Schüler der achten und neunten Klasse für eine Stadtteilhalle verantwortlich. Sie übernehmen die Hallenplanung für Sportvereine, machen die Buchhaltung, entwerfen Flyer und organisieren Turniere oder andere Veranstaltungen. Selbst das Thalia Theater hat hier schon geprobt. Dabei lernen die Schüler Eigenverantwortung, Kreativität und Teamarbeit.

Die Schüler erhalten Einblicke in konkrete wirtschaftliche und soziale Zusammenhänge. Sie müssen sich – wie im normalen Wirtschaftsleben auch – als Mitarbeiter der Schülerfirma bewerben. Zu Beginn des Projektjahres erhält jeder Mitstreiter ein Kommunikationstraining und im weiteren Verlauf zusätzliche Fortbildungen, beispielsweise in Buchhaltung und Veranstaltungstechnik.

Für diesen praktischen Ansatz unternehmerisches Denken zu vermitteln, verleiht die Stiftung Bildung und Gesellschaft dem Projekt "VeddelERleben" den Primus-Preis des Monats April. Er ist mit 1.000 Euro dotiert.

Die Schülerfirma „VeddelERleben“ wurde im August 2010 durch den Verein „Get the Kick“ in Kooperation mit der Stadtteilschule Wilhelmsburg gegründet. Momentan sind 42 Schülerinnen und Schüler in der Firma beschäftigt.

Mehr Informationen zum Projekt unter: www.veddelerleben.de

Informationen zum Primus-Preis

Der Primus-Preis wird jeden Monat an ein kleines, vorbildhaftes Projekt vergeben. Die im Juni 2013 vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gegründete Stiftung Bildung und Gesellschaft will so Initiativen fördern, die ein konkretes Problem in der Kita oder in der Schule vor Ort aufgreifen und lösen wollen. Wichtig ist, dass die Projekte auf alle Regionen übertragbar sind und nicht parallel agieren, sondern an das staatliche Bildungssystem andocken. Lokale Akteure – wie Arbeitsagenturen oder Schulämter, aber auch Unternehmen sowie kulturelle Einrichtungen – sollten einbezogen sein. Aus allen ausgezeichneten Projekten wird der Primus des Jahres gewählt.

Quelle: Stiftung Bildung und Gesellschaft vom 15.04.2015