Kinder- und Jugendarbeit / Kinder- und Jugendpolitik

Junge Menschen sprechen für sich selbst – Positives Fazit zur Jugend-Vorsynode in Rom

Peterskirche in Rom mit zwei jungen Menschen, die über den Petersplatz laufen.
Bild: © BDKJ

Im Herbst trifft sich die katholische Kirche zu einer Jugendsynode in Rom. Zur Vorbereitung fand eine Vorsynode statt, deren Ergebnisse jetzt in deutscher Sprache vorliegen. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) zieht ein grundsätzlich positives Fazit. Es geht u.a. um mehr Mitbestimmung von jungen Menschen in der katholischen Kirche und die Rechte von Mädchen und Frauen.

Thomas Andonie, BDKJ-Bundesvorsitzender und einer der circa 300 Delegierten bei der Vorsynode in Rom, bewertet vor allem die Forderung nach mehr Mitbestimmung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Kirche positiv. „Junge Menschen können für sich selbst sprechen – auf allen Ebenen der Kirche. Deshalb fordern wir, dass genauso viele Jugendvertreterinnen und Jugendvertreter wie Bischöfe an der Jugendsynode teilnehmen“, so Andonie.

„In unseren Jugendverbänden machen wir durchweg gute Erfahrungen mit echter Partizipation durch junge Menschen. Auf Ebene der Weltkirche sehen wir da noch großes Potenzial“, so Andonie weiter. Wichtige Forderungen des BDKJ und seiner Jugendverbände seien aber von vielen Menschen geteilt worden und stünden im Abschlussdokument. Es gehe darum, dass junge Menschen für sich slbst sprechen könnten, Frauen in der Kirche und der ganzen Gesellschaft ein Recht auf Gleichberechtigtigung haben und das Vielfalt ein Reichtum sei der Wertschätzung verdiene, betont der BDKJ-Bundesvorsitzende. 

Quelle: BDKJ-Bundesstelle

Lebenswirklichkeiten von jungen Menschen weltweit 

Die Vorsynode habe bestätigt, wie verschieden die Lebenswirklichkeiten von jungen Menschen weltweit seien. „Das erfordert unterschiedliche Antworten von Kirche in unterschiedlichen Lebenswelten. Dass diese Dezentralisierung und die Stärkung der Bischofskonferenzen und Ortskirchen wichtig sind, haben die Diskussionen in Rom deutlich gezeigt“, so der Bundesvorsitzende. Dass Papst Franziskus für eine ‚heilsame Dezentralisierung‘ werbe, sei in den Gesprächen der jungen Menschen durchweg positiv bewertet worden. Der BDKJ werde das Abschlussdokument besonders mit Blick auf die Situation junger Menschen in Deutschland prüfen.

Rolle von Frauen in der Kirche 

Ausdrücklich positioniert haben sich die Delegierten der Vorsynode auch zur Frage der Rolle von Frauen in der Kirche. „Es bestand Einigkeit, dass sich Kirche stärker für die Rechte von Frauen einbringen muss. Das vielfältige Engagement von Mädchen und Frauen ist oft nicht sichtbar genug. Kirchliche Leitungsämter stehen ihnen unzureichend offen“, so Andonie weiter. „Die Diskussion umfasst die sprachliche Sichtbarkeit bis hin zum Zugang zu Weiheämtern. Hier brauchen wir den notwendigen Mut zu Veränderungen und zur Weiterentwicklung in der Kirche.“

Hintergrund 

Der BDKJ wird als Dachverband der katholischen Jugendverbände die weiteren Schritte bis zur Synode im Herbst  begleiten. So werden die Vorsynodenergebnisse auf der Hauptversammlung vom 3. bis zum 6. Mai in Altenberg diskutiert. Dabei geht es auch um Zukunftsfragen pastoraler Berufe und der Sichtbarkeit junger Menschen in der Kirche. Der BDKJ berichtet auf www.jugend-synode.de über die Bischofssynode. Dort ist auch das Abschlussdokument hinterlegt.  Zum ersten Mal hatte der Vatikan junge Menschen direkt mit in die Vorbereitung einer Synode eingebunden.

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft. 

Weitere Informationen: www.bdkj.de 

Quelle: Bund der deutschen katholischen Jugend vom 26.03. und 17.04.2018 

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