Kinder- und Jugendarbeit / Junge Flüchtlinge

Junge Geflüchtete reflektieren das Integrationspotenzial des Fußballs

Fünf Teilnehmende des Gesprächs zur Bilanzierung des Programms Willkommen im Fußball
Bild: © dkjs - Dorothea Tuch

Die DFL Stiftung und Vertreter der Integrationsbeauftragten blickten am 15. November gemeinsam mit jungen Geflüchteten aus dem Programm „Willkommen im Fußball“ auf die dreijährige Programmerfahrung zurück. Auch abseits des Trainingsplatzes werden die Profi-Clubs und Amateurvereine weiterhin eine langfristige Verantwortung bei der Integration von Menschen mit Fluchthintergrund übernehmen. Insbesondere die Zugangsmöglichkeiten zum Sport für Mädchen und Frauen mit Fluchterfahrung müssen zukünftig gestärkt werden, um die Teilnahme an Trainingsangeboten und das Engagement als Trainerin zu fördern.

Das Gespräch fand im Rahmen des Fachtages „Transfermarkt der Ideen: Potenziale des Sports für Menschen mit Fluchtgeschichte“ statt.

„Willkommen im Fußball“

In dem 2015 initiierten Programm „Willkommen im Fußball“ engagieren sich inzwischen deutschlandweit 23 Bündnisse. Neben den Profi- und Amateurvereinen zählen Stiftungen, Jugendhilfeträger oder kommunale Akteure zum Netzwerk. Jede Woche werden bundesweit knapp 60 Trainingseinheiten umgesetzt und rund 870 junge Menschen mit und ohne Fluchthintergrund eingebunden. Zusätzlich zu den Fußballtrainings organisieren die Bündnisse u.a. wöchentliche Sprachkurse, Betriebsbesichtigungen oder Beratungsangebote. Innerhalb der Bündnisangebote übernehmen mehr als 100 junge Geflüchtete selbst Verantwortung – z.B. als Übungsleiterinnen und -leiter, Co-Trainerinnen und Co-Trainer oder Sprachmittlerinnen und -mittler.

Seit 2018 unterstützt „Willkommen im Fußball“ mit zusätzlichen Mitteln jeweils zwei bis drei Bündnisse und deren Vorhaben in den Bereichen:

  • „Sportangebote für geflüchtete Mädchen und Frauen“
  • „Verknüpfung von Sportangeboten mit Berufsorientierung“
  • „Qualifizierung von Geflüchteten für das Ehrenamt im Sportverein“.

Sport, Sprache, ehrenamtliches Engagement und Arbeit

„Drischt man eine Phrase, kommen 5€ in das Phrasenschwein. Die Anstrengungen, junge Geflüchtete in unserer Gesellschaft ankommen zu lassen und gemeinsam einen Alltag zu gestalten, sind keine Phrase, sondern eine große Aufgabe. Wie erfolgreich und freudvoll das gelingen kann, sieht man im Programm ‚Willkommen im Fußball‘, das Sport, Sprache, ehrenamtliches Sportengagement und Arbeit auf das Beste verbindet.“, berichtet Dr. Heike Kahl, Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung.

Integrationspotenzial des Fußballs

Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, erklärt: „Die DFL Stiftung, die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung und ich als Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration wollen mit dem Programm ‚Willkommen im Fußball‘ auch jenseits des grünen Rasens bei den nächsten Schritten, beim Ankommen und Weiterkommen in unserer Gesellschaft unterstützen. Denn entscheidend ist nicht nur auf’m Platz, sondern auch darüber hinaus. So können wir das vielbeschworene Integrationspotenzial des Fußballs mit ganzer Kraft zur Entfaltung bringen.“

Stefan Kiefer, Vorstandsvorsitzender der DFL Stiftung, sagt: „Das Engagement für ein faires Miteinander in unserer Gesellschaft ist der DFL Stiftung und den Clubs der Bundesliga und der 2. Bundesliga ein wichtiges Anliegen. Gemeinsam nutzen wir den Fußball als Türöffner für junge Geflüchtete. Die Verknüpfung von Angeboten aus den Bereichen Fußball, Berufsorientierung und der Qualifikation für das Ehrenamt soll einen weiteren Beitrag dazu leisten, dass Geflüchtete in unserer Gesellschaft ankommen und sich einbringen können.

Programm erreicht mehr als 870 junge Geflüchtete pro Woche

Seit 2015 zeigt unser Leuchtturmprojekt ‚Willkommen im Fußball‘ auf, wie sehr junge Geflüchtete von der Zusammenarbeit der Fußball-Clubs mit lokalen Organisationen profitieren können. Immer mehr Bündnisse engagieren sich im Rahmen dieses Netzwerks auch für geflüchtete Mädchen und Frauen. Insgesamt erreicht das Programm mehr als 870 junge Geflüchtete pro Woche.“

Kultur-, Bildungs-, Qualifizierungs- und Vernetzungsangebote

Das Programm „Willkommen im Fußball“ ermöglicht jungen Geflüchteten bis 27 Jahren durch niedrigschwellige Angebote den Zugang zu Sport und unterstützt so, auch über den organisierten Fußball hinaus, die Integration und das gesellschaftliche Miteinander. Das Programm setzt dabei auf Bündnisse. Dahinter steht die Kooperation eines Clubs der Bundesliga oder 2. Bundesliga mit lokalen Bildungsträgern, bürgerschaftlichen Initiativen oder kommunalen Akteuren sowie Amateurfußballvereinen. Neben regelmäßigen Trainingsangeboten bieten die lokalen Bündnisse auch Kultur-, Bildungs-, Qualifizierungs- und Vernetzungsangebote an.

„Willkommen im Fußball“ ist ein Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, initiiert und gefördert von der DFL Stiftung und der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

Quelle: Deutsche Kinder- und Jugendstiftung vom 15.11.2018

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