Baden-Württemberg

Jugendverbände fordern zukunftsfähige Förderprogramme für den (Wieder-)Aufbau der Jugendarbeit

Eine Jugendliche mit Sonnenbrille lacht in die Kamera
Bild: Bruno Adam - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Während an vielen Stellen die Auswirkungen der Corona-Krise evaluiert und diskutiert werden, werfen die Jugendverbände in Baden-Württemberg den Blick in die Zukunft. Dort brauche es dringend Unterstützung, um die krisengebeutelten Strukturen vor Ort wieder fit zu machen und um die vielen neu entwickelten, oftmals digitalen Formate der Jugendarbeit beibehalten zu können.

„Nach fast einem Jahr, in dem sich die Jugendgruppen vor Ort nicht treffen konnten, müssen die Verbände wieder mehr Ehrenamtliche für Gruppenstunden, Zeltlager und die vielen anderen Aktivitäten eines Jugendverbands gewinnen; die ehrenamtlichen Strukturen müssen wieder aufgebaut werden. Dieser Aufbau wird Zeit brauchen. Daher muss ein langfristiges Förderprogramm aufgelegt werden und die institutionelle Förderung an die Bedarfe der Jugendverbände heute angepasst werden“, resümiert Alexander Strobel, Vorsitzender des Landesjugendrings, während der Vollversammlung seiner 33 Dachverbände am 25. September.

Testungen finanzieren, Impfaufklärung verstärken

Eine weitere Hausforderung stelle auch die Testung bei Angeboten der Verbände dar. Weil es für Kinder im Alter bis zwölf Jahre keinen Impfschutz gibt und die Impfempfehlung ab zwölf Jahren erst seit Mitte August besteht, bleibe für die Kinder- und Jugendarbeit vor allem der Test. Eine Änderung hin zu einer 2G-Strategie sei nicht möglich. Das müsse natürlich bei der Ausgestaltung kommender Verordnungen berücksichtigt werden. Und das heißt, dass die Träger entsprechende finanzielle Unterstützung für die Durchführung notwendiger Schnelltests brauchen, führt Strobel weiter aus.

Zugleich sehen die Jugendverbände, dass nur eine flächendeckende Impfung gegen das Coronavirus der Weg aus der Pandemie ist. Gerade die Aufklärung unter Erwachsenen müsse daher verstärkt werden. Hintergrund ist, dass für die 1,26 Mio. Kinder unter 12 Jahren noch keine Impfempfehlung vorliegt – sie sind damit jetzt eine der gefährdetsten Gruppen für COVID.

„Eine hohe Impfquote unter Erwachsenen ist aktiver Infektionsschutz für Kinder und Jugendliche“, führt Strobel aus, „daher fordern wir die Landesregierung dazu auf, die Impfaufklärung stärker als bisher voranzutreiben. Bei einer Impfkampagne für Jugendliche ab zwölf Jahren sind wir natürlich aktiv dabei.“

Digitale Angebote weiter fördern

Außerdem fordern die Jugendverbände, digitale Angebote in die Regelförderung zu überführen. Seit über einem Jahr fänden grandiose Angebote digital statt. Dies sei ein großes Experimentier- und Lernfeld für Kinder, Jugendliche und Jugendverbände gleichermaßen. Natürlich brauche Kinder- und Jugendarbeit die realen Treffen, Begegnungen, Gespräche und den Austausch unter Gleichaltrigen. Doch die digitalen Angebote würden dieses Angebot ganz hervorragend ergänzen. Jetzt sei es an der Politik, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Verbände diese Angebote beibehalten und ausbauen können – ganz besonders Bildungsmaßnahmen und Qualifizierungen für das Ehrenamt, erklärt Strobel. Digitale Angebote seien derzeit nur ausnahmsweise bis zum Jahresende förderfähig.

Hintergrund

Der Landesjugendring ist die Arbeitsgemeinschaft von 33 Jugendverbänden auf Landesebene und von den Orts-, Stadt- und Kreisjugendringen. Er vertritt darüber hinaus die Interessen von Kindern und Jugendlichen in Baden-Württemberg.

Quelle: Landesjugendring Baden-Württemberg vom 28.09.2021

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