Kinder- und Jugendarbeit / Kinder- und Jugendpolitik

Jugendliche resümieren: "Rechte einfordern, Druck machen und nicht aufgeben, egal wie schwer es ist."

Vier jugendliche Mädchen liegen nebeneinander lächelnd in einer Reihe auf einer Wiese
Bild: © abilitychannel -Fotolia.com

Mitbestimmung ist ein Recht von Kindern und Jugendlichen, Beteiligung eine der zentralen Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe. Wie das geht, diskutierten am 24. November 22 Jugendliche mit 45 Fachkräften aus der Kinder- und Jugendhilfe in Fulda.

Die Fachtagung "Was heißt hier jugendgerecht!?" – Was Jugendliche und Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe zur Partizipation zu sagen haben" wurde gemeinsam von IN VIA Deutschland, dem Deutschen Caritasverband, dem Bundesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen (BVkE) und der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) auf die Beine gestellt.

Unter dem Motto "Wir hören hin" kamen vor allem die Jugendlichen zu Wort. Einig waren sich Jugendliche und Fachkräfte in ihrem Ziel, die Beteiligung und Mitbestimmung von jungen Menschen in den Angeboten der Caritas zu verbessern. Dazu müssen auch die Fachkräfte etwas tun.

Schon seit September arbeiten Jugendliche aus Einrichtungen der Jugendhilfe im Rahmen von Beteiligungsprojekten an ihren Anliegen, die sie während der Tagung vorstellten. Der lebendige Austausch zeigte, welche Themen Jugendliche in ihrer Einrichtung voran bringen möchten und welche Mitbestimmungsmöglichkeiten sie sich dafür wünschen. Sie fordern, dass sie mit ihren Anliegen ernst genommen werden.

"Es macht Spaß, gemeinsam mit anderen Jugendlichen ein eigenes Projekt zu machen und zu sehen was wir erreichen könnten, wenn wir mehr mitbestimmen" fasst Hayder Aljawdhari aus dem Haus Carl Sonnenschein in Fritzlar seine Eindrücke zusammen.

Begegnungsräume und Begleitung anbieten, Hürden beseitigen, das sind dabei die Aufgaben der Einrichtungen.

"Als Fachkräfte aus Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe müssen wir die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass Kinder und Jugendliche mitbestimmen können. Das heißt, sie dabei begleiten und gleichzeitig auch Macht abgeben", weiß Jeannine Schröder von IN VIA Berlin, die den Prozess von Anfang an begleitet hat.

Die Jugendlichen zeigten deutlich, dass Beteiligung ihr Recht ist, beispielsweise möchten sie auch wissen, welche Gelder die Einrichtungen für ihre Unterbringung bekommen. Eine Gruppe geflüchteter Jugendlicher forderte, dass ihre im Herkunftsland erworbenen Schulabschlüsse hier anerkannt werden müssen, auch wenn die Zeugnisse nicht mehr vorgelegt werden können. Hier fordern sie die Politik zu Lösungen auf.

Resumée der Jugendlichen war: "Rechte einfordern, Druck machen und nicht aufgeben, egal wie schwer es ist."

Quelle: Bundesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen e.V. (BVkE) vom 25.11.2016

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