Kinder- und Jugendarbeit / Kinder- und Jugendpolitik

Jugendkunstschulen fordern mehr Bildungsgerechtigkeit

Drei Personen verwenden die auf einem Tisch liegenden Bastelmaterialien
Bild: rawpixel.com

Der Bundesverband der Jugendkunstschulen und Kulturpädagogischen Einrichtungen (bjke) ist besorgt um die Chancengleichheit im Bildungswesen. In einem Positionspapier fordert der Verband eine Digitalisierungsoffensive für die kulturelle Jugendbildung sowie einen wirksamen Bestandsschutz für Jugendkunstschulen.

Bildungsvielfalt nachhaltig verankern

In seinem Positionspapier „Bildung quer denken – Vielfalt verankern“ sieht der bjke die Bedürfnisse und Interessen von Kindern und Jugendlichen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie massiv eingeschränkt. „Wir müssen  darauf achten, dass ganzheitliche Bildung nicht zum Luxusartikel wird“, betont der bjke-Vorsitzende Peter Kamp, der die staatlich zu gewährleistende Schul- und Bildungspflicht auf mittlere Sicht faktisch außer Kraft gesetzt sieht.

„Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen, Kinder und Jugendliche in den Schulen einzusperren. Künstlerisches, partizipatives und vernetztes Lernen im Stadtteil muss auch in und nach der Krise möglich bleiben und gewährleistet werden.“ Der bjke wünscht sich die krisenbedingte Ergänzung der formalen Schulpflicht durch offene, ganzheitliche und lokal verankerte Bildungskonzepte, die nach einem Partnerschaftsmodell partizipativ organisiert werden.

Jugendkunstschulen erhalten und digital voranbringen

Mit ihrem „Quantensprung Richtung Digitalität“ habe die Corona-Krise gleichzeitig den enormen Investitionsbedarf in die Infrastrukturen von Jugendkunstschulen und kulturpädagogischen Einrichtungen offengelegt. „Wir brauchen dringend eine Digitalisierungsoffensive für die außerschulischen Träger kultureller Jugendbildung und einen wirksamen Bestandsschutz für Jugendkunstschulen“, so der bjke-Vorsitzende weiter. Jugendkunstschulen seien starke Bildungspartner gerade auch in Krisenzeiten. Es komme jetzt darauf an mit vereinten Kräften zu verhindern, dass die projektbasierten und oft unzulänglich gesicherten Jugendkunstschulen ihrerseits in die Krise gerieten. Hierzu seien Überbrückungshilfen durch die öffentliche Hand unabdingbar. Wünschenswert seien unbürokratische Hilfen der Bundesländer nach dem Modell der Sicherungsmittel für Jugendkunstschulen in freier Trägerschaft  (Billigkeitsleistungen zum Ausgleich entgangener Drittmittel) aus dem Kinder- und Jugendförderplan in Nordrhein-Westfalen, flankiert durch engagierte Kommunen, solidarische Eltern und gezielte Bundeshilfen.

Ihre Position erläutert der bjke im Positionspapier „Bildung quer denken – Vielfalt verankern. Neue Chancen für junge Menschen in und nach Corona“ (PDF), das zum Download zur Verfügung steht.

Quelle: bjke - Bundesverband der Jugendkunstschulen und Kulturpädagogischen Einrichtungen e.V. vom 17.06.2020

Info-Pool