Kinder- und Jugendarbeit / Europa

Jugend-Modellprojekt der TUI Stiftung: Exkursionen, Videos und Kochkünste für ein gemeinsames Europa

Jugendliche unterschiedlicher Herkunft halten einen Globus und lächeln dabei.
Bild: © Riccardo Piccinini- fotolia.com

An dem mehrmonatigen Modellprojekt „Europa sind wir!“, das in Kinder- und Jugendhäusern in Dresden, Köln und Darmstadt durchgeführt wurde, nahmen rund 80 Jugendliche mit wenig Zugang zu europapolitischer Bildung teil. Durch niedrigschwellige und zielgruppengerechte außerschulische Angebote über Träger der freien Jugendarbeit und in Kooperation mit den Kommunen konnten die Jugendliche erleben, was Europa und die EU mit ihrer Lebenswirklichkeit zu tun hat.

„Europa sind wir!“

Das mehrmonatige Modellprojekt „Europa sind wir!“, das in Kinder- und Jugendhäusern in Dresden, Köln und Darmstadt durchgeführt wurde, ist erfolgreich beendet worden: Vom 8.-10. April fand die Abschlussveranstaltung in Dresden statt. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert hielt ein Grußwort und lobte die Herangehensweise sowie die Beteiligungsmöglichkeiten für die Jugendlichen: „Es ist wichtig, dass auch die jungen Menschen erreicht werden, denen sonst bei Bildungsprojekten oftmals weniger Beachtung geschenkt wird. Die Mitarbeiter in den Jugendzentren hier in Dresden, aber auch in Darmstadt und Köln, haben großartige Arbeit geleistet und es den Jugendlichen ermöglicht, Europa mit allen Sinnen zu entdecken. Gerade im Vorfeld der Europawahl sind solche Projekte immens wertvoll.“

Anwesend waren die Projektkoordinatoren, Vertreter der jeweiligen Kommunen, die Projektleitung des IKAB-Bildungswerkes, die Fachkräfte der Jugendhäuser sowie die TUI Stiftung, die das Projekt iniitiert und finanziert hat.

Das Modellprojekt

Mit Blick auf die Europawahl im Mai 2019 hatte die TUI Stiftung mit dem IKAB-Bildungswerk e.V. das Modellprojekt „Europa sind wir!“ unter Beteiligung der drei Kommunen entwickelt. Die TUI Stiftung will dabei insbesondere solche Jugendliche, die in der politischen Bildung eher vernachlässigt werden, mit niedrigschwelligen Angeboten erreichen. Seit Ende vergangenen Jahres haben deshalb sechs Jugendzentren in Dresden, Köln und Darmstadt zielgruppengerechte Zugangs- und Beteiligungsmöglichkeiten angeboten. Innovativ war die Herangehensweise, mit den Trägern der freien Jugendhilfe und den Kommunen zu kooperieren: „Wir freuen uns, dass es mit diesem neuartigen Modellprojekt gelungen ist, rund 80 Jugendliche zu erreichen, die bisher keinen Zugang zu europapolitischer Bildungsarbeit hatten. Die jungen Leute haben über Monate regelmäßig an Treffen und Aktionen teilgenommen und konnten erleben, was Europa und die EU mit ihrer Lebenswirklichkeit zu tun hat“, fasst die Geschäftsführerin der TUI Stiftung Elke Hlawatschek die Ergebnisse zusammen.

Das Projekt gab jungen Menschen die Chance, Vorstellungen von „ihrem Europa“ zu formulieren und sie im Rahmen von Videodokumentationen, Exkursionen u.a. nach Brüssel und Prag, Ausstellungen, Planspielen, Kochgruppen und Kunstinstallationen auszudrücken. Hlawatschek ist eine dauerhafte intensivere Unterstützung und Schulung der Fachkräfte vor Ort ein Anliegen. Deshalb bietet die TUI Stiftung nach Abschluss des Modellprojekts „Europa sind wir!“ einen Workshop in Dresden für Mitarbeiter von Jugendzentren an, um europapolitische Bildung nachhaltig in der Arbeit der Jugendzentren zu verankern.

Die Anerkennung

Anerkennung für die Kreativität der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie für das Modellprojekt selbst gab es auch aus der Politik. In Dresden nahm die sächsische Jugendministerin Barbara Klepsch im März an der Abschlusspräsentation der Dresdner Jugendhäuser teil. In Köln hat es sich Bürgermeister Dr. Ralf Heinen nicht nehmen lassen, bei der dortigen Abschlussveranstaltung dabei zu sein.

Die Evaluierung

Erste Ergebnisse der Evaluierung des Modellprojekts wurden im Rahmen der Abschlussveranstaltung von Dr. Barbara Tham vom Centrum für angewandte Politikforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München vorgestellt. Ihr Fazit: „Die allgemeine Bewertung zur Umsetzung des Projektes ‚Europa sind wir‘ fällt insgesamt positiv aus. In der wissenschaftlichen Evaluierung gaben die Hälfte der Jugendlichen dem Projekt die Schulnote 1 und 31% immerhin noch die Schulnote 2.“ Anhand der vorgestellten Ergebnisse gab es eine lebhafte Diskussion. Sie wird in die Entwicklung von konkreten Handlungsempfehlungen für die europapolitische Bildungsarbeit in der kommunalen Kinder- und Jugendhilfe einfließen.

Alle Beteiligten äußerten ein starkes Interesse an einer Fortsetzung des Projekts. Im Interview bringt ein Jugendlicher das wie folgt auf den Punkt: „Europa hat mich zuvor überhaupt nicht interessiert. Aber jetzt durch den Workshop lernt man so Sachen, okay, Europa betrifft mich wirklich. Wenn man mehr darüber weiß, was Europa für uns bringt, dann merkt man, welche Privilegien man eigentlich hat – das wusste man davor vielleicht alles gar nicht.“

Das nächste Projekt

Im Vorfeld der Europawahlen wird die TUI Stiftung zudem ein weiteres Vorhaben präsentieren: Anfang Mai werden die Ergebnisse der dritten Europäischen Jugendstudie in Berlin vorgestellt. Ziel der Studie ist, die Lebenswelt, Identität und politischen Einstellungen junger Menschen in Europa besser verstehen zu können. Dazu wurden über 8.000 junge Menschen in elf europäischen Ländern befragt.

Über die TUI Stiftung

Die TUI Stiftung fördert und realisiert Projekte rund um das Thema „Junges Europa“. Ihr Ziel ist es, den Europagedanken zu stärken. Deshalb investiert sie langfristig in regionale, nationale und internationale Projekte mit den Schwerpunkten Bildung, Ausbildung sowie individuelle und berufliche Entwicklung. Sie hat ihren Sitz in Hannover und ist als eigenständige und unabhängige Stiftung dem Gemeinwohl verpflichtet.

Die detaillierten Ergebnisse der Evaluierung des Modellprojekts „Europa sind wir!“ stehen ab Juni zur Verfügung und können bei der TUI Stiftung abgerufen werden.

Quelle: TUI Stiftung vom 11.04.2019