Kinder- und Jugendarbeit / Flucht und Migration

Jugend im Parlament: Jugendliche fordern Polizeibesuche in allen Schulen Hamburgs

Eine diskussionsreiche Woche liegt hinter 122 Jugendlichen, die an Hamburgs größtem Planspiel für Politik teilnahmen. Sie selbst hatten die Themen bestimmt, die sie in fünf verschiedenen Ausschüssen vertieften.

Ob Inneres, Soziales, Verkehr, Schule oder Stadtentwicklung - zu all diesen Aspekten befragten die jungen Abgeordneten Experten, debattierten intensiv und stimmten demokratisch darüber ab.

Schließlich übergab Jennifer Broocks (21), Präsidentin von „Jugend im Parlament“, Bürgerschaftspräsident Dr. Lutz Mohaupt den Forderungskatalog, auf den sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Planspiels geeinigt hatten. In dem Papier, welches nun den echten Volksvertretern zugeleitet und von diesen in Ausschüssen besprochen wird, geben die Jugendlichen den Abgeordneten zahlreiche Denkanstöße. Darunter finden sich folgende Gedanken:

Besorgt zeigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von der zunehmenden Gewalt gegen Polizeibeamte, aber auch von unverhältnismäßigen Reaktionen der Polizei. Deshalb fordern die Jugendlichen die Polizeibeamten, die durch ihren Dienst grundsätzlich „unter ständiger hoher psychischer Belastung" stehen, verpflichtend „einmal im Monat an einer psychologischen Sitzung teilzunehmen, um etwaigen beruflichen Stress professionell abbauen" zu können. Andererseits wollen sie, dass „die Hamburger Polizei in regelmäßigen, zweijährigen Abständen Grund- und weiterführende Schulen besucht, damit Kinder und Jugendliche Respekt gegenüber dem Polizisten als Mensch entwickeln".

Die Jugendlichen empfinden es als problematisch, dass immer weniger Hamburger Schülerinnen und Schüler Bücher lesen. Um diesem Zustand entgegenzuwirken fordern sie „einen halbjährlich verpflichtenden Schulklassenbesuch (...) in der örtlichen Zweigstelle der Bücherhalle" - von der Vorschule bis zur 9. Klassenstufe. Dieser soll dem Alter angemessen gestaltet werden und „nicht der Vermittlung von Fachwissen, sondern dem Erkunden und der Gewöhnung an das Medium Buch und der Bücherhallen dienen".

Weiterhin haben sich die 15- bis 21-Jährigen mit dem Themenkomplex der Integration auseinander gesetzt. Sie fordern weitreichende Maßnahmen zur besseren und flächendeckenden Vermittlung deutscher Sprachkenntnisse. So wollen sie eine Kita-Pflicht für alle Kinder in Hamburg. Um Eltern von Kindern mit Migrationshintergrund „an die deutsche Sprache sowie die Gesellschaft" heranzuführen, schlagen sie „mindestens einmal pro Jahresquartal verpflichtende Elternabende sowohl im Bereich der Schule als auch in der Kita" vor.

Quelle: Hamburgische Bürgerschaft

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