Kinder- und Jugendarbeit / Kinder- und Jugendpolitik

Internationale Jugendkonferenz fordert: Chance auf internationalen Austausch für alle Jugendlichen

Teilnehmende der Jugendkonferenz stehen mit Bundesjugendministerin Manuela Schwesig auf einer Treppe
Bild: © Anke Berger / IJAB Teilnehmende der Jugendkonferenz mit Bundesjugendministerin Manuela Schwesig

Globalisierung, Europa, internationaler Austausch, Toleranz, Demokratie und friedliches Miteinander: Unter dem Motto "Wir bewegen die Welt von morgen" haben Jugendliche aus aller Welt drei Tage in Schwerin diskutiert und ihre Empfehlungen an Bundesjugendministerin Manuela Schwesig übergeben.

In Schwerin wurde von den Jugendlichen zwischen 18 und 27 Jahren diskutiert, welchen Einfluss die aktuellen politischen Entwicklungen auf ihr Leben und ihre Mobilitätschancen haben, welchen Beitrag internationale Jugendbegegnungen zu Austausch und Verständigung leisten und wie mehr Jugendliche für Auslandaufenthalte begeistert werden können.

Am 21. April haben die Jugendlichen im Schweriner Schloss ihre Empfehlungen Bundesjugendministerin Manuela Schwesig übergeben.

Jugendinformation und Jugendberatung ausbauen

"Alle jungen Menschen müssen gleichberechtigt die Möglichkeit haben, an einer internationalen Begegnung teilzunehmen", forderten die Jugendlichen in ihrem Gespräch mit der Bundesjugendministerin. Um Chancengleichheit zu ermöglichen, sollten die Jugendinformation und Jugendberatung über Auslandsaufenthalte ausgebaut werden, finanzieller Hürden gesenkt und die Bürokratie reduziert werden.

Europa-Themen in die Lehrpläne aufnehmen

Die Teilnehmenden der Jugendkonferenz sind überzeugte Europäerinnen und Europäer. Politikverdrossenheit und Nationalismus setzen sie Partizipation und Transparenz entgegen. Hierfür wäre ihrer Meinung nach eine stärkere Präsenz europaspezifischer Themen in den Lehrplänen hilfreich und der Einsatz europäischer Jugendrepräsentant(inn)en könnte – nicht nur in Schulen – die Bedeutung von internationalem Austausch und der Europäischen Union hervorheben.

Die Bundesjugendministerin betonte in ihrem Treffen mit den Jugendlichen: "Junge Frauen und Männer kennen Europa nur ohne Grenzen. Ein Europa in Frieden, ein einiges Europa ist eine historische Errungenschaft, die wir auch dadurch erhalten, dass Menschen sich begegnen. Das persönliche Gespräch mit Gleichaltrigen aus anderen Ländern, das Kennenlernen unterschiedlicher Kulturen sind wichtig für eine offene, tolerante Gesellschaft. Gerade in Zeiten tiefgreifender Veränderungen in Europa und der Welt kommt es auf junge Menschen an, die durch ihr Interesse an anderen Kulturen zu einem friedlichen und solidarischen Zusammenleben beitragen – und um die Welt von morgen zu bewegen."

Internationale Begegnungen fördern die Persönlichkeitsentwicklung

Internationale Jugendarbeit heißt: Junge Menschen begegnen sich über Ländergrenzen hinweg freiwillig und selbstbestimmt, sie lernen dabei und werden pädagogisch begleitet.

Bei der Jugendkonferenz in Schwerin, zu der auf Einladung von IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. junge Menschen aus über 20 Nationen zusammengekommen sind, verfügen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer über Auslandserfahrungen wie z.B. Jugendgruppenbegegnungen, Freiwilligendienste, Workcamps oder Schüleraustausche und haben von ihnen profitiert. So fördern internationale Begegnungen die Entwicklung der Persönlichkeit junger Menschen, die Teilhabe an der Gesellschaft und bürgerschaftliches Engagement.

In unterschiedlichen Workshops haben die Jugendlichen in Schwerin ihre eigenen Erfahrungen als Diskussionsgrundlage genutzt um der Internationalen Jugendarbeit Empfehlungen für die Zukunft an die Hand zu geben:

  • Wie sieht aus ihrer Perspektive der ideale Auslandsaufenthalt aus?
  • Was bewirken internationale Begegnungen und welche Folgen haben sie?
  • Was muss passieren, damit noch mehr Jugendliche die Chance eines Auslandsaufenthaltes nutzen können?
  • Wie beeinflussen Terror, weltweite Krisen und europapolitische Entwicklungen ihre Chancen ins Ausland zu gehen?

Die Ergebnisse der Jugendkonferenz fließen auch in den IJAB-Fachkongress  "Begegnen, bewegen, gestalten - Herausforderungen und Chancen der Internationalen Jugendarbeit in der globalisierten Welt" ein, der am 18. Mai 2017 in Berlin mit Fachkräften der Jugendarbeit, Wissenschaftler/-innen und politischen Verantwortlichen stattfindet. Der Fachkongress, wie auch die Jugendkonferenz, sind Teil der Jubiläumsveranstaltungen anlässlich des 50. Geburtstags von IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland.

Quelle: IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.

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