Appell der AWO

Internationale Jugendarbeit in der Krise unterstützen

Fünf Jugendliche streifen in ihrer Freizeit durch die Stadt
Bild: rawpixel.com

Das Präsidium des AWO Bundesverbandes hat einen Appell an die Bundesregierung und die Förderer des internationalen Jugendaustausches verabschiedet. Internationale Jugendarbeit lebt von den Begegnungen zwischen den Kindern, Jugendlichen und Fachkräften. Sie lebt aber auch von Freundschaft, Dialog und Solidarität, die die AWO und die Jugendwerke der AWO während der Corona-Pandemie auch ohne physische Begegnungen lebendig halten wollen.

Zusehends verstärkt sich in unserer Gesellschaft ein Rückzug auf das Nationale. Die Zunahme von Abgrenzungsreaktionen und Rassismus in der aktuellen Krisensituation macht deutlich: Mehr denn je braucht es gesellschaftlichen Dialog und Zusammenhalt, auch über Grenzen hinweg! Die Corona-Pandemie hat jedoch kurz- und mittelfristig gravierende Folgen für die Internationale Jugendarbeit, im schlimmsten Fall auch längerfristig. Die Reisebeschränkungen und Distanzregeln erschweren die Mobilität und die Durchführung von Gruppenbegegnungen bzw. machen sie mancherorts praktisch unmöglich.

Der AWO Bundesverband und das Bundesjugendwerk der AWO setzen sich als Zentralstellen für internationalen Jugendaustausch dafür ein, dass die Projektträger in dieser schweren Situation unterstützt werden, flexible Förderregelungen gefunden und innovative Konzepte für virtuelle und hybride Begegnungsformate entwickelt werden können.

Sie appellieren an die Bundesregierung und die Förderer des internationalen Jugendaustausches,

  • die internationalen Kooperationen zu retten, indem die Strukturen der Internationalen Jugendarbeit in der Krise flexibel unterstützt werden, insbesondere auch für solche Ausgaben, die bei der Förderung zunächst nicht berücksichtigt wurden, damit auch in Zukunft noch Jugendbegegnungen für junge Menschen angeboten werden können,
  • die aktuellen Förderrichtlinien inhaltlich und fördertechnisch flexibler auszulegen und zukünftig an den digitalen Wandel anzupassen sowie die Kontinuität der Förderung im nächsten Jahr zu sichern, und
  • neue Formate und pädagogische Konzepte für virtuelle Kinder- und Jugendbegegnungen und Fachkräfteprogramme anzuregen und zu fördern sowie entsprechende Qualifizierungen zu entwickeln.

Der Appell „Internationaler Dialog muss weitergehen! – Für Freundschaft, Solidarität und Zusammenhalt“ (PDF, 613 KB) steht auf der Webseite der AWO zum Download zur Verfügung.

Hintergrund

Der internationale Jugendaustausch wird gefördert u. a. durch das Bundesministerium für Familien, Jugend, Senioren und Frauen (BMFSFJ), das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW), das Deutsch-Polnische Jugendwerk (DPJW), ConAct – Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch und Tandem – Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch).

Der AWO Bundesverband und das Bundesjugendwerk der AWO sind Zentralstellen für die internationale Jugendbegegnungen und Fachkräfteaustausche, die durch diese Förderer unterstützt werden. In dieser Funktion informieren sie ihre Gliederungen und Einrichtungen über Fördermöglichkeiten, prüfen Anträge und Verwendungsnachweise der Projektträger und leiten diese an die jeweiligen Förderinstitutionen weiter. Darüber hinaus bieten sie den Projektträgern auch fachliche Beratungs- und Unterstützungsangebote an.

Quelle: AWO Bundesverband e.V.

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