Kinder- und Jugendarbeit

Interkulturelle Kompetenz auch für Kinder

Das Deutsche Jugendinstitut legt eine Untersuchung zu internationalen Kinderbegegnungen vor. Sie liefert viele praktische Hinweise für die Konzeption künftiger Projekte. Und sie macht deutlich: Die Altersgrenzen der öffentlichen Förderung müssen an die Wirklichkeit angepasst werden.

Interkulturelle Kompetenz durch internationale Kinderbegegnung

Isabelle Krok, Barbara Rink, Kirsten Bruhns: Interkulturelle Kompetenz durch internationale Kinderbegegnung
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Internationale Jugendbegegnungen, die über den Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP) bezuschusst werden, richten sich an 12- bis 26-Jährige. Begegnungen mit jüngeren Teilnehmerinnen und Teilnehmern erhalten regulär bisher keine KJP-Mittel. Auf der europäischen Ebene – im Rahmen des EU-Programms „Jugend in Aktion“ – liegt die Fördergrenze sogar erst bei 14 Jahren.
Gerade vor dem Hintergrund der seit einiger Zeit geforderten frühen Förderung stellt sich die Frage, ob der Bereich der internationalen Jugendarbeit nicht auf die spezifische Altersgruppe der Acht- bis Zwölfjährigen ausgeweitet werden könnte bzw. sollte. Dadurch könnten Kinderbegegnungen, die es ähnlich wie Jugendbegegnungen seit Beginn der 1950er-Jahre gibt, ebenfalls auf staatliche Fördermittel zurückgreifen.

Bisher war jedoch die Frage noch offen, inwieweit internationale Kinderbegegnungen die Chance bieten, frühzeitig Einfluss zu nehmen auf Wahrnehmungs-, Reflexions- und Handlungsprozesse in der Auseinandersetzung und im Umgang mit der eigenen und mit anderen Kulturen sowie mit Personen anderer kultureller Herkunft. Im Mittelpunkt einer jetzt vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) vorgelegten Untersuchung stehen Kinder zwischen acht und zwölf Jahren, die zwischen Juli 2009 und Oktober 2009 an einer internationalen Kinderbegegnung teilgenommen haben.
Die Studie liefert als Teil des Strategievorhabens, das Praxisfeld der internationalen Kinderbegegnung weiterzuentwickeln, wertvolle Hinweise für die Konzeption zukünftiger Projekte und die Entwicklung einer Qualifikationsstrategie für Projektträger und -durchführende.

Auf dem Hintergrund einer multikulturellen Gesellschaft und einer steigenden Aktualität des Themas ‚interkulturelle Kompetenz‘ weisen die Untersuchungsergebnisse schließlich auf politischen Handlungsbedarf hin. Dazu gehören auch die Altersgrenzen der öffentlichen Förderung.

ch

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