Kinder- und Jugendarbeit / Kinder- und Jugendpolitik

IJAB diskutiert politische Entwicklungen in Europa und der Welt

Fünf Jugendliche stehen im Kreis nebeneinander
Bild: lev dolgachov

Nationalismus, Terrorismus und Extremismus nehmen zu. Sie haben große Auswirkungen auf die internationale Jugendarbeit. Die Mitgliederversammlung von IJAB war sich über den hohen Stellenwert der Angebote für Menschenrechte, Verständigung und Demokratieentwicklung einig.

Die Folgen politischer Entwicklungen in Europa und der Welt haben große Auswirkungen auf den internationalen Jugendaustausch. Die konkrete Lage in der Internationalen Jugendarbeit war daher ein zentrales Thema der Mitgliederversammlung von IJAB-Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland am 23. Juni 2016 in Bonn. Darüber hinaus bestimmten die neu geplanten Förderlinien des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) und des Auswärtigen Amts (AA) die Diskussion der Mitglieder.

Nationalismus und Extremismus

Zunehmende Nationalismen in Europa, Terroranschläge, steigende Flüchtlingszahlen, Einschränkung der Arbeit von Nichtregierungsorganisationen in vielen Ländern, wachsende Fremdenfeindlichkeit und Zunahme extremistischer Gruppierungen sind nur einige Aspekte derzeitiger Entwicklungen. Dem gegenüber steht aktuell eine Vielzahl von politischen Initiativen, die die Bedeutung internationalen Jugendaustauschs für Frieden und Verständigung, für Toleranz und Weltoffenheit bewusst in den Mittelpunkt stellt. Neben jugendpolitischen Initiativen des BMFSFJ gibt es zunehmend außenpolitische Bestrebungen den Jugendaustausch in bi- und multilateralen Bezügen stärker mit einzubeziehen und genauso neue entwicklungspolitische Initiativen für die Zielgruppe junger Menschen.

Wirkungen auf die internationale Jugendarbeit 

In einem ausführlichen Überblick skizzierte Marie-Luise Dreber, Direktorin von IJAB, die derzeitigen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungslinien mit ihren Wirkungen auf die internationale Jugendarbeit. Ihre Präsentation, die auch Beiträge und Erfahrungsberichte aus einem entsprechenden Workshop der Trägerkonferenz des BMFSFJ von Anfang Juni 2016 enthielt, stieß bei den Mitgliedern auf großes Interesse und regte eine breite Debatte an. Konsens war, dass die Internationale Jugendarbeit politisch an Bedeutung gewinnt und viel bewirken kann - nicht nur im Hinblick auf die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen - sondern vor allem auch in Bezug auf Menschenrechte, Verständigung, Demokratieentwicklung und Stärkung der Zivilgesellschaft. Die politische Dimension in den Begegnungen muss jedoch viel stärker zum Tragen kommen und mit den Teilnehmenden adäquat reflektiert werden.

Herausforderungen aufnehmen  

Lothar Harles, Vorsitzender von IJAB, unterstrich in seinem Resümee, dass IJAB die neuen globalen und europäischen Herausforderungen aufnehmen wird. Die daraus entstehenden Themen werden eine zentrale Rolle bei der Gestaltung des anstehenden 50-jährigen Bestehens der IJAB-Fachstelle im kommenden Jahr einnehmen.

Mittel für den Jugendaustausch 

Positiv nehmen die Mitglieder zur Kenntnis, dass die beiden neuen Förderlinien des AA und des BMZ künftig mehr finanzielle Mittel für den Jugendaustausch ermöglichen. Andererseits erschwert es die Antragstellung der Träger, da sie sich mit immer neuen Richtlinien unterschiedlicher Ministerien befassen müssen. Hier besteht der Wunsch, die Förderprogramme im Jugendministerium zu bündeln. Die neue Förderlinie des AA zum Jugend- und Schüleraustausch befindet sich derzeit noch in der Abstimmung, wird aber noch in diesem Jahr zur Anwendung kommen.

Neue Förderlinie 

Die neue Förderlinie des BMZ für den außerschulischen entwicklungspolitischen Austausch von Jugendgruppen startet am 01.07.2016. Daher informierte Pawel Prokop von Engagement Global ausführlich über die konkreten Modalitäten. Die Förderlinie, die von Engagement Global für das BMZ umgesetzt wird, gilt für den Austausch mit allen Ländern der sogenannten DAC-Liste. Förderanträge können ab sofort gestellt werden. Pawel Prokop berichtete ferner über Ziele und Ausrichtung der Deutsch-Afrikanischen Jugendinitiative, die Ende Juni 2016 mit einer großen Auftaktveranstaltung in Bonn eröffnet wird. Im Mittelpunkt stehen dabei die Agenda 2030 der Vereinten Nationen und die African Youth Decade (2009-2018).

Neben der Aussprache über den Bericht des Vorstands und der Geschäftsstelle stand die Nachwahl eines weiteren Stellvertretenden Vorsitzenden auf der Tagesordnung. Die Mitgliederversammlung wählte zum vierten Stellvertretenden Vorsitzenden Erdmann Bierdel (Deutscher Landkreistag).

Quelle: IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e. V., Dr. Dirk Hänisch

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