Kinder- und Jugendarbeit / Freiwilliges Engagement

Hessischer Sozialminister Stefan Grüttner setzt sich für Ausbau der Förderung der bestehenden Jugendfreiwilligendienste ein

Das Land Hessen unterstützt das Vorhaben von Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder, bei Aussetzung von Wehr- und Zivildienst einen Bundesfreiwilligendienst einzurichten.

Wiesbaden. „Gleichzeitig müssen jedoch die bestehenden Jugendfreiwilligendienste gestärkt werden und die Förderung dafür gleichwertig ausgebaut werden“, betonte der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner heute in Wiesbaden.

Unter Wahrung der Länderinteressen müsse eine Pluralität der unterschiedlichen Formate gewährleistet werden, erklärte Grüttner weiter. „Einen Zentralismus des Bundes im Bereich des Bürgerschaftlichen Engagements darf es nicht geben.“

Der Hessische Sozialminister forderte, dass alle FSJ-/FÖJ-Träger - auch die regionalen, die nur von den Ländern anerkannt werden - vom Bund gleichgewichtig zum Bundesfreiwilligendienst gefördert werden müssten, auch wenn diese keine Plätze für den Bundesfreiwilligendienst anbieten. „Vergünstigungen und Anreize wie die Anrechnung auf Pflichtpraktika und Wartezeiten für Studienplätze müssen für beide Rechtsformen identisch gestaltet werden“, erklärte Grüttner.

Darüber hinaus müsse sichergestellt werden, dass die Förderung des Bundesfreiwilligendienstes nicht zu Lasten bestehender oder neuer FSJ-/FÖJ-Angebote gehe oder gar eine Umwidmung bestehender FSJ-/FÖJ-Plätze in Plätze des Bundesfreiwilligendienstes erfolge. Dabei seien in enger Absprache mit den Ländern regionale Gegebenheiten und Besonderheiten zu berücksichtigen. Auch müsse vermieden werden, dass ein besonders großes Engagement für FSJ und FÄJ in der Vergangenheit zu einer Benachteiligung bei der künftigen Förderung führe. So fördere allein das Land Hessen das FSJ mit jährlich 1,8 Millionen Euro, betonte Grüttner: „Auf diese Weise hat die Landesregierung in den vergangenen Jahren mit zu dem großen Erfolg und Ansehen des FSJ beigetragen, das sich positiv auf den Einzelnen und die Gesellschaft auswirkt.“

Der Hessische Sozialminister appellierte außerdem an den Bund, bei der Gestaltung des Bundesfreiwilligendienstes unnötige Doppelstrukturen zu vermeiden und eine schlanke Verwaltung zu gewährleisten, die die vorhandenen Kompetenzen und Ressourcen der zivilgesellschaftlichen Träger nutzt. Flexible Engagementformen von Erwachsenen sollten im Rahmen des verfassungsrechtlich Möglichen in eine nachhaltige Bundesförderung miteinbezogen werden. Unverzichtbar sei außerdem die Bildung eines Beirates für den Bundesfreiwilligendienst mit den Ländern, den kommunalen Spitzenverbänden, den bundeszentralen Trägerorganisationen und gewählten Vertretern der Freiwilligen als Mitglieder, forderte Stefan Grüttner abschließend.

Herausgeber: Hessisches Sozialministerium

 

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