Kinder- und Jugendarbeit

Hamburger Jugendliche absolvieren erfolgreich Coolness-Training

130 Jugendliche von 23 Hamburger Schulen wurden am 2. Juli 2010 für ihre erfolgreiche Teilnahme am Projekt Cool in School ausgezeichnet. Gewaltbereite Schülerinnen und Schüler lernen hier in halbjährigen „Coolness-Trainings“, ihre Aggressionen in den Griff zu bekommen.

 

COOL IN SCHOOL - Coolness Training an Hamburger Schulen

Seit Start des Projekts im August 2008 haben 250 Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren daran teilgenommen. Die Bilanz: Nur drei von ihnen sind bis heute wieder durch eine schulische Gewaltmeldung auffällig geworden.

Bei einer großen Abschlussfeier im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) präsentierten die jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Trainingserfahrungen in Wort-, Film- und Bildbeiträgen. Höhepunkt der Veranstaltung: Jede Schülerin und jeder Schüler erhielt ein T-Shirt „Cool in School“ als persönliche Anerkennung und Auszeichnung für den erfolgreichen Abschluss. Die T-Shirts wurden in diesem Jahr vom WEISSEN RING e. V. als Kooperationspartner finanziert. Ergänzt wurde das Veranstaltungsprogramm durch den Auftritt einer neunköpfigen Cheerleader-Gruppe von der Schule Billbrookdeich und durch ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die ihr Können im Beatboxing zeigten.

Für Lehrkräfte sind gewalttätige Schüler und Schülerinnen eine wachsende Problemgruppe. Oft bleiben sie dem Unterricht fern und fallen durch gewalttätiges Verhalten auf dem Schulhof und in der Freizeit auf. In ihrem Erleben macht Gewalt sie stark und unangreifbar. In der Auseinandersetzung mit ihren Taten sind sie Meister im Rechtfertigen und Verharmlosen von Gewalt. Gleichzeitig haben sie Probleme und Schwierigkeiten, bei deren Bewältigung sie Hilfe benötigen.

Mit dem „Coolness-Training“ wird den Jugendlichen gezeigt, wie sie ihr Verhalten ändern und sich bewähren können. Das Training ist zudem ein deutliches Signal, dass Gewalt an ihrer Schule nicht geduldet wird. Die Teilnahme ist deshalb verpflichtend – ein halbes Jahr lang drei Stunden pro Woche. Gleichzeitig werden die Schulen qualifiziert, besser auf gewaltauffällige Schülerinnen und Schülern reagieren zu können. Dazu wurden inzwischen 44 Fachkräfte aus Schulen, Regionalen Beratungs- und Unterstützungsstellen (REBUS) und Jugendhilfe zu Trainerinnen und Trainern ausgebildet. Im August beginnt ein weiterer Ausbildungsdurchgang für 24 neue pädagogische Fachkräfte.

Jugendliche, die sich im Training besonders bewährt haben, können im kommenden Schuljahr ihren Trainerinnen und Trainern als Tutoren zur Seite stehen und an einer eigenen Ausbildung zu Co-Trainerinnen und -Trainern teilnehmen. Die Qualifizierung der Jugendlichen und der Fachkräfte führen die Beratungsstelle Gewaltprävention im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) und das Institut für konfrontative Pädagogik (IKD) durch.

Das Projekt Cool in School ist Teil des Handlungskonzepts Handeln gegen Jugendgewalt und wird von der Behörde für Schule und Berufsbildung zusammen mit der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz finanziert.

Weitere Informationen zum Projekt Cool in School:
www.li-hamburg.de/abt.lip/bsg/bsg.gewaltpraevention/bsg.gewaltpraevention.cool-in-school/index.html

Quelle: Behörde für Schule und Berufsbildung der Freien und Hansestadt Hamburg

ik

Info-Pool