Kinder- und Jugendarbeit

Hamburg: Dokumentarfilm "Erinnerungen schenken" wird uraufgeführt

Bild: © Harald Biebel - Fotolia.com

Das Hamburger Jugendfilmprojekt widmet sich ehemaligen Zwangsarbeitenden. 24 Mal sind Besuchsgruppen ehemaliger Zwangsarbeitender nach Hamburg gekommen. 2013 gingen Jugendliche dabei auf filmische Spurensuche.

Am Dienstag, 02. September 2014, um 17.00 Uhr, wird der Film „Erinnerungen schenken“ im Metropolis Kino, Kleine Theaterstraße 10, in Hamburg, erstaufgeführt werden. Der 40-minütige Dokumentarfilm ist ein Jugendprojekt der Landeszentrale für politische Bildung, des Freundeskreises Neuengamme e.V., des Generalkonsulates der Republik Polen in Hamburg, der Stadtteilschule Barmbek, der Motte e.V. sowie von Triangel Film. Im Anschluss an die Filmpräsentation findet eine Diskussionsrunde statt. Der Eintritt ist frei. Insbesondere Schülerinnen und Schüler sind zu dieser Filmvorführung eingeladen.

Noch bis zum 13. September 2014 findet im Hamburger Rathaus die Ausstellung „Ich hätte nicht geglaubt, noch einmal hierher zu kommen“ statt. Dargestellt werden Aspekte von Zwangsarbeit in Hamburg während des Nationalsozialismus sowie besonders das Hamburger Besuchsprogramm 2001-2013 für diese ehemaligen Zwangsarbeitenden.

Parallel dazu ist neben einem Katalog auch eine Handreichung des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) und der Landeszentrale für politische Bildung entstanden, die unter dem gleichen Titel Materialien für die schulische und die außerschulische Bildungsarbeit bereit hält. Diese Handreichung kann über die Website des LI li.hamburg.de heruntergeladen und im Infoladen der Landeszentrale für politische Bildung und des Jiz, Dammtorwall 1, abgehlt werden. Der Infoladen ist von Mo – Do. von 12.30 Uhr – 17.00 Uhr und Fr von 12.30 Uhr – 16.30 Uhr geöffnet.

Der Film ist nun der abschließende Baustein zu diesem Thema: 24 Mal sind Besuchsgruppen ehemaliger Zwangsarbeitender auf Einladung im Rahmen des Hamburger Besuchsprogramm nach Hamburg gekommen.

Dieser Besuch, die umfangreichen Vorbereitungen von Schülerinnen und Schülern zu intensiven Begegnungen mit den Gästen und die bewegenden Zusammentreffen selbst wurden von einem Schüler-Kamerateam begleitet. Unter Anleitung eines Medienpädagogen ist der Film „Erinnerungen schenken“ entstanden.

Einige Zeitzeuginnen und Zeitzeugen waren als Kleinkinder mit ihren Eltern – polnischen Zwangsarbeitenden - nach Hamburg deportiert worden oder sie wurden während des Krieges in Hamburg geboren. Hamburg – ihre Geburtsstadt – war für sie der Name einer fernen, fremden Stadt, verbunden mit der Unterdrückung und Ausbeutung ihrer Eltern.

2013 begab sich eine Gruppe von Hamburger Schülerinnen und Schülern im Vorfeld zum Besuch der Zeitzeugen auf Spurensuche u.a. in die KZ-Gedenkstätte Neuengamme und zu Orten, an denen die Zeitzeugen geboren wurden sowie zu Stationen des sog. Arbeitseinsatzes ihrer Eltern.

Es wurden Briefe, Fotos und Informationen zum Beispiel auch aus den Archiven der "Finkenau" gesichtet und ausgewertet. Auf diese Weise wurden Einzelschicksale deutlich und Anknüpfungspunkte für die Gäste gefunden, die Lebenssituationen ihrer Eltern aufzufinden hofften.

Gleichzeitig arbeiteten Schülerinnen und Schüler einer Partnerschule in Danzig/Gdansk einen Fragenkatalog für die Begegnung mit den Zeitzeugen und den Jugendlichen in Hamburg aus.

Gemeinsam mit den Gästen wurden dann Orte besucht, die für sie wichtig waren: etwa ihre Geburtsstätten, ihre ehemalige Unterbringung und die Gelände, auf denen sich die Arbeitslager befunden hatten.

Die Erinnerungsarbeit an die Zeit des Nationalsozialismus befindet sich auch in Hamburg an einem Wendepunkt. Nicht hinsichtlich ihrer Inhalte, sondern ihrer Methoden. Bald wird es keine Zeitzeugen mehr geben, die von ihren Erinnerungen und Lebenswegen berichten können. Wie aber können ohne sie effektiv die Geschichte des Nationalsozialismus an Jugendliche vermittelt  und Bezüge zum heutigen Leben gezeichnet werden? Dies sind die Fragen, die zum Projekt „Erinnerungen schenken“ geführt haben und über die mit Jugendlichen und Experten im Anschluss an die Filmpräsentation gesprochen werden soll.

Quelle: Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung vom 27.08.2014

 

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