Kinder- und Jugendarbeit

GEW: "Pädagoginnen und Pädagogen haben eine besondere Verantwortung, an den Holocaust zu erinnern"

Gleise
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Anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus am 27.01. fordert die Bildungsgewerkschaft GEW Kindern und Jugendlichen Respekt und friedliches Miteinander nahezubringen.

Anlässlich des 70. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) aufgerufen, das Wissen um den Holocaust für nachfolgende Generationen wach zu halten. "Der Holocaust markiert eine historische Zäsur, einen Bruch der Zivilisation. So etwas darf nie wieder geschehen", sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Dienstag während einer Gedenkveranstaltung in Auschwitz.

Tepe wies darauf hin, dass Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus auch heute wieder eine Bedrohung für das friedliche Zusammenleben der Menschen darstellten. Die jüngste Zunahme antisemitischer Ausfälle und Übergriffe in Deutschland sei besorgniserregend und müsse ohne Wenn und Aber zurückgewiesen werden. Es gelte, Stellung zu beziehen und aufzuklären. Pädagoginnen und Pädagogen hätten eine besondere Verantwortung, an das Unfassbare zu erinnern. Sie müssten Lernprozesse für Kinder und Jugendliche so gestalten, dass diese Humanität, gegenseitigen Respekt und ein friedliches Miteinander lernen können. Hierfür bedürfe es entsprechender Unterrichtsmodelle.

Gemeinsam mit der israelischen Lehrergewerkschaft Histadrut-Hamorim biete die GEW seit vielen Jahren regelmäßig Seminare zur Bearbeitung des Holocaust im Unterricht und in der Jugendarbeit an. "Wir dürfen nicht aufhören zu fragen, wie ein solches Verbrechen möglich werden konnte", betonte die GEW-Vorsitzende. "Wir müssen uns immer wieder der Herausforderung stellen, Schülerinnen und Schülern das Thema Holocaust nahe zu bringen."

Hintergrundinformationen:

Die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe und die nordrhein-westfälische GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer sind vom 26. bis 29. Januar nach Auschwitz und Krakau gereist, um dort gemeinsam mit 70 Vertreterinnen und Vertretern von Bildungsgewerkschaften aus Europa und Nordamerika an einer Holocaust-Gedenkveranstaltung der Bildungsinternationale (BI) teilzunehmen. Mit rund 30 Millionen Mitgliedern ist die BI die weltweit größte Gewerkschaftsorganisation.
Mitglieder der BI-Delegation sind auch junge GEW-Kolleginnen und Kollegen, die im Rahmen der Gedenkkonferenz über ihre Arbeit berichten und Erfahrungen schildern, die sie bei der Behandlung des Themas "Holocaust" im Unterricht gemacht haben.

Quelle: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft vom 27.01.2015